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Die Produktion der Dinge

Kleidung und Schmuck, Möbel und Musikinstrumente, Objekte aus Porzellan, Glas und Keramik: Unsere Sammlung ist der Kulturgeschichte des Landes ab dem Hochmittelalter gewidmet und voller Belege zum Selbstverständnis und Stilempfinden ihrer adeligen und bürgerlichen Besitzerinnen und Besitzer.

Mit unserer Ausstellung wechseln wir von der gut beleuchteten Seite der Nutzerinnen und Nutzer auf die Seite jener, die diese Dinge gefertigt, hergestellt und produziert haben. Am Beispiel von 25 ausgewählten Objekten berichten wir über die Gewinnung und den Handel mit Rohstoffen, stellen Werkzeuge, Erfindungen und Techniken vor, geben Einblick in Ausbildung und Berufsalltage, erzählen über den internationalen Austausch von Ideen, die Wahrung von Betriebsgeheimnissen oder frühere Vermarktungsstrategien.

Zeitlich finden wir uns in einer Phase des Übergangs: Bis in das 19. Jahrhundert erfolgt die Produktion der Dinge weitgehend in Serie und arbeitsteilig, aber nur bedingt maschinenunterstützt. Industrielle Massenproduktion und den globalen Austausch von Menschen, Know-how und Gütern im heutigen Sinne gibt es zu dieser Zeit noch nicht.

Die Kulturhistorische Sammlung wird im ausgehenden 19. Jahrhundert begründet, um die verschwindende Welt der vorindustriellen handwerklichen und kunsthandwerklichen Produktion zu würdigen und für die Nachwelt zu bewahren.

Längst hat ein neues Zeitalter begonnen: Waren und Güter des täglichen Gebrauchs werden zunehmend nicht mehr in Werkstätten und Manufakturen, sondern in Fabriken hergestellt. Fabriken sind Produktionsstätten neuer Art: Ihre planmäßigen Architekturen ermöglichen viele Arbeitsvorgänge unter einem Dach.

Mit den Fabriken verschwinden bekannte Gruppen von Produzenten. Die Dinge werden nun nicht mehr von Handwerkern, Gesellen und Lehrlingen hergestellt, sondern von Fabrikarbeiterinnen und -arbeitern an der Seite von Maschinen. Dies führt zu einer zuvor nicht gekannten Rationalisierung, Automatisierung und Steigerung der Produktion. 

Die folgenden Videos stehen zur freien Verfügung und können gerne auf anderen Plattformen und Webseiten integriert werden.

25 ausgewählte Objekte

Flohfallen


Die Flohfalle wurde als Mittel gegen die Quälgeister verwendet. Sie wurde dem Auge verborgen unter der Kleidung getragen.  mehr...

Kunstblumen


In der kalten Jahreszeit waren sie Ersatz für natürliche Blumen und dienten zum Schmuck der Kirchenaltäre.  mehr...

Kabinettschrank


Der Kabinettschrank aus unserer Sammlung ist ein Beispiel für hochwertige europäische Lackkunst.  mehr...

Schnitzwerk


Eine Arbeitstechnik kann für die Bearbeitung verschiedener Materialien verwendet werden. So kommt für das Schnitzen nicht nur der klassische Werkstoff Holz infrage. Das Spektrum reicht von  mehr...

Schmuck aus Menschenhaar


Produkte aus menschlichem Haar waren vor allem im 19. Jahrhundert modisch. Bilder, Uhr- und Armbänder, Halsketten, Ohrringe und andere Accessoires wurden aus Haar gefertigt. Sie erinnerten  mehr...

Geige


Ursprünglich haben die Musiker ihre Geigen selbst hergestellt. Ein eigenes Gewerbe entstand jedoch wegen der Nachfrage nach hochwertigen Musikinstrumenten.  mehr...

Schlösser


Der Schlosser zählte schon vor der Industrialisierung zu den metallverarbeitenden Berufen. Seine Arbeiten umfassten dabei ein weites Feld. Neben Gittern und Metalltruhen stellte er auch  mehr...

Sense


Lange Zeit war die Sense eines der wichtigsten Agrargeräte. Zusammen mit dem Pflug ist sie Symbol für die landwirtschaftliche Bodennutzung. Chronos, die antike Verkörperung der Zeit, führt  mehr...

Gedrechselte Büchse


Drechseln erfordert viel Feingefühl und Augenmaß. Es ermöglicht, unterschiedliche Materialien zu bearbeiten. Im Laufe des 16. Jahrhunderts verbreitete es sich an den europäischen Höfen. So  mehr...

Frack


Der Frack wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts zu einem modischen Kleidungsstück. Zuerst wurde er von englischen Adligen getragen. Die Mode setzte sich auch in Frankreich durch und wurde dann  mehr...

Gusseisenobjekte


Dekor- und Gebrauchsgegenstände aus Gusseisen waren vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mode. Das lag zum einen an der verbesserten Technik, zum anderen an der schwierigen  mehr...

Porzellanfiguren


Wie wurde asiatisches Porzellan hergestellt? Jahrhundertlang war das ein Geheimnis. Erst dem Alchimisten Johann Friedrich Böttger gelang 1708 die Produktion von Porzellan. Die erste  mehr...

Schreibtisch „Bureau Mazarin“


Der Schreibtisch „Bureau Mazarin“ aus der Kulturhistorischen Sammlung ist ein Beispiel für die besonders aufwendige Technik der Boulle-Marketerie. Die Boulle-Technik ist seit dem 18.  mehr...

Lederwaren


Die Gerbung dient der Herstellung des Leders, das dann weiter zu Schuhen, Taschen und Kleidung verarbeitet wird. Die Gerbung verhindert die Zersetzung der Häute und gibt ihnen Stabilität.  mehr...

Standarte


Standarten und Fahnen entwickeln sich aus Stammes- und Feldzeichen. Die rechteckige Standarte war zunächst Zeichen berittener Truppen. Die Fahne wurde im Kampf von den Fußtruppen getragen.  mehr...

Glasobjekte


Glaserzeugung ist eine sehr alte Kulturtechnik, die bereits in Mesopotamien und Ägypten praktiziert wurde. In der Steiermark ist die Glasproduktion seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar.  mehr...

Gewebe


Die Weberei ist eine der ältesten kunsthandwerklichen Techniken überhaupt. Sie deckte den wachsenden Bedarf an Kleidungsstücken und Textilobjekten. Die mechanische Verbindung von über Kreuz  mehr...

Grabkreuz


Viele Schmiedeobjekte wurden von Spezialisten hergestellt. Ein wahrer Allrounder war der Dorfschmied. Durch seine Alleinstellung im örtlichen Verband und die damit verbundene Nachfrage  mehr...

Körbe


Flechten gehört zu den ältesten Produktionstechniken. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden viele Gebrauchsgegenstände aus Weide, Stroh und anderen natürlichen Rohstoffen hergestellt.  mehr...

Medizinische Instrumente


Bereits in frühster Zeit hat sich der Mensch einfachster chirurgischer Instrumente bedient. Durch wachsendes Wissen um Krankheiten und ihre Behandlung wurden sie weiter verbessert. Auch das  mehr...

Ofenkacheln


Im Alpenraum war die Erwärmung von Wohnräumen mittels Öfen seit dem Anfang des Mittelalters üblich. Die meisten früher vorhandenen Öfen sind allerdings verloren gegangen. Die ältesten  mehr...

Uhren


Im 16. Jahrhundert erlebte das Uhrmacherhandwerk seine erste große Blüte. Uhren waren dabei mehr als nur einfache Gebrauchsgegenstände. Sie waren kleine Kunstwerke, die sich nur die  mehr...

Harnisch


Die Hochphase der Produktion von Harnischen war zwischen der Mitte des 16. und 17. Jahrhunderts. In dieser Zeit kaufte das landschaftliche Zeughaus in Graz Harnische nicht nur von heimischen  mehr...

Zinnobjekte


Zinn war das Silber der Bürgerinnen und Bürger im Mittelalter. Es zeugte von Wohlstand. Aus Zinnbechern wurde getrunken und von Zinntellern gegessen. Ab dem späten 18. und frühen 19.  mehr...

Gebrauchskeramik


Der wachsende Bedarf an Gefäßen aller Art verlangte nach einer modischen, jedoch preiswerten Alternative zu Porzellanartikeln. Seit dem 18. Jahrhundert waren das Steinguterzeugnisse. Durch  mehr...

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
F +43-316/8017-9849
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

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21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
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24. bis 25. Dezember 2018