Gewissheit: Sehnsucht ja – Garantien nein

Runde I: Die Sphäre der Ideen

06.10.2021 19:00-20:30


Treffpunkt: Gartensaal des Volkskundemuseums
Kosten: Eintritt frei

Diskussionsreihe

Moderatorin: UProf. Mag. Dr. Anita Ziegerhofer
Theologie & Gehirnforschung: UProf. Dr. Hans-Ferdinand Angel
Geschichte: UProf. Dr. Harald Heppner
Kunst: MMag. Silvana Cimenti

 

Zum Ansatz unserer so genannten westlichen Zivilisation gehört, dass das, was über Generationen aufgebaut worden ist und unser heutiges Leben erheblich erleichtert, als gesichert gelten kann bzw. soll. Wir vermeinen, unsere Lebensbedingungen seien gewiss, und wir können uns eine Welt voll Ungewißheiten nicht vorstellen, wie sie in manchen Weltteilen zum Alltag gehört.

 


Diese optimistische Annahme hat ihre Wurzeln im Zeitalter der Aufklärung, als sich das Weltbild in Europa zu verändern begann: Während zuvor Gott (in welcher Form auch immer) als letzte Instanz der Zuversicht im Jenseits weitgehend unwidersprochen geblieben war, wurde nun der Mensch in den Mittelpunkt der Weltordnung gestellt, wodurch er zu aller Schicksale Schmied wurde, d. h. mehr Veranwortung für Gestaltung übernehmen durfte, aber auch mußte. Diese neue Lage führte zur Idee des Fortschritts, der in immer neuen Anläufen zur Optimierung der Verhältnisse geführt hat, um die Gewißheit nach Möglichkeit für alles und jedes sicherzustellen. Der dahinter stehende Anspruch wuchs mit der Zeit schneller als die Einsicht, dass es immer Grenzen der Gewißheit geben werde. Diese Ambivalenz aufzuzeigen, die zwischen der Sehnsucht nach „paradiesischer Zukunft“ und der Unmöglichkeit steckt, dafür eine Garantie zu bekommen, ist das Ziel des Fachgesprächs der drei Runden.

 


Die erste Gesprächsrunde am 6.10. hat das Ziel, die theologischen, geistesgeschichtlichen und künstlerischen Facetten dieses Ringens um Gewißheit zu erörtern. Die zweite Runde am 13.10. behandelt hingegen die Frage, wo die Chancen, aber auch die Grenzen organisatorischer Netzwerke (Pflegebereich, Versicherungsbranche,Jurisrudenz) liegen, um das sicherzustellen, wofür sie entwickelt worden sind, während die dritte Runde am 20. Oktober drei Versorgungsbereichen – der Energieversorgung, den elektronischen Medien und der Medizin – gewidmet ist, bei denen es ganz zentral darauf ankommt, dass sie „funktionieren“.

Volkskundemuseum

Paulustorgasse 11-13a
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9810
volkskunde@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
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01. November 2021 bis 31. Dezember 2021 Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
02. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022 Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Aufgrund der aktuellen Covid-Verordnungen ist in allen Häusern des Universalmuseums Joanneum die Teilnehmer*innenzahl bei Führungen begrenzt. Wir bitten Sie deshalb um verlässliche Voranmeldung unter +43-316/8017 9810

 

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