Das Volkskundemuseum

Damals und heute

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Geschichte

Das Volkskundemuseum wurde 1913 als Abteilung des damaligen Landesmuseums Joanneum unter Viktor Geramb gegründet und verfügt über eine einzigartige Sammlung von mehr als 95.000 Objekten, die die materielle und geistige Kultur der Steiermark dokumentieren.

Während über viele Jahrzehnte vorwiegend bäuerliches Kulturgut aus der vorindustriellen Zeit gesammelt wurde, sieht das Volkskundemuseum seine Aufgabe nun auch darin, aktuelle gesellschaftsrelevante Themen aufzugreifen und mittels Referenzobjekten in die bestehende Sammlung zu integrieren. Somit umfasst die gegenwärtige Sammlung nicht nur Objekte des traditionellen volkskundlichen "Kanons", sondern darüber hinaus auch Artefakte, die die Veränderungen und Umbrüche in der gegenwärtigen Gesellschaft dokumentieren, wie etwa Objekte zur Corona-Pandemie, zu verschiedenen Migrationsströmungen und zu Veränderungen in der Arbeitswelt.

 

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Der Museumskomplex

Das Museum befindet sich im ehemaligen Kapuzinerkloster aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts am Fuße des Schloßberges in der Paulustorgasse. Es umfasst auch einen Neubau aus den 1930er-Jahren mit den damals konzipierten Schauräumen, dem Trachtensaal und der Gerätehalle, die heute als Sonderausstellungsraum genutzt wird. Im Laufe seiner Geschichte erfuhr das Haus immer wieder neue Ausrichtungen. So wurde die Dauerausstellung seit dem Jahr 2003 entlang der drei Hauptthemen "Wohnen", "Kleiden" und "Glauben" vermittelt. Zuletzt erfuhr das Museum im Jahr 2021 eine grundlegende Neukonzeption im Rahmen der ersten STEIERMARK SCHAU. Aus diesem Anlass wurde die Dauerausstellung schrittweise und in Form eines modularen Systems neu aufgestellt und auch der Trachtensaal in einer veränderten Lesart präsentiert.

Die St. Antoniuskirche mit Gemälden von Pietro de Pomis und Hans Adam Weißenkircher gehört ebenfalls zum ausgedehnten Museumskomplex. Seit 1916 werden hier alljährlich die Steirischen Hirten- und Krippenlieder – traditionelles Liedgut aus der Sammlung des Museums sowie Neubearbeitungen steirischer Musikschaffender – dargeboten. Darüber hinaus finden in der Kirche auch zahlreiche andere Veranstaltungsformate statt, etwa im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen. Mit der architektonischen Neugestaltung des Museums ist es 2021 auch gelungen, die Kirche mit dem Museum im Innenbereich barrierefrei zu verbinden, sodass die St. Antoniuskirche nun auch im Rahmen des Museumsbesuchs erlebt werden kann.

Über das Volkskundemuseum

Dauerausstellung in Bewegung

Mit der Neueröffnung im April 2021 zeigt sich das Volkskundemuseum rundum erneuert. Die Ausstellung Welten - Wandel - Perspektiven wurde mit Fokus auf die Gegenwart konzipiert und widmet sich in verschiedenen Modulen dem Leben in der Steiermark. Mit dieser Ausstellung war das Volkskundemuseum Teil der ersten STEIERMARK SCHAU, die von April bis Oktober 2021 an mehreren Standorten viele Facetten der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Landes und seiner Menschen zeigte. Auch darüber hinaus bleibt die Ausstellung in Bewegung und erfährt immer wieder Ergänzungen und Veränderungen einzelner Module. So bleibt sie als Dauerausstellung beständig und abwechslungsreich.

 

Dekoratives Ausstellungselement zur Geschichte des Volkskundemuseums am Paulustor mit alten Gebäudeplänen und Miniaturmodellen aus Holz.

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Ein Ort des Diskurses

Nicht nur die Ausstellung prägt den Neustart des Volkskundemuseums, auch das Gebäudeensemble selbst wurde nach Maßgaben des Denkmalschutzes saniert und verbindet nun die einzelnen Teile des Areals verstärkt miteinander. Basis für alle Maßnahmen ist der Plan, in der Paulustorgasse einen belebten und gesellschaftsrelevanten Ort zu etablieren, der durch Wissensvermittlung, Diskurs und kulturelles Angebot für viele Menschen ein wichtiger Knotenpunkt ist. Auch ein Café hat deshalb Einzug gehalten und lädt im Museum und im Gastgarten zum Verweilen ein.

Claudia Unger, Leiterin der Abteilung Volkskunde im Universalmuseum Joanneum, Birgit Johler, Kuratorin, und das gesamte Team des Volkskundemuseums freuen sich sehr, nach der langen Vorbereitungszeit zur Neuaufstellung wieder für Sie da zu sein und laden Sie herzlich ein, das Volkskundemuseum zu besuchen! 

 

Erklärung österreichischer Volkskunde-Institute, -Abteilungen, Museen, Vereine und Verbände
Unterzeichnende Universitätsinstitute, Museen, Vereine und Fachverbände

Servicestellen: Bibliothek und Werkstätten

Präsenzbibliothek, Handschriften- und Bildarchiv, Restaurierwerkstätten

Die volkskundliche Fachbibliothek mit rund 15.600 Einzelbänden sowie über 80 laufenden Fachzeitschriften, Periodika und Publikationsreihen steht den Benutzer*innen als Präsenzbibliothek zur Verfügung (kein Leihverkehr). 
In dem der Bibliothek angeschlossenen Archiv des Referates Volkskunde liegt reichhaltiges Quellenmaterial zur steirischen Volkskultur: regionale Stoffsammlungen, Bestandsaufnahmen und Umfrageergebnisse. Die Themen reichen vom Jahrlauf- und Lebenslaufbrauch über Arbeit und Gerät, Volksmedizin, -lied, -musik und -schauspiel bis zu Volksfrömmigkeit, Magie und Aberglauben.   
Das umfangreiche Bildarchiv des Museums mit rund 20.000 Farbdiapositiven sowie vielen historischen Aufnahmen bietet bestes Anschauungsmaterial zu den genannten Themenkreisen. Das Volkskundemuseum versteht sich als Plattform für eine lebendige und kritische Auseinandersetzung mit Fragen der historischen und gegenwärtigen Volkskultur und richtet sich mit seinen Aktivitäten an Menschen aller Altersstufen.   

Terminvereinbarung
Bibliothek, Archiv:
+43-699/1334-7031
hannah.pilgram@museum-joanneum.at
T +43-316/8017-9878
martina.edler@museum-joanneum.at

Datenbank zur Onlinerecherche
Bibliothek Volkskundemuseum (museum-joanneum.at) 

Foto- und Diaarchiv:
T +43-316/8017-9886
ursula.grilnauer@museum-joanneum.at

Restaurierung:
T +43-316/8017-9889
barbara.vogt@museum-joanneum.at

 

 

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Museums For Future

Das Volkskundemuseum widmet sich in seiner Neuaufstellung 2021 in mehrfacher Hinsicht den Themen Klimawandel, Umwelt und Engagement für den Klimaschutz. Nicht nur in der Ausstellung, sondern auch im Umbau des Volkskundemuseums 2020 wurde darauf geachtet, nachhaltig und ressourcenbewusst zu agieren ‒ in Bezug auf Materialien, lokale Dienstleister*innen und energieeffiziente bauliche Adaptionen.

Außerdem will das Museum als Ort, der aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufnimmt und durch Vernetzung und Kommunikation unterstützend wirken kann, Besucher*innen zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit drängenden Fragen anregen: Ressourcen, Nachhaltigkeit und Mobilität sind nur drei Themenfelder, die in der aktuellen Ausstellung zum Diskurs einladen, mit Blick auf die jüngere Vergangenheit und Gegenwart, aber auch  auf die Zukunft bezogen. 

Es ist uns also mehrfach ein großes Anliegen, Teil von Museums For Future zu sein und dem Thema Klimaschutz auch eine museale Bühne zu bieten.

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Das Österreichische Umweltzeichen

Das Österreichische Umweltzeichen ist ein nationales Gütesiegel des Umweltministeriums. Es zeichnet Museen und Ausstellungshäuser in den Bereichen umweltfreundliches Management und soziale Verantwortung aus und steht somit für „Museen mit Umweltplus“. 

Das Volkskundemuseum ist seit 2021 mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Somit ist ein erster Schritt in Richtung "Grünes Museum" gesetzt.

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