Im März 1938 übernahmen die Nationalsozialisten in Österreich die Macht. Nun wollten viele Steirer*innen Mitglieder der NSDAP werden. Die Nationalsozialisten vermuteten, dass manche sich der Partei nun nur deshalb anschließen wollten, weil sie sich daraus Vorteile oder bessere Chancen für ihre Karriere erhofften. Bei der Aufnahme neuer Mitglieder wurde daher wie folgt vorgegangen:
Zunächst wurden all jene in die Partei aufgenommen, die bereits vor dem Verbot der Partei 1933 Mitglieder waren. Eine niedrige Mitgliedsnummer dokumentierte die Zugehörigkeit zum „Parteiadel“, sie versprach Privilegien und Posten. Viele versuchten deshalb, als „Illegale“ anerkannt zu werden.
Alle, die nach dem „Anschluss“ 1938 Parteimitglied werden wollten, brauchten Geduld: Erst wer die Phase des „Parteianwärters“ durchlaufen hatte, konnte 1939 in die NSDAP aufgenommen werden. Insgesamt wurden rund 10 % der steirischen Bevölkerung NSDAP-Mitglieder.