Für das Bürgertum sind die Schulen – neuerdings einer weltlichen Behörde: dem Landesschulrat unterstellt – zentraler Motor ihrer Karrieren. Besonders attraktiv ist das Bildungsangebot in Graz: Hier gibt es im Jahr 1900 neben 23 Knaben- und Mädchenvolksschulen neun öffentliche Bürgerschulen, drei Gymnasien und ein Mädchenlyzeum. Für die Ausbildung von Lehrer*innen sowie die Bereiche Handel und Gewerbe stehen mehrere berufsbildende Schulen zur Verfügung.
An den Universitäten und Hochschulen der Stadt verdreifacht sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zahl der Studenten. Die Medizinische Hochschule wird zur vollständigen Universität. Der Staat übernimmt die heutige Technische Universität und stellt sie den übrigen Hochschulen gleich. Für die Frauen gilt es zu warten: Noch in den 1880er-Jahren werden sie als „studierunfähig“ bezeichnet und lediglich als „Hospitantinnen“ geduldet. Ab 1897 werden sie an der Philosophischen Fakultät zugelassen. Ab 1900 können sie Medizin, knapp 20 Jahre später auch Jus studieren.