Wie das erste Warenhaus besticht das neue Museum durch seine palastartige Architektur und dekorativ gestaltete Fassaden. Im Inneren sorgen Säle, Treppenhäuser und Kuppeln für ein exklusives Raumerleben. Die Ordnung der Objekte folgt dem Stand der Wissenschaft. Sinnfällige Ensembles reizen die Wissbegierde. Was und wie etwas gezeigt wird, entscheiden Experten.
Besucher*innen sind im neuen Museum herzlich willkommen – im Rahmen der Hausordnung und der Öffnungszeiten darf jede*r eintreten. Ihre Rolle ist dabei klar definiert: präsentierte Geschichtsbilder nicht infrage zu stellen, das wissenschaftlich Belegte zu glauben, die etikettenbestückte Übersichtlichkeit zu würdigen, die Schätze der Kunst zu bestaunen.
Während das Grazer Joanneum der gesamten Steiermark gewidmet ist, entstehen im Land um 1900 zahlreichen Stadt- und Regionalmuseen. Ihre Gründung verdankt sich weniger politischen und wissenschaftlichen Initiativen denn bürgerlichem Engagement. In Zeiten des Umbruchs wollen Bürger*innen regionales Kulturgut vor der Zerstörung bewahren und lokale Identität sichern.