Auf der Basis von Thermal- oder Heilquellen, weil das Klima günstig oder die Luftgüte herausragend ist, werden hier Bäder und Trinkkuren, Massagen und Inhalationen angeboten. Dafür braucht es neue städtebauliche Strukturen und spezifische Architekturen: Badehäuser, Trink- und Wandelhallen werden speziell im Hinblick auf die medizinischen Anwendungen konzipiert. Für die Unterbringung der Gäste, die gern zwei bis drei Monate bleiben, entstehen Hotels und Logierhäuser. Restaurants und Kaffees ermöglichen ihre Versorgung. Spazier- und Wanderwege führen zu lokalen Ausflugszielen. Kurhäuser versammeln gleich mehrere Funktionen unter einem Dach: Mit Lese- und
Ballsälen, Theatern und Casinos sorgen sie für die Zerstreuung und Unterhaltung der Gäste. Als zentrales Element verbindet der Kurpark die genannten Orte miteinander.
Gut erreichbar und mit moderner Kommunikationstechnik (Telegrafie, Telefon) ausgestattet, entwickeln sich die Kurorte bald zum Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft aus Adel und Bürgertum. In der Steiermark wächst in Bad Gleichenberg schon seit den 1830er-Jahren ein komfortables Villen- und Hotelquartier heran. Die ständische Gesellschaft des alten Österreichs trifft sich traditionell in Rohitsch-Sauerbrunn/Rogaška Slatina.