Erster Traum vom Süden – vornehmlich für ein aristokratisches Publikum – ist Abbazia/Opatija. Von Wien aus dank der Südbahn ab den 1870er-Jahren über Nacht zu erreichen, schießen hier bald zahlreiche Hotelpaläste aus dem Boden. Kuranstalten und Sanatorien, Trinkhallen und Kaffeehäuser, Strandpromenade, Waldpfad und Reitweg entstehen.
Im Gegensatz zu Abbazia/Opatija wird Grado ab den späten 1880er-Jahren vornehmlich von Mitgliedern der (gut)bürgerlichen Schicht frequentiert: Beamte, Offiziere, Rechtsanwälte mit ihren Familien, Kaufleute, Ärzte und Fabrikanten, Bildungsreisende und Künstler.
Ohne den Druck der gesellschaftlichen Zwänge und alltäglichen Verpflichtungen steht ein Urlaub am Meer für viele schlicht für eines: Freiheit. Die Aufenthalte dauern gern gleich mehrere Wochen. Die Tage werden am Strand verbracht. Man schätzt das zwanglose Beisammensein im Kreise von Familie und Bekannten. Bootsfahrten und Ausflüge, Feste und Empfänge sorgen für Abwechslung.