Museumsakademie Joanneum
Sackstraße 16, 8010 Graz (AT)
09.06. - 10.06.2006
Die Arbeiten der Kulturwissenschafterin Jana Scholze haben die erst junge Museums- und Ausstellungstheorie um einen nützlichen Ansatz bereichert: Auf der Basis der semiotischen Konzepte von Umberto Eco und Roland Barthes entwickelt die Autorin ein methodisches Instrumentarium zur Analyse von Ausstellungen als komplexe, vielschichtige Medien und zeigt anhand ausgewählter Beispiele, wie Kommunikationsprozesse in Ausstellungen funktionieren.
19.05. - 20.05.2006
Der technologische Fortschritt hat längst die Museen erreicht und eröffnet u.a. im Bereich der Vermittlung neue Möglichkeiten. Wir möchten den neuen interaktiven Multimedia-Guide für das Kunsthaus Graz unter Einbeziehung seines Entwicklungsteams als Ausgangspunkt nehmen, um die Möglichkeiten und Potentiale multimedialer Informationssysteme im Vergleich zu herkömmlichen Audioguide-Systemen und personellen Vermittlungsformen zu erörtern sowie Fragen der Bedienbarkeit und das Verhältnis von Technik und Inhalt zu diskutieren.
12.05.2006
Das Museum des Stiftes Admont hat vor wenigen Wochen den Österreichischen Museumspreis 2005 erhalten. Ein guter Anlass, wie wir meinen, das 2003 eröffnete „Großmuseum“ mit seinen kunst-, kultur- und naturhistorischen Sammlungen näher kennen zu lernen.
21.04. - 22.04.2006
Besucher*innenorientierung setzt Kenntnisse der Besucher*innenstrukturen, Besuchsmotivationen und von Verhaltens- und Aneignungsformen in Ausstellungen voraus. Insbesondere dann, wenn Sonder- oder Dauerausstellungen neu geplant oder verändert werden, ist die systematische Einbeziehung von Rezeptionsgewohnheiten für den Erfolg von zentraler Bedeutung. Im Workshop werden speziell für unterschiedliche Probleme der Museumsarbeit entwickelte Instrumente der empirischen Museumsforschung vorgestellt, an Beispielen erörtert und ihre Anwendungsvoraussetzungen diskutiert.
07.04. - 08.04.2006
Die Veranstaltung ist der Natur(wissenschaft) im Museum gewidmet. Ausgehend von der Dauerausstellung der inatura dornbirn werden wir aktuelle konzeptionelle und gestalterische Trends in Naturmuseen systematisch erfassen und dabei die Brauchbarkeit unterschiedlicher in den Kulturwissenschaften entwickelter Analysemodelle zu erproben. Dazu wird in ExpertInnenbeiträgen, ausführlichen Erkundungstouren und Diskussionen unterschiedlichen Fragen nachgegangen.
29.03.2006
Ausgehend von der Ausstellung „Mit der Nase in die Berge – Alpine Duftgeschichte(n)“, die Beat Gugger für das WinterSportMuseum Mürzzuschlag vorbereitet, wollen wir mit dem Schweizer Kurator über experimentelle Konzepte und Inszenierungen zur Vermittlung von Themen wie Heimat oder Alpen sowie sein Verständnis von Ausstellungen als Trophäensammlungen, Kuriositätenkabinette und Musée sentimental diskutieren.
23.03. - 25.03.2006
Im Mittelpunkt der beiden Veranstaltungen steht das Inventarisieren als grundlegende und komplexe museale Tätigkeit mit weit reichenden Folgen für alle Aufgaben des Museums. Die damit verknüpften Fragen und Probleme werden exemplarisch am noch jungen Sammlungsgut Alltagskultur erörtert.
01.03.2006
Wo Industriebrachen technisch und ökonomisch nicht zu bewältigen sind, entstehen Entwürfe, die sie ästhetisieren. In Ihrem Buch Metamorphosen des Abfalls. Konzepte für alte Industrieareale beschreibt Susanne Hauser die Strategien, mit denen seit den fünfziger Jahren über die Ruinen der traditionellen Industrie die postmoderne Landschaft modelliert wird. Sie geht der Logik nach, den Abfall durch Ästhetisierung zum Verschwinden zu bringen und zeigt, wie aus vernutzten Bauten und Geländen Museen, Denkmale und schöne Natur geworden sind.
24.02. - 26.02.2006
Das Karl Ernst Osthaus-Museum wurde 1902 als Museum Folkwang eröffnet und erlangte bald Ruhm als das weltweit erste Museum für zeitgenössische Kunst. Der künstlerischen Avantgarde gewidmet, machte es durch die Ausformung einer radikal avantgardistischen Museumsidee Geschichte.
14.02.2006
Seit den 80er-Jahren sind Jüdische Museen zu den wichtigsten Gedächtnisorten in Österreich und Deutschland geworden. Viele von ihnen haben, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können, innovative Formen des Ausstellens, des Umgangs mit Sammlungen, des Arbeitens mit dem Publikum und der Community entwickelt. Deshalb sind sie von allgemeinem museologischem Interesse. In Jüdischen Museen stellen sich Grundfragen historischer Museen generell, der Rolle von Museen in der Geschichtskultur und der besonderen Medialität des Museums.
06.02.2006
Im Mittelpunkt unseres Treffens steht das Spannungsfeld zwischen privater Erinnerung und dem inszenierten, vermeintlich kollektiven Gedächtnis. Ausgehend von den Aktivitäten bzw. Zielsetzungen des „Büro der Erinnerungen“ am Landesmuseum Joanneum und vor dem Hintergrund des zu Ende gegangenen Gedankenjahres 2005 möchten wir den Wechselwirkungen zwischen offiziellem und privatem Gedächtnis nachspüren.
20.01. - 21.01.2006
Hinter dem was die Öffentlichkeit als Museum wahrnimmt, sind täglich Entscheidungen gefordert: um Betriebsstrukturen und Organisationsentwicklung, Finanzwesen und Controlling, Rechtsformen und Trägerschaften, Personalführung und -entwicklung. Die so genannte Ausgliederung betrifft alle diese Aufgaben und bedeutet für Museen völlig neue Herausforderungen.
20.12.2005
Slowenien besticht durch eine vielfältige Museumslandschaft und eine dynamische Museumsszene. Wir haben Andreja Rihter und Tanja Roženbergar Šega eingeladen, mit uns über die Unterschiede der slowenischen Museen und Museumspolitik im Vergleich zu Österreich zu sprechen und nachzudenken.
07.12.2005
Das Kindermuseum ist ein vergleichsweise junger Museumstyp, der dem Ausstellen und Vermitteln eine herausragende Bedeutung zumisst. Auf die Bedürfnisse von Kindern und jungen BesucherInnen zugeschnitten, setzt es auf ein Begreifen mit allen Sinnen, auf „Learning by doing“ und „Hands on-Konzepte“. Somit ist, anders als in den meisten anderen Museen, das Anfassen, Ausprobieren u.ä. nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.
10.11. - 11.11.2005
Museen, alle Museen, sind Orte einer Selbstbeschreibung unserer gegenwärtigen Kultur und Gesellschaft. Sie bilden ein unerschöpfliches Reservoir an theoretisch, methodisch, praktisch, ästhetisch, historisch relevanten Fragestellungen. Die Diskussion über Museen und Ausstellungen vermittelt allerdings noch immer den Eindruck, es handle sich bei Museen um zwar kulturpolitisch wichtige, aber doch eher harmlose Einrichtungen, deren Zweck je nach Genre die Unterhaltung oder Belehrung des Publikums sei.
09.11.2005
Seit dem Konflikt um zwei in New York beschlagnahmte Schiele-Gemälde aus der Sammlung Leopold ist auch einer breiteren Öffentlichkeit die Bedeutung des nationalsozialistischen Kunstraubs als Teil der NS-Vernichtungs- und Beraubungspolitik bewusst geworden und hat immer wieder große mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Eben ist ein Sammelband erschienen, der das gigantische Ausmaß des NS-Kunstraubs in Österreich dokumentiert und analysiert und die vielfachen Kontinuitäten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowie die Aktualität der Thematik bis in die Gegenwart untersucht.
07.11.2005
Die Ansammlung der Gegenstände scheint wie ein Aufstand gegen die gesprochene Sprache, gegen die Abhängigkeit von ihr. Gegenstände als Komplizen gegen den Einfall der Worte und Erinnerungen. Sie haben aber schlechte Karten. Ohne Schrift, Besprechung und Diskurs werden sie weggeschmissen, verschimmeln und verstauben. Sie müssen wie seinerzeit bei der Schöpfung mit dem Atem des Wortes belebt werden.
21.10. - 23.10.2005
Exkursion ins Deutsches Hygiene-Museum.
11.10.2005
Ursula Stockinger hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Zoologie und Kuratorin bereits beim letzten Treffen des Club der Museumsakademie über die Konzeptfindung zur Schau "Das Meer im Zimmer. Von Tintenschnecken und Muscheltieren" gesprochen. Daran hat sich eine dichte und interessante Diskussion über das Ausstellen von Natur entzündet, die wir nun mit einer Podiumsdiskussion weiterentwickeln möchten.
05.10.2005
Kerstin Smeds, Professorin für Museologie an der Umeå University in Schweden wird im Zuge einer museologischen Erkundungstour durch Europa auch Graz besuchen und in der Museumsakademie Joanneum über Museumslandschaft und Museumswesen in Schweden, Finnland und Dänemark berichten, über historische Entwicklungen und aktuelle Trends, staatliche und private Trägerschaften, die gesellschaftliche Rolle von Museen, museologische Forschungsinitiativen sowie die Möglichkeiten museologischer Aus- und Weiterbildung.
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