Vom männlichen und vom weiblichen Tragen

Foto: UMJ/ N. Lackner

Buckelkraxn, Fachtl, Tragriedl, Buckelkorb


Das war ja früher bei uns so wie heute in Afrika, dass die Frauen das Wasser in zwei Kübeln an einem Joch auf den Schultern tragen haben, und andere Lasten auf dem Kopf. Vor allem die Sennerinnen. Das ist eine Kunst, ein Balance-Akt. Weil man sich da ganz gerade halten muss und den Kopf nicht vorbeugen darf, wenn man auf den Boden schauen will. Du musst schon von Weitem beobachten, wie der Weg ist, der vor dir liegt, ob da etwas Unebenes ist.

Und wie dann die ersten Dauerwellen aufgekommen sind, so in den 30er-Jahren, da wollten die Frauen sich nicht mehr die Haare zerdrücken mit dem Farchtl und dem Riedl – das war ja gleich einmal 20 Kilo schwer. Die alten Frauen, die nicht mehr so gut beinander waren, die haben sich beim Holzklauben die Äst’ schon immer auf den Rücken geschnallt. Nach dem Krieg sind dann eigentlich alle Frauen nur mehr mit der Kraxen auf dem Rücken gangen. Das haben ja sonst nur die Männer gemacht, dass sie die Kraxen oder die Butten auf dem Rücken tragen haben. A Mann, der was darstellt, der hätte nie und nimmer was auf den Kopf genommen – außer seinen Hut.

Hörstation Konzept und Texte: Eine fiktive Erzählung über gewöhnliche Dinge des Alltags von Eva Kreissl und Roswitha Orac-Stipperger

Volkskundemuseum

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Di-Fr von 24. März bis 30. Dezember 2018 und
Di-Fr von 3. April bis 6. Jänner 2020
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