Sonstiges

Landwirtschafts- und Industrieausstellung 1870 in Graz

 

 

 

Die Landwirtschafts- und Industrieausstellung am Gelände des Landwirtschaftlichen Versuchshofes in der Annenstraße im Jahre 1870 steht – sieht man von noch älteren Vorformen ab – am Beginn der Grazer Messetradition. Die Halle links im Bild wurde ausschließlich für die Zeit der Ausstellung errichtet. Heute stehen hier Gebäude der Firma Leiner. (aus: Karl Albrecht Kubinzky, Die Reihe Archivbilder – Graz, Erfurt: Sutton 2000

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Im Katalog zu dieser am 15. September 1870 eröffneten Leistungsschau mit Erzeugnissen der Land- und Forstwirtschaft, des Bergbaues, des Hüttenwesens, der Industrie sowie der Kunst sind zwar mehrheitlich steirische Unternehmen angeführt, jedoch fanden sich damals auch namhafte Aussteller aus allen Teilen der Donaumonarchie und darüber hinaus ein.

 

Die Produktpalette umfasste unter anderem: „Motoren, Dampfkessel, Pumpen, Feuerspritzen, Apparate aller Art, Instrumente, Werkzeuge, Nähmaschinen, Haushaltung-Gegenstände, Uhren, feuerfeste Kassen, Waffen, Metallgusswaren, Radler-Arbeiten, Blech- und Spenglerwaren, Zemente, Ziegel, Steingut und Porzellan, Glaswaren, Säuren und Salze, Farben, Lacke und Tinte, Seifen und Parfümerien, Zündwaren, Fette und ätherische Öle, pharmazeutische Präparate, Hanf und Seidenwaren, Leinengarn und Leinengewebe, Seidenstoffe, Paramente, Sonn- und Regenschirme, Kleider und Hüte, Lederwaren, Schuhe, Sattler- und Riemerwaren, Pelze und Bürsten, Galanteriewaren, Korb- und Korkwaren, Drechslerarbeiten, Spielwaren“

 

Exemplarisch werden einige Inserate von Betrieben aus diesem vom „Ausstellungs-Comité“ herausgegebenen Originalkatalog gezeigt.

Spezereien, Kolonial- und Manufakturwarenhandlungen

 

 

 

Lebens- und Genussmittel aus überseeischen Gebieten, wie etwa Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee wurden insbesondere zur Kolonialzeit und auch darüber hinaus als Kolonialwaren bezeichnet. Der Begriff „Kolonialwarenhandlung“ findet sich vereinzelt auch in der Steiermark bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, wenngleich die Produktpalette so bezeichneter Kaufmannsläden längst nicht nur auf „exotische“ Waren beschränkt war, sondern vielmehr alle Grundnahrungsmittel -  unabhängig vom Herkunftsland - sowie Seifen, Waschmittel, Petroleum und andere Haushaltsgegenstände umfasste. Allmählich setzte sich in Österreich für derartige Geschäfte die Bezeichnung Greißlerei durch, in Deutschland „Tante-Emma-Laden“.

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Mancherorts findet man auf Geschäftsportalen um 1900 auch den Schriftzug „Spezerei“. Dabei handelte es sich ebenfalls meist um Lebensmittel- oder Gemischtwarenläden. Ursprünglich waren seit dem 14. Jahrhundert hierbei Gewürzwaren (vgl. lat. speciaria bzw. engl. spice) gemeint. Später wurde der Begriff gelegentlich auch allgemein für Delikatessenläden verwendet.

 

Zwei Innenaufnahmen der „Spezerei und Kolonialwarenhandlung Weber“ in der Leonhardstraße in Graz um 1925 geben Einblick in das Warensortiment: Wein, Bier, Spirituosen, Kaffee und Kaffeezusätze, Candiszucker (weiß und gelb), Grafit (Bleistiftminen), Reisstärke, Oblaten, Ingwer, Kleiderfarben und vieles mehr.

 

Der Kolonialwarenhandel wurde statistisch vom Produktenhandel und vom Manufakturwarenhandel unterschieden. Während sich der Produktenhandel, oft auch Landesproduktenhandel sich mit Erzeugnissen des eigenen Landes, insbesondere Agrarprodukte, befasste, wurden in Manufakturwarenhandlungen vor allem Textilwaren - nachMaßgabedesKäufersalsMeterwaregeschnitten –und andere mit der Hand hergestellte Erzeugnisse angeboten.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

1. Mai
21. Mai

24. bis 25. Dezember