Bezirk Hartberg-Fürstenfeld

Kapo 

 

 

KAPO sind die Initialen des Firmengründers Karl Polzhofer I. 1927 gründet er eine kleine Tischlerei im oststeirischen Naturpark Pöllauer Tal. Vier Generationen legten Hand an, um aus der Tischlerei ein international tätiges Unternehmen mit 250 Mitarbeitern zu formen. KAPO und die Neue Wiener Werkstätte werden 2005 als “Bestes Familienunternehmen” der Steiermark ausgezechnet. 2017 feiert das Familienunternehmen sein 90 jähriges Bestehen.

Tabakfabrik Fürstenfeld

 

Die Geschichte der Stadt Fürstenfeld ist seit mehr als 300 Jahren eng mit Tabak und Rauchkultur verbunden. 1691 begann Christoph Liscutin in Ungarn und in den Ländereien um Fürstenfeld mit dem Tabakanbau. Zwei Jahre später gründete er in der Pfeilburg die erste Tabakfabrik Österreichs – eine der ältesten weltweit. Dem Thema Tabakwarenerzeugung und Genusskultur widmet sich auch das Tabakmuseum in der Fürstenfelder Pfeilburg. 

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Die Tabakfabrik war bis in die 1950er-Jahre der wichtigste Arbeitgeber der Stadt. Durch Wohnungsbau, Beteiligung an Schulbauten und Errichtung eines Kindergartens war sie auch über die Tabakproduktion hinaus ein prägender Faktor. Um 1903 zählte man 2300 Beschäftigte. Die Wirtschaftskrise in der Zwischenkriegszeit, die Umstellung der Zigarrenproduktion auf maschinelle Fertigung und der Rückgang des Zigarrenkonsums bedingten eine laufende Reduktion des Beschäftigtenstandes. 1901 erzeugten 2200 Beschäftigte 65 Mio. Zigarren, 1960 waren für 63 Mio. Zigarren nur mehr 560 Arbeiter erforderlich. 1995 produzierten 83 Beschäftigte 27 Mio. Zigarren.
 

Ab 1972 erzeugte die „Altesse Zigarettenhüllenerzeugung und Papierverarbeitung Ges.m.b.H.“ auf dem Areal der Tabakfabrik Zigarettenhüllen (1995: 73 Beschäftigte – 1,5 Mrd. Zigarettenhüllen). Die gesamte Betriebsfläche betrug rund 60.000 m² – aufgeteilt je zur Hälfte auf die Fläche rund um das Hauptgebäude sowie auf jene des sogenannten „Ungar-Geländes“. Die beiden Flächen sind durch eine 66 m lange, 1884 errichtete Eisenbrücke verbunden.


Ende 2005 wurde die Tabakfabrik geschlossen. Zigarettenhülsen werden in Fürstenfeld weiterhin von der Firma Altesse an einem Standort im Fürstenfelder Gewerbegebiet produziert.

 

Das Museum Pfeilburg Fürstenfeld hat uns freundlicherweise für die „Landesaufnahme“ folgende Bilddokumente zur Verfügung gestellt:    

Tabakanbau Fürstenfeld

 

 

Das Gebiet um Fürstenfeld ist für den Tabakanbau klimatisch besonders geeignet, aufgrund der pannonischen Einflüsse ist es beständig warm, zudem herrscht eine gute Bodenfeuchtigkeit. Mit riesigen Nähmaschinen – früher Handarbeit – werden die frisch geernteten Tabakblätter zu Bündeln zusammengenäht. Die sog. „Hänge“ werden in den Scheunen hochgezogen, in zwei Monaten ist das grüne Blatt zum braunen Rohmaterial „eingetrocknet“.

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Die Mechanisierung – auch das Anpflanzen erfolgt maschinell – machte den Tabakanbau in dieser Region zum einträglichen Geschäft. Um 1970 waren im ehemaligen Bezirk Fürstenfeld rund 40 Hektar mit Tabak bepflanzt. Die Tabakbauern standen unter „Lizenz“ der Tabakregie, die begehrten steirischen Tabakblätter wurden zur Fabrik nach Fürstenfeld gebracht, wo vorwiegend Frauen zum „Sortieren“ der Ernte beschäftigt waren.

 

(Quelle: Karl Panhuber, In den Scheunen von Fürstenfeld riecht es jetzt schon nach Tabak, Karl Panuber, in: SO-Tagespost vom 28.08.1971, Seite 3)

 

Anton Puchas, Ehem. Hutmacher in Hartberg

 

Am Hartberger Hauptplatz, Hausnummer 4, wurden von 1736 bis 2010 ununterbrochen Hüte und Filzwaren gefertigt. Die Reihe der hier ansässigen Hutmachermeister reicht dabei von Franz Eller über Georg Portner, Stephan Achleitner, Anton Willersdorfer, Georg Achleitner, Franz Setina und Anton Puchas sen. bis hin zu dessen Sohn Anton Puchas. Ein anderer bekannter steirischer Hutmacher, Josef Pichler (1824–1864), gründete ebenfalls in Hartberg sein erstes Hutmachergeschäft, ehe er 1857 mit seinem Betrieb nach Graz übersiedelte und 1848 am Grieskai die Hutfabrik Josef Pichler & Söhne errichtete.

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Anton Puchas sen. hat von 1905 bis 1908 sein Handwerk bei Hutmachermeister Franz Setina erlernt und den Betrieb nach dessen Tod für die Witwe Setina als Geschäftsführer geleitet. 1923 hat er den Betrieb schließlich selbst übernommen und bis zu seinem Tod 1955 weitergeführt. Sein Sohn Anton Puchas jun., einer der letzten Hutmacher in der Steiermark, schloss sein Geschäft am 31. März 2010.

 

Seine Enkelin Claudia Kump weiß zu erzählen, dass auch ihre Großmutter Maria Puchas sowie ihre Mutter Dorothea bei der Erzeugung der Hüte mitgeholfen haben. Es gab auch einen Gesellen, Alois Schachner, der beim Großvater gelernt, dann einige Jahre in Wien bei Hutmachern gearbeitet hat, schließlich aber in den Betrieb ihres Vaters nach Hartberg zurückgekehrt ist.

 

Die fotografischen Aufnahmen stammen allesamt aus dem Privatbesitz des Anton Puchas, Hutmacher in Hartberg. Mit Ausnahme der Fotos 1 bis 3 wurden sie von Familienmitgliedern aufgenommen.

 

Schuhhaus Peinsipp in Hartberg

Der Hartberger Innenstadtbetrieb Peinsipp Schuhhaus und Orthopädie GmbH wird von Dietmar und Alexandra Peinsipp unter dem Motto „Gesunde Füße nach Maß“ geführt. Das Fachgeschäft in der Ressavarstraße 38 hat sich nämlich seit Anfang der 1990er-Jahre neben dem klassischen Schuhhandel verstärkt der Orthopädie und der Podologie (nicht-ärztliche Heilkunst am Fuß) verschrieben.

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Der Traditionsbetrieb besteht bereits in dritter Generation. 1928 eröffnete der Schuhmachermeister Alois Peinsipp mit seiner Ehefrau Elisabeth in der Wienerstraße in Hartberg eine Werkstatt samt Geschäftslokal. 1963 übersiedelte der Meisterbetrieb an den heutigen Standort, den ab 1970 Sohn Erich und Ehefrau Hermine Peinsipp fortführten.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

1. Mai
21. Mai

24. bis 25. Dezember