Bezirk Bruck-Mürzzuschlag

Die „Zuckerlzentrale“ in Bruck an der Mur

 

Im Jahr 1925 begründeten Josef und Leopoldine Huber die Tradition des Süßwarenhandels im historischen Flößmeisterhaus, Herzog-Ernst-Gasse 5

 

 


 

ehm. Bäckerei und Möbelhandlung Stadler in Kindberg

 

 Josef Stadler erwarb 1928 eine seit Jahrhunderten bestehende Bäckerei in der Kindberger Hauptstraße. Nach seinem Tod 1968 wurde sie von Sohn Egon noch bis in die 1970er-Jahre weitergeführt. Auch Tochter Inge arbeitete in der Bäckerei mit. In den 1950er Jahren betrieb sie im Elternhaus mit ihrem Mann Johann Wurzinger (hauptberuflich Gendarm) vorerst eine Gebrauchtwaren-, dann eine Möbelhandlung. Ab den frühen 1960er-Jahren führten sie das Möbelgeschäft in einem eigens errichteten Gebäude in der Bahnhofstraße noch etwa zehn Jahre lang weiter.

 


 

Böhler Edelstahl Kapfenberg - Die Anfänge eines steirischen Global Players

 

"Denn sie glaubten an sich und an den Steirischen Stahl." (Zitat Otto Böhler)

Am 15. April 1870 gründeten die aus Frankfurt am Main stammenden Brüder Albert und Emil Böhler die Gebrüder Böhler& Co Handelsgesellschaft in Wien gründeten. Gerade einmal 25 und 27 Jahre alt, erkannten sie das Potenzial des in der Steiermark erzeugten Stahles, dessen Vermarktung sie sich zum Ziel gesetzt hatten. Ein Vertrag für den exklusiven Vertrieb dieser Produkte sollte der Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte werden.

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Schon nach kurzer Zeit war Böhlerstahl ein Qualitätsbegriff. Um auf die gestiegene Nachfrage besser und flexibler reagieren zu können, erwarben die Brüder neben anderen Produktionsstätten auch bereits 1872 die Bruckbacherhütte, ein Schmiede.- und Walzwerk in Waidhofen. Ab nun war man Produzent. Die Stahlblöcke, also das Vormaterial, bezog man aus Kapfenberg. Die Produktvielfalt wurde stetig erweitert.

 

Mittlerweile war auch Friedrich Böhler, der wie Otto in England studierte und aufgrund vieler Reisen ausgezeichnete Kontakte in alle Welt hatte, ins Unternehmen eingetreten. Er übernahm die Funktionen von Emil, der 1875 verstarb.

 

In Kapfenberg sorgte Dr. mont. Fridolin Reiser, ein begnadeter Metallurge und Schüler des berühmten Peter Tunner für  revolutionäre metallurgische Erkenntnisse, die in seinem berühmten Werk über "Das Härten des Stahles in Theorie und Praxis" weltweit für Furore sorgte und in über 30 Sprachen übersetzt wurde. Die Kunden waren begeistert und erkannten rasch diese Wettbewerbsvorteile. Die Nachfrage explodierte förmlich und aus der anfänglichen österreichisch-ungarischen Vertriebstätigkeit folgten Niederlassungen in Deutschland, Frankreich und Russland. Sogar in England, ausgerechnet in Sheffield, vor den Toren der berühmten Sheffield Stahlwerke, die damals dominierend die k.u.k Monarchie belieferten, wurde eine Niederlassung errichtet.

 

Böhler gelang es, den englischen Stahlgiganten immer mehr zu verdrängen und durch gewieftes Marketing und kompromisslose Qualität deren Kunden für sich zu gewinnen.

 

"Die Arbeit eines knappen Jahrzehntes hat genügt, um den englischen Stahl aus dem Felde zu schlagen", soll Otto Böhler, ein Bruder Emils, Alberts und Friedrichs später gesagt haben.

 

Es folgten Niederlassungen in Brüssel, Odessa, Baku und Riga und mit Gründung von Böhler Boston wurde 1889 der legendäre Stahl auch über den Atlantik verschifft. Der Besuch eines hohen japanischen Offiziers, er entwickelte das Repetiergewehr, sollte der Beginn der Geschäftsverbindung mit Japan sein. Später folgten Vertretungen in Tokio und Kokura sowie Shanghai. Böhler war Global Player, eine Position, die keine andere österreichische Marke nur annähernd erreichte. Ein Beweis für die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem ist die Tatsache, dass Albert Böhler das erste Telefonat überhaupt von Wien nach Tokio führte.

 

1894 erwarben die Gebrüder Böhler schließlich um 800.000 Gulden von der Österreichischen Montangesellschaft die Gussstahlhütte in Kapfenberg, dessen Vertrieb sie schon 24 Jahre exklusiv innehatten.

 

Der Werkzeugstahl erfreute sich höchster Beliebtheit und das Unternehmen wuchs in Kapfenberg von 400 Beschäftigten im Jahre 1894 auf ca. 7.000 im Jahre 1914. Weltweit zählte man sogar schon 14.000 Mitarbeiter.

 

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verlagerte die Produktion hin von zivilen zu Kriegsprodukten.

 

Am 3. Dezember 1914 starb Friedrich Böhler, sein Bruder Otto am 5. April ein Jahr davor. Es sollte ihnen erspart bleiben, ihr Unternehmen als ausschließlichen Kriegswaffenproduzenten miterleben zu müssen.

 

* Zitiert nach 120 Jahre Böhler Kapfenberg, Kurt Weidhofer, 2016

 

 


 

After Work in der Stahlstadt - Kapfenberger Stadt-Kino

 

 

Bereits um die Jahrhundertwende wurde am Lindenplatz in Kapfenberg neben dem „Hammerl-Gasthaus“ ein Kaiserpanorama errichtet. 1910 baute Franz Hammerl an das bestehende Gasthaus einen großen Trakt mit einem Theater- und Ballsaal an. Ein Jahr darauf eröffnete Franz Hammerl in diesem Theatersaal zudem ein Kinematographentheater, in welchem Stummfilme mit Orchesterbegleitung vorgeführt wurden. 1930 wurde schließlich das Lichtspieltheater als Tonkino eröffnet. Anfänglich wurden Filme nur am Wochenende vorgeführt, ab Mitte der Dreißigerjahre gab es bereits täglich Vorstellungen. 1932 ging das Stadtkino in den Besitz von Rudolf Folk über, dessen Familie das Kino – in der dritten Generation – bis 2013 besaß. Danach übernahm die „Diesel Kino“ Gruppe das Unternehmen.

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In den ersten Nachkriegsjahren wurde der Betrieb mit einem eigenen Stromaggregat aufrechterhalten. Durch die Entwicklung des Breitwandfilmes und der „Cinemascope-Projektion“ war es 1956 notwendig geworden, die Bildfläche von bisher vier Metern Breite auf elf Meter zu vergrößern. Mitte der Sechzigerjahre begann sich, bedingt durch das Fernsehen, ein Publikumsrückgang bemerkbar zu machen. 1984 wurde der große 650 Personen fassende Kinosaal in zwei Säle geteilt.

 

In Kapfenberg erfreute sich das Publikum noch an drei weiteren Kinos: Die Rio-Lichtspiele (1955 – 1985), die Nord-Lichtspiele am Schirmitzbühel (1958 – 1972) und das Volkskino im Werkshotel Böhlerstern (1918 – 1928 und 1947/48).

ECE - Einkaufszentrum am Europaplatz in Kapfenberg

 

Hinsichtlich der baugeschichtlichen Entwicklung rund um den heutigen Europaplatz ist eine um 1910 aufgelegte Postkarte mit Blick in die Bahnhofstraße (die eigentliche Wiener Straße in Kapfenberg) von Interesse. Auf der linken Seite sieht man nämlich das ehemalige „Graf-Haus“, welches zwischen 1962 und 1965 dem Neubau „Kaufhof Poms“ weichen musste. Dieses Geschäftshaus erfuhr 1967 noch eine beträchtliche Erweiterung und sollte schließlich 1999 teilweise ins Einkaufszentrum eingegliedert werden.

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Das heutige Einkaufszentrums am Europaplatz (ECE) wurde am 19. November 1992 eröffnet. Die Kleine Zeitung vom 17.11.1992 berichtete hierzu, dass dieses 200 Millionen Schilling umfassende Bauvorhaben in nur 16 Monaten realisiert werden konnte und dabei 80 heimische Unternehmen beteiligt waren. Mehr als 30 Betriebe – darunter auch alteingesessene Kapfenberger Firmen -  haben hier einen neuen Standort gefunden. Die letzte Baulücke am Europaplatz war somit geschlossen.

2005 schuf ein weiterer Zu- und Umbau rund 4.000 m² Nutzfläche. Somit hat das EZE eine Gesamtfläche von 18.000 m² erreicht und ist nun das drittgrößte Einkaufscenter Österreichs außerhalb einer Landeshauptstadt. Täglich besuchen rund 10.000 Kunden das ECE und zählt mit knapp 500 Arbeitsplätzen zu den größten Arbeitgebern der Region.

voestalpine Tubulars GmbH & Co KG

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung der voestalpine Tubulars GmbH & Co KG in Kindberg-Aumühl dürfen wir aus der Firmenchronik Kindberg-Aumühl – Industriegeschichte bis zur voestalpine Tubulars, Alexander Schein, Kindberg 2015, folgende Fotomeile präsentieren. Sämtliche Bilduntertitel sind dieser Publikation entnommen.

Hotel Gruber – einst ein Hotspot in Kindberg

 

 

Drei Generationen der Familie Gruber besaßen zwei nebeneinanderliegende Bürgerhäuser in der Hauptstraße und betrieben dort zunächst eine Fleischhauerei und ein Gasthaus: Johann Gruber ab 1877, Johann jun. ab 1888 und Franz von 1933 bis zu seinem Tod 1971. Franz Gruber erwarb sich auch als Obmann des Fremdenverkehrsvereines große Verdienste um Kindberg.

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Nach mehreren Umbauten bot das Hotel zuletzt 66 Fremdenzimmer, Garagen, eine Gästebibliothek und eine Liegeterrasse.

 

Der steirische Landeshauptmann Josef Krainer sen. sowie der britische Außenminister und spätere Premierminister Anthony Eden waren hier wiederholt zu Gast, aber auch Eleanor Roosevelt, Maxi Böhm oder Udo Jürgens.

Der Schneider Josef Hessinger auf der 1. Mürztaler Handwerker-Ausstellung

 

 

Josef Hessinger nahm an der „1. Mürztaler Handwerker-Ausstellung“ teil, die von 5. bis 26. August 1906 in Kindberg stattfand. Er war auch Mitglied im Presseausschuss dieser Veranstaltung. Der Genossenschaftsverband Kindberg bezweckte mit dieser Schau, den damals „schwer um seine Existenz kämpfenden Mürztaler Handwerkerstande“ zu stärken.

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In der „Handwerker-Halle“ präsentierten sich 99 – mehrheitlich Mürztaler – Betriebe aller Sparten. Zudem wurden in der „Maschinen-Halle“ technische Errungenschaften aus der Monarchie und dem Ausland ausgestellt. Damit sollte die Einführung von Maschinen und verbesserten Werkzeugen in den heimischen Betrieben angeregt werden.

 

Josef Hessinger war auch 1924 bei der 2. Mürztaler Handwerker-Ausstellung (ebenfalls in Kindberg) vertreten.

Eine Gemischtwarenhandlung und eine Schmiede in Kindberg anno dazumal

 

 

Hans Lutz lernte zuerst Tischler und machte dann eine Handelslehre im Geschäft seiner Tante und Ziehmutter Johanna Korzinek (geb. Lutz), welches er nach ihrem Tode 1935 übernahm. Er verkaufte hauptsächlich Lebensmittel, aber auch etwa Toiletteartikel, Viehsalz, Petroleum, Schulhefte usw. Seine Frau Josefine unterstützte ihn dabei. Sie war die Tochter des Schmiedemeisters Josef Matauschek, der eine Werkstatt in Kindberg betrieben hatte. Nach Matauscheks frühem Tod im Jahr 1915 führte die Witwe Mathilde den Betrieb noch eine Zeit lang weiter.

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Hans Lutz musste die Gemischtwarenhandlung aufgrund der damals aufkommenden billigeren Konkurrenz 1967 schließen. In den folgenden 30 Jahren war die Grazer Wechselseitige Versicherung im ehemaligen Geschäftslokal eingemietet, dann wechselten die Mieter wiederholt.

 

Rita Payr, Tochter von Josefine und Hans Lutz, bewohnt heute das Haus und hat uns die Fotos zur Verfügung gestellt.

Schrack-Fabrik

 

 

Die Wiener „E. Schrack Elektrizitäts-Aktiengesellschaft“ erwarb 1971 die Kindberger „Senseninsel“, das Areal einstiger Sensenhämmer. Dort befand sich das Gebäude der aufgelassenen Schafwollwarenfabrik Grazer, in dem die Firma Schrack ein Werk für Nachrichtentechnik einrichtete.

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Bei der Eröffnungsfeier 1972 waren bereits 170 Personen, großteils Frauen, beschäftigt. In den 1980er-Jahren wurde der Bau um Fertigungs- und Lagerhallen erweitert, und die Zahl der Mitarbeiter stieg auf über 500 (ca. 75 Prozent Frauen).

 

Im Kindberger Werk wurden Telefonanlagen, aber auch Brandmeldeanlagen montiert, von hier kam des Weiteren etwa die elektronische Ausstattung des Arlberg-Straßentunnels. Ende der 1970er-Jahre erfolgte die Umstellung von Elektromechanik auf Elektronik. Stromversorgungsgeräte für die Computerindustrie wurden ein weiteres Standbein.

 

Ab 1993 wechselten die Eigentümer mehrmals und 2004 zog sich die letzte Elektronikfirma von der Senseninsel zurück.

 

Die präsentierten Fotografien sind im Besitz von Rudolf Dorn, der mit besonderer Unterstützung durch seine Frau Hedwig das „Schrack-Werk“ in Kindberg aufbaute und dessen erster Direktor wurde.

Aus dem Archiv der Sparkasse Kindberg

 

 

Die Sparkasse der Marktgemeinde Kindberg wurde 1873 gegründet und hatte ihren Sitz im Rathaus. Das heutige Sparkassengebäude konnte im Dezember 1938 bezogen werden.

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Ebenfalls 1938 wurde die Zweigstelle in Krieglach eröffnet, weitere Geschäftsstellen der Sparkasse Kindberg folgten: Wartberg im Mürztal (1969), Veitsch (1970), Kindberg-Aumühl (1972), Mitterdorf im Mürztal (1980) und Kindberg-Hammerherrenviertel (1989).

 

1992 ging die Sparkasse Kindberg in der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG auf. Seit 1998 ist Kindberg Sitz eines Regionalzentrums der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG.

Drei Generationen Friseur Weis in Kindberg

 

 

 

Der Familienbetrieb wurde 1931 von Franz Weis im Gebäude der Fleischhauerei und des Gasthauses Ilgerl „zum Schwarzen Adler“ in der Kindberger Hauptstraße gegründet und 1967 vom Sohn Walter Weis übernommen. KommR Walter Weis‘ Nachfolger wurde 2013 dessen Sohn Markus Weis. Das Haus, in dem der Betrieb seit Anbeginn untergebracht ist, wenn auch in unterschiedlichen Räumlichkeiten, ist mittlerweile im Besitz der Friseurfamilie.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr



Das Museum für Geschichte hat am Montag 25. Juni 2018 von 10.30 bis 12.30 Uhr im Rahmen der Ausstellungseröffnung Im Zeitalter der Extreme. Demokratie im Widerstreit mit Diktaturen 1918/2018 ausnahmsweise geöffnet. 

 

24. bis 25. Dezember