Landesaufnahme II

Steirische Wirtschaftsgeschichte in medienhistorischen Artefakten seit 1850

Landesaufnahme II wird gefördert vom Land Steiermark, Referat Wissenschaft und Forschung    

Im Rahmen des Projekts „Landesaufnahme – Steirische Wirtschaftsgeschichte in medienhistorischen Artefakten seit 1850“, gefördert vom Land Steiermark, Referat Wissenschaft und Forschung, setzen die Multimedialen Sammlungen am Universalmuseum Joanneum mit ihren Partnerinnen und Partnern ihre (medien-)geschichtliche Spurensuche in den steirischen Regionen fort.

Die „Landesaufnahme II“ knüpft an die Idee des 2016 erfolgreich abgeschlossenen Projekts „Landesaufnahme I – Rettung des steirischen analogen fotografischen und audiovisuellen Erbes“ an.


Im Fokus stehen diesmal analoge fotografische und audiovisuelle Zeugnisse zur steirischen Wirtschafts- und Industriegeschichte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei sind Foto-, Film-/Video- und Tondokumente von bestehenden Industrieleitbetrieben und traditionsreichen Gewerbeunternehmen genauso von Interesse wie jene bereits „verschwundener“ Wirtschaftsbetriebe und/oder längst „abgekommener“ Wirtschaftszweige.


In einem ersten Projektabschnitt werden Firmenarchive bzw. im Falle nicht mehr bestehender Unternehmen auch private und öffentliche Sammlungen geortet.


In Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und dem Institut für Geschichte, Fachbereich Zeitgeschichte (Karl-Franzens-Universität Graz) werden hierfür Betriebe aus verschiedenen Wirtschaftszweigen in allen steirischen Bezirken (mit Ausnahme der Landeshauptstadt Graz) ausgewählt und um Projektteilnahme angefragt.

Verzeichnis von Foto-, Film-/Video- und Tondokumenten

Kern des Projekts ist eine zahlenmäßige und inhaltliche Erfassung der analogen Foto-, Film-/Video- und Tondokumente. Gemeinsam mit den schriftlichen Quellen zur jeweiligen Betriebsgeschichte sollen diese in das kulturelle Gedächtnis des Landes eingeschrieben werden. Ein hierfür konzipierter Erhebungsbogen wird samt Projektbeschreibung digital verschickt.


Darin ersuchen wir um grundlegende Angaben zu Verfahrensarten, Trägermaterialien, Personen, Umfang, Datierung und inhaltliche Beschreibungen ebenso wie um Informationen zum Erhaltungszustand der Objekte. Auch über gute Schätzungen und überblicksweise Beschreibungen der Bestände freuen wir uns sehr! 

Landesaufnahme(n)



Steirische Wirtschaftsgeschichten in Foto, Film und Ton mehr...

Die Multimedialen Sammlungen – Anlaufstelle bei medienkonservatorischen Fragen

Die Multimedialen Sammlungen bieten auch im Rahmen der „Landesaufnahme II“ durch die Vermittlung medienkonservatorischen und -restauratorischen Know-hows Hilfestellung an, um kultur- und zeitgeschichtlich wertvolle Originale für die Nachwelt zu bewahren.


Aufgrund ihrer materiellen Beschaffenheit, ihrer Fragilität und Abhängigkeit von entsprechenden analogen Abspieltechnologien sowie den spezifischen Anforderungen an ihre Lagerung bedürfen Fotografien, Film-/Video- und Tondokumente fachkundiger Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen. Nur so kann ihr natürlicher Zerfall aufgehalten bzw. verlangsamt werden und können Inhalte dauerhaft gesichert werden. Restaurierungsmaßnahmen sind oft nicht mehr durchführbar sind, wenn zum Beispiel unumkehrbare chemische Prozesse einzelne Schichten der Objekte bereits zerstört haben. Aus diesem Grund sind vorbeugende konservatorische Maßnahmen in Mediensammlungen heute besonders wichtig.

Machen Sie mit!

Wir laden Sie herzlich ein, sich am Projekt „Landesaufnahme II“ zu beteiligen!  Mit Ihren Angaben tragen Sie dazu bei, wichtige Informationen zu den analogen Zeugnissen steirischer Wirtschaftsgeschichte zu sammeln. Auf diese Weise könnte gemeinsam ein erster Schritt zu einer medienhistorischen Industrie- und Gewerbelandkarte der Steiermark gesetzt werden. Die Verortung und Recherche fotografischer und audiovisueller Bestände zur steirischen Wirtschaftsgeschichte soll für Wissenschaft und Forschung sowie museale Präsentationsformen genutzt werden.


Das Universalmuseum Joanneum möchte auf seiner Webseite bzw. in Form von Blogbeiträgen mit ausgewählten steirischen Wirtschaftsgeschichten laufend Einblick in die Projektarbeit geben. Die Ergebnisse der „Landesaufnahme II“ sollen zudem in eine Ausstellung sowie in eine Publikation einfließen.

Nachlese

Das war die Landesaufnahme I

Ein Projekt der Multimedialen Sammlungen



Das Projekt „Landesaufnahme – Rettung des steirischen analogen fotografischen und audiovisuellen Erbes“ konnte mit Ende 2016 erfolgreich abgeschlossen werden. mehr...

Ausblick 2018

Kooperative Sicherung regionaler Wirtschaftsgeschichte in der Weststeiermark

In einem zweiten Projektabschnitt soll in zwei weststeirischen Bezirken eine neue Art der Wissensgenerierung im Rahmen der „Landesaufnahme“ erprobt werden:

Gemeinsam mit dem Verein  Inspire thinking werden die Bezirke Deutschlandsberg und Voitsberg unter Anwendung beteiligungsorientierter und interdisziplinärer Methoden einer kulturwissenschaftlichen Tiefenbohrung unterzogen. Ziel ist es, eine Verbindungslinie zwischen Industrie- und Wirtschaftsgeschichte auf der einen Seite und aktuellen regionalpolitischen Entwicklungen auf der anderen Seite herzustellen.


Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung soll u. a. folgenden Fragen nachgegangen werden: Welche Auswirkungen hatte die Veränderung von Wirtschaft und Industrie in den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg in den letzten zwei Jahrhunderten? Wie hat sich dies in den Raum und die Menschen, die diesen Raum bewohnen, eingeschrieben? Welche Spuren, auch baulicher Natur, haben Gewerbe und Industrie zurückgelassen? In welcher Form präg(t)en Industrie, Wirtschaft und Arbeit die regionalen Identitäten?


„Inspire thinking“, eine gemeinnützige Grazer Einrichtung mit den Kernbereichen Bildung und Beteiligung, hat in den letzten Jahren breite Erfahrungen mit partizipativen, transdisziplinären und diversitätssensiblen Aktivitäten in den Regionen gesammelt. Im Falle des vorliegenden Projekts sind z. B. sozialhistorische Streifzüge, Betriebsbesuche oder Exkursionen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Fachleuten etc. geplant.

Ausgangspunkte dieser Aktivitäten werden zum einen jene analogen historischen Bestände (Foto, Film, Ton) sein, die im Laufe des Projekts recherchiert werden, zum anderen die derzeit lokal relevanten gesellschaftlichen Fragestellungen. Durch die gemeinschaftliche Befassung mit der Geschichte und Gegenwart von Wirtschaft, Arbeit und Bildung soll ein Umfeld geschaffen werden, das Personen motiviert, mit eigenen Erfahrungen, Geschichten und Quellen nach außen zu gehen.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
F +43-316/8017-9849
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember

24. bis 25. Dezember

Ansprechpartner für das Projekt:

Walter Feldbacher

walter.feldbacher@museum-joanneum.at

+43-699/13347331