Multimediale Sammlungen

Die Multimedialen Sammlungen (vormals Bild- und Tonarchiv) zählen mit ihren über 2,5 Millionen Objekten zu den bedeutendsten audiovisuellen Sammlungen Österreichs. Ihre Foto-, Ton- und Filmdokumente sind von zeit-, kultur-, regional- und technologiehistorischer Relevanz und dokumentieren die Steiermark und ihre Bewohner/innen auf ihrem Weg in das digitale Zeitalter.

Die Geschichte der Multimedialen Sammlungen

Die Geschichte der Multimedialen Sammlungen beginnt im Jahr 1958, als die Steiermärkische Landesregierung den Auftrag erteilte, die Schaffung eines „Zentralarchivs für Bild- und Tonaufnahmen“ vorzubereiten. Dieses sollte „auf das Niveau des gebildeten Laien abgestimmt [sowie] allgemein zugänglich“ sein und „alle Unterlagen auf dem Gebiet der Fotografie, des Films und der Tonwiedergabe, die den Bestand des Landes Steiermark hinsichtlich der Natur, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft festhalten.“

Zu diesem Zweck wurden die bereits bestehenden Bildarchive des Joanneums systematisch erfasst und dienten als Basis für die 1960 gegründete „Steirische Landesstelle für Bild- und Tondokumentation“ – das erste medienübergreifend ausgerichtete Institut in Österreich, das audiovisuelles Material sowohl produzierte als auch sammelte. Untergebracht wurde diese Institution in der Bürgergasse 2 in Graz. 1962 war die Sammlung bereits auf mehr als 80.000 Objekte angewachsen und präsentierte die erste Ausstellung Die Steiermark in Bild- und Tonaufnahmen.


1971 erfolgte mit der Umbenennung in „Bild- und Tonarchiv“ auch der Umzug in das Palais Attems. In dieser Zeit wurde das Foto erst allmählich auch als museales Objekt begriffen, weswegen das Bild- und Tonarchiv oft als „nur“ Servicestelle für andere forschende Institutionen missverstanden wurde. Mit ihrer Sammel-, Forschungs-, Vermittlungs- und Ausstellungstätigkeit leistete das Bild- und Tonarchiv seit den 1960er-Jahren Pionierarbeit, vor allem zu einer steirischen Fotogeschichte.


Bis zum Ende der 1980er-Jahre wuchsen die Sammlungsbestände auf 250.000 Negative, 30.000 Positivkopien auf Papier, 30.000 Diapositive, 1.453 Tonbänder, 460 Kassetten, 122 Filmkopien und 576 Videokassetten an – diese Objektvielfalt konservatorisch adäquat unterzubringen, wurde zu einem schier unlösbaren Problem, und auch der Weg vom Archiv zum Museum verlief schleppend und nicht konfliktfrei. Bis 2002 stand auch eine mögliche „Übernahme“ der Sammlungsbestände durch das Steiermärkische Landesarchiv im Raum.

 

Ein wichtiger Meilenstein für diese Sammlungen wurde im Jahr 2004 erreicht, als das „Büro der Erinnerungen“ am Bild- und Tonarchiv angesiedelt wurde. Diese Initiative ging aus dem Projekt „Berg der Erinnerungen“ hervor, das im Kulturhauptstadtjahr 2003 initiiert wurde, um das kollektive Gedächtnis der Steiermark zu dokumentieren, zu sammeln und zu präsentieren. 

Lebensgeschichtliche Erinnerungen von Steirerinnen und Steirern zu zeithistorischen Themen wurden an diesem kontinuierlich wachsenden, offenen Ort der Kommunikation in Form von Interviews, Fotos und Dokumenten gesammelt, ausgewertet und in Sonderausstellungen und Publikationen öffentlich präsentiert. Auf diese Weise wurde ein wichtiger Beitrag geleistet, auch scheinbar „übersehene“ Aspekte von kollektiv erfahrener Geschichte aufzugreifen und fundiert zu diskutieren.  


2009 wurde das Bild- und Tonarchiv schließlich umbenannt in Multimediale Sammlungen: Der Plural in diesem Namen bildet die Heterogenität der Sammlungsbereiche ab, und auch der institutionelle Auftrag wurde im Zuge dieser Entscheidung neu definiert als vordergründig museale Einrichtung.

 

2011 übersiedelten die Multimedialen Sammlungen in das Joanneumsviertel, wo sie den quantitativ umfassendsten audiovisuellen Bestand Österreichs betreuen. Ausgestattet mit neuen Klimadepots (4 und 17 Grad C-Zone), einer Medienrestaurierungswerkstätte, einer Fotodigitalisierungsstelle und einer eigenen Ausstellungsfläche werden die Multimedialen Sammlungen auch weiterhin an einer audiovisuellen Geschichte der Steiermark, die aufgrund des jungen Alters der audiovisuellen Objekte stets eine kultur- und zeithistorische ist, bauen.

1958–1966


Anlässlich des 100. Todestages von Erzherzog Johann erklärte die Landesregierung das Jahr 1959 zum steirischen Gedenkjahr. Die Betonung der steirischen Eigenart sollte nach den Jahren des  mehr...

1967–1979


Bis 1979 entwickelte sich das Bild- und Tonarchiv – die Umbenennung erfolgte 1971 mit der Übersiedlung in das Palais Attems – vor allem dank seiner umtriebigen neuen Leiterin Armgard  mehr...

1980–1989


Mit Erlass eines Ausstellungsverbotes auf unbestimmte Zeit und dem Vorschlag des Landesrechnungshofes einer Schwerpunktsetzung auf die Fotodokumentation gefährdeter Kulturgüter, aktueller  mehr...

1990–1998


Neben der kontinuierlichen Fortführung fotohistorischer Forschung und Ausstellungstätigkeit, der (Eigen)Dokumentationstätigkeit und den diversen personal- und zeitintensiven  mehr...

1999–2017


Die erste Dekade im 21. Jahrhundert war geprägt von Auf- und Umbrüchen: vier Leiterinnenwechsel und ebenso viele Konzeptionierungsversuche wurden von Diskussionen um die  mehr...

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
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