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[1938] „Anschluss“ Österreichs

12.02.1938

Bundeskanzler Kurt Schuschnigg trifft Adolf Hitler in Berchtesgaden.

 

19./24.02.1938

Fackelzug der Nationalsozialisten durch Graz; Hissen der Hakenkreuzfahne am Grazer Rathaus.

 

20.02.1938

In Leoben beginnen unter der Federführung von Anton Wolfbauer und der SA nationalsozialistische Demonstrationen für den „Anschluss“.

 

01.03.1938

Großdemonstration der Nationalsozialisten in Graz anlässlich des Besuchs von Innenminister Arthur Seyß-Inquart.

 

03.03.1938

Rücktritt des steirischen Landeshauptmanns Karl Maria Stepan.

 

13.03.1938

Rede von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg im Radio, in der er seinen Rücktritt bekanntgibt und mitteilt, man werde dem einrückenden deutschen Heer keinen Widerstand leisten.

 

12.03.1938

Machtübernahme der Nationalsozialisten;

Sepp Helfrich wird Landeshauptmann;

Regimegegner*innen werden entlassen und festgenommen;

Einmarsch deutscher Truppen in Österreich;

Aufruf der KPÖ zum Kampf für ein „freies und unabhängiges Österreich“.

 

16.03.1938

Schächtverbot wird in Graz erlassen.

 

01.04.1938

Erster (Prominenten)-Transport von politischen Häftlingen ins KZ Dachau (darunter auch mehrere Steirer).

 

03.04.1938

Adolf Hitler besucht die Steiermark und spricht anlässlich der „Volksabstimmung“ vom 10. April in der Montagehalle der Weitzer-Waggonfabrik.

 

10.04.1938

Volksabstimmung über den bereits vollzogenen „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich („Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“).

 

26.04.1938

Verordnung über die Anmeldung jüdischen Vermögens über 5.000 RM.

 

27.04. bzw. 09.05.1938

Erlass zur Absonderung jüdischer Mittelschüler*innen und Errichtung rein jüdischer Mittelschulen.

Erlass wird am 9. Mai auf die Pflichtschule erweitert.

 

01.05.1938

Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, wird von den Nationalsozialisten als „Tag der Volksgemeinschaft“ umgedeutet. Im ganzen Land finden Aufmärsche und Paraden statt.

 

18.05.1938

Die Vermögensverkehrsstelle wird als „Arisierungsbehörde“, im Ministerium für Handel und Verkehr gegründet. In Graz wird Mitte August offiziell eine Zweigstelle in der Schmiedgasse eingerichtet.

 

20.05.1938

Inkrafttreten der „Nürnberger Gesetze“. Ab 23. Juli müssen Jüdinnen*Juden über 15 Jahren jederzeit eine „Kennkarte“ vorweisen, die sie als Jüdin*Juden ausweist.

 

31.05.1938

Die Verordnung zur „Neuordnung des österreichischen Berufsbeamtentums“ tritt in Kraft. Damit werden alle Jüdinnen*Juden und politischen Gegner*innen entlassen.

 

06.–15.07.1938

Auf der Konferenz von Évian beraten Vertreter von 32 Staaten und 71 Hilfsorganisationen die Situation der jüdischen Flüchtlinge. Kein Land erklärt sich zur bedingungslosen Aufnahme von Flüchtlingen bereit.

 

15.07.1938

Berufsverbot für jüdische Rechtsanwälte.

 

25.07.1938

Gedenkveranstaltungen für die im Juliputsch 1934 gestorbenen Nationalsozialisten.

Anlässlich der Gedenkveranstaltung in Graz gibt Gauleiter Sigfried Uiberreither bekannt, dass Graz den Ehrentitel „Stadt der Volkserhebung“ tragen darf.

 

30.09.1938

Münchener Abkommen: Die Abtretung des Sudetengebietes an Deutschland wird beschlossen.

Berufsverbot für jüdische Ärzte.

 

01.10.1938

Das Burgenland wird im Zuge der Neugestaltung der staatlichen Verwaltung aufgelöst. Die südlichen burgenländischen Bezirke Güssing, Jennersdorf und Oberwart kommen zur Steiermark. Das Ausseerland kommt zum Gau Oberdonau.

 

05.10.1938

Reisepässe von Jüdinnen*Juden werden mit „J“ gekennzeichnet.

 

09.11.1938

Reichspogromnacht

Zerstörung der Grazer Synagoge und Zeremonienhalle am jüdischen Friedhof in Leoben und Gleichenberg.

 

10.11.1938

Zerstörung der Zeremonienhalle am jüdischen Friedhof in Graz.

 

12.11.1938

Verordnung über eine Sühneleistung von Jüdinnen*Juden mit deutscher Staatsangehörigkeit.

 

20.11.1938

Einführung der Sondergerichte in Österreich; Errichtung der Sondergerichte in Graz und Leoben.

 

01.12.1938

Zerschlagung der Widerstandsorganisation der KPÖ für Graz und die Ost- und Weststeiermark (bis Jänner 1939); über 100 Festnahmen.

 

08.12.1938

Erlass zur „Bekämpfung der Zigeunerfrage“.