Wer um 1900 eine fremde Stadt betritt, ist zuvor häufig aus einem Zug gestiegen. Zwischen Zug und Stadt liegt der Bahnhof als Schnittstelle und vibrierende Übergangszone. Hier bewegen sich – in größeren Städten – über den Tag verteilt mitunter Tausende Menschen. Hier herrschen fortlaufend Dynamik und Betrieb: Die eine möchte sich informieren, der andere eine Fahrkarte oder Verpflegung für die Reise besorgen. Dritte bringen oder holen jemanden ab. Auch wer zum ersten Mal da ist, muss sich orientieren können. So entwickelt sich der Bahnhof im 19. Jahrhundert zu einem komplexen Funktionsbau. Alles ist wohlorganisiert, der Takt wird von der Bahnhofsuhr bestimmt.