Gesammelte Geschichte

Schaudepot



Das neue Schaudepot im Museum für Geschichte

Die ganze Vielfalt der Kulturhistorischen Sammlung

Am 27. April 2017 wurde das neue Schaudepot der Kulturhistorischen Sammlung, gestaltet vom Grazer Architekturbüro INNOCAD, eröffnet. Sie wurde im 19. Jahrhundert mit dem Ziel gegründet, die „Kulturepochen des Landes von der früheren Zeit des Mittelalters bis zur Gegenwart“ zu dokumentieren.


Heute umfasst die Sammlung gut 35.000 Musikinstrumente, Möbel, wissenschaftliche und technische Geräte, Damen-, Herren und Kindermoden, Monstranzen und Rosenkränze, Orden und Medaillen, Musterbücher und Teppiche, Kacheln und Büsten, Schlösser, Leuchter und Grabkreuze, Trinkgefäße und Vasen.


Im Schaudepot zeigen wir Reichtum der Sammlung in Form eines Schaudepots, als dichte Collage Tausender Objekte auf einer Fläche von rund 450 m².

Aus dem Programm

Fr 24.11.

15:30-16:30

Einführung zu neuen Ausstellungen im Museum für Geschichte

Führung, Schule> Museum für Geschichte

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> Museum für Geschichte

Fr 01.12.

15:30-16:30

Einführung zu neuen Ausstellungen im Museum für Geschichte

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Bildergalerie

Schaudepots sind wie Schaufenster


Sie geben Einblick in das Depot, das Herz eines Museums. Ihre alleinige Aufgabe ist es, Sammlungen vorzustellen. In diesem Sinn zeigt die Ausstellung Gesammelte Geschichte die Fülle der Kulturhistorischen Sammlung als dichte Collage von mehr als 2.000 Objekten.

Die Anordnung der Objekte orientiert sich an deren Funktionen und ist in neun Bereiche gegliedert:   

Plan Schaudepot

ANKOMMEN & EINLASSEN

Der erste Bereich ist der äußeren und inneren Gestaltung von Gebäuden mithilfe von Aushängern, Gittern, Schlössern, Türklopfern und Kacheln gewidmet. Die präsentierten Objekte entstammen unserer Schmiedeeisenund Keramiksammlung.

Der auch überregional herausragende Schmiedeeisenbestand umfasst rund 4500 Stücke, darunter Fenster- und Oberlichtgitter, Aushänger, Türen, Schlösser, Schlüssel und Beschläge aus der Zeit vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Er widerspiegelt die zentrale Bedeutung der Eisenproduktion für die Steiermark. Die Basis dafür sind ergiebige Erzvorkommen auf dem steirischen Erzberg, deren Ausbeutung bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen dürfte.

Einen unserer frühen Sammlungsschwerpunkte bildet die Keramik: Das im Inventar als Nr. 1 geführte Objekt ist eine Ofenkachel aus dem 17. Jahrhundert. Heute umfasst die Sammlung neben 20 vollständigen steirischen Kachelöfen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert rund 3000 Modeln, Kacheln und Fliesen.

Ankommen & einlassen, Foto: UMJ/N. Lackner

AUSSTATTEN & DEKORIEREN

Im Mittelpunkt des zweiten und dritten Raums steht das Thema Wohnen. Basis der Präsentation bilden die Möbel-, Schmiedeeisen- und Keramiksammlung.

Die Möbelsammlung umfasst etwa 1400 Objekte: Anrichten, Schränke und Kommoden, Truhen und Kassetten, Tische und Schreibmöbel, Betten und Wiegen, Sessel und Sofas sowie Bilderrahmen. Der Großteil des Bestandes stammt aus der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Eine Besonderheit ist eine Folge getäfelter Originalräume aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Karl Lacher auf seinen Reisen zusammentragen hat und die derzeit aus Platzgründen nicht gezeigt werden können.

Zu unserem Schmiedeeisenbestand zählen neben den bereits genannten Aushängern und Türklopfern Hunderte Truhen und Kästchen sowie Leuchter und Lichtputzscheren aus der Zeit vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Aus der rund 400 Objekte umfassenden Keramiksammlung entstammen figurale Plastiken, Büsten und Gefäße, die vorwiegend von steirischem Künstlerinnen und Künstlern gefertigt wurden.

Ausstatten & dekorieren, Foto: UMJ/N. Lackner

Verbrieft, gesiegelt und verschlossen: Urkundenkoffer aus Leoben


Sie sehen eine unserer ältesten Truhen, die zugleich eines der schönsten steirischen Rechtsdenkmäler ist.  mehr...

Exportstars aus der Lagune: venezianische Spiegel


In den Spiegel zu schauen, steht traditionell für Eitelkeit und Überhebung. Im 18. Jahrhundert war der Besitz eines großen Spiegels purer Luxus.  mehr...

Klassik aus dem Musterbuch: Wiener Uhren im Biedermeier


Um 1800 setzte sich auch in Österreich der strenge Klassizismus durch.  mehr...

Ergonomie und Avantgarde: Stuhl von Günther Domenig


Es lebe der Kunststoff! Unter dieser Devise standen zahlreiche Modernisierungen, die in den fortschrittsfrohen 1960er-Jahren auch die Kirchen ergriffen.  mehr...

ESSEN & TRINKEN

Der vierte Bereich des Schaudepots beleuchtet die Tisch- und Speisekultur sowie Werkzeuge aus Glas, Keramik und Porzellan.

Die Keramiksammlung wurde bereits für den ersten Bereich „ankommen & einlassen“ beschrieben. Die hier präsentierten Krüge und Becher, Schalen, Schüsseln und Terrinen, Teller, Kannen und Vasen, Salzfässer und Zuckerdosen zeigen die Bedeutung der regionalen Hafnerei und die Vielfalt des Dekors heimischer Betriebe.

Die Glassammlung umfasst rund 1100 Objekte aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert und zeichnet sich durch besondere Vielfalt aus. Nach 1870 entstanden erste Mustersammlungen für die aufstrebende Glasindustrie. Führende Firmen der Monarchie widmeten auch dem Grazer Museum ihre neuesten Produkte. Zudem haben private Spenden die Sammlung kontinuierlich bereichert.

Essen & trinken, Foto: Paul Ott

Ein rheinischer Exportschlager der Renaissance: rheinisches Steinzeug


Bevor das Porzellan aufkam, war schon in der Keramik alles eine Frage der Tonqualität
und der Brenntemperatur.  mehr...

REISEN & FORTBEWEGEN

Dieser Bereich widmet sich in ausgewählten Objekten dem Thema Mobilität. Da Fortbewegungsmittel in früheren Jahrhunderten vorwiegend in Holz gefertigt wurden, finden sich die entsprechenden Stücke im Sammlungsbereich Möbel, darunter Schlitten, Hochräder, die berühmte Draisine Erzherzog Johanns, der sogenannte „Báthory-Wagen“ und der „Friedrichswagen“, Spazierstöcke oder ein Dreirad.

Lederkoffer, Sättel, Reisekoffer und Ähnliches entstammen der Textilsammlung.

Reisen & fortbewegen, Foto: UMJ/N. Lackner

Rollende Reichsidee: „Friedrichswagen“


Im Mittelalter wurden Wagen nur von einem sehr eingeschränkten Personenkreis
genutzt: von Fürsten, Frauen und Kranken.  mehr...

Das „Jahr ohne Sommer“ und seine Folgen: Draisine Erzherzog Johanns


Die Erfindung des badischen Forstmeisters Karl Freiherr von Drais aus dem Jahre 1817
wurde aus der Not geboren.  mehr...

FORSCHEN & WISSEN

Das Ende des Mittelalters ist der Beginn einer methodischen Erkundung von Lebenswelt und Kosmos. Neben oft magisch durchmischten Praktiken der Wahrheitsermittlung tritt die wissenschaftliche Forschung. Sie stützt ihre durch Beobachtung und Berechnung gewonnenen Ergebnisse auf den Einsatz immer genauerer Instrumente.

So wird die Frühe Neuzeit zum Zeitalter der Präzision, eine ganze Kultur der Vermessung entsteht. Die hier versammelten Globen, Uhrwerke, Sonnenuhren, Kompasse, Fernrohr und Messinstrumente zeugen davon.

Forschen & wissen, Foto: UMJ/N. Lackner

Die richtige Zeit für die ganze Stadt: Turmuhrwerk aus Bruck an der Mur


Die Kirchturmuhr bestimmt den Ablauf des Alltags wie der vielen Festtage.  mehr...

Den Himmel zur Ehre Gottes vermessen: Globen des Vincenzo Coronelli


Kirchliche Orden als Pflegestätte universaler Wissenschaft: Hierfür stand der venezianische
Franziskaner Vincenzo Coronelli (1650– 1718), der das barocke Europa mit Globen und Karten zu versorgen half.  mehr...

ARBEITEN & PRODUZIEREN

Im Mittelpunkt steht hier die vorindustrielle Produktion und unsere Zunftsammlung, die in rund 120 Objekten die Geschichte des regionalen Handwerks im 17. und 18. Jahrhundert zeigt.

Truhen, Kassen, Kannen, Humpen, Ringe, Schilder, Siegel und Fahnen, Inschriften oder Darstellungen der Zunftpatrone verweisen auf das über Jahrhunderte gewachsene Selbstbewusstsein der korporativ organisierten Handwerke: Schmiede, Bäcker, Handschuhmacher, Glaser, Gürtler, Wagner, Fiaker, Rauchfangkehrer, Bürstenbinder, Bogner, Zimmerer, Schuster, Hutmacher, Fleischhauer, Lederer, Kürschner, Schneider, Uhrmacher, Maurer, Müller, Drahtzieher, Weber, Tuchscherer und Tischler.

Arbeiten & produzieren, Foto: UMJ/N. Lackner

Schön geschmückt: Hobel


Die aufwendig gestalteten Arbeitsmittel konnten auch eine Visitenkarte des eigenen Könnens sein.  mehr...

Herzstücke der Handwerkskultur: Zunfttruhen


Die Zunfttruhe, auch als Zunftlade oder Innungslade bezeichnet, war ein oft kunstvoll gearbeitetes kastenartiges Möbelstück, das im Handwerkswesen vom 16. bis ins 18. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte.  mehr...

So schwer, dass sie nicht zu tragen waren: Schleifkannen


Zunftkannen, auch Schleifkannen genannt, wurden bei Zunftversammlungen verwendet, und ganz zu Recht bringt man sie mit zeittypischen Trinkritualen in Verbindung.  mehr...

MUSIZIEREN

Dieser Teilbereich ist dem Thema der Musik im höfischen, sakralen und privaten Kontext gewidmet. Basis der Präsentation bildet die Musikinstrumentensammlung: Unter den etwa 240 Objekten finden sich Zeugnisse der europäischen Musikkultur wie Cembalo, Glasharmonika, Harfe, Violoncello, Viola, Flöten, Drehleier, Zither, Geige, Harmonium, Laute, Naturflügelhorn, Trompete.

Neben ihnen finden sich in der Sammlung einige außereuropäische sowie populäre Instrumente aus den Alpenregionen wie das Almpfeiferl, dazu die nach 1800 beliebten Automatophone.

Musizieren, Foto: UMJ/N. Lackner

Einzigartig I: Leydecker-Cembalo


Unter den Tasteninstrumenten verdient das 1755 vom Wiener „Hoforgelmacher“ Johann Leydecker gefertigte Cembalo besondere Erwähnung.  mehr...

GLAUBEN

Unter dem Schlagwort „glauben“ verweisen wir auf die religiöse Praxis unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften.

Hier bilden Objekte katholischer Herkunft naturgemäß den größten Bestand. Von der starken kirchlichen Prägung des Landes zeugen Grabkreuze, Altarleuchter, Kruzifixe, Weihwasserflaschen, Leuchter, Kelche, Messkännchen, Monstranzen, Reliquiare etc., die aufgrund ihrer materiellen Zusammensetzung unterschiedlichen Sammlungsbereichen entstammen

Glauben, Foto: UMJ/N. Lackner

Alter Kult und neue Formen: Grabkreuze


Die beiden modernen Grabkreuze (links:
Entwurf Walter Richter, rechts: Entwurf
Willibert Platzer) entstanden im Zuge eines Entwurfswettbewerbs, der unter dem Titel „Schmiedeeiserne Grabkreuze“ im Jahr 1936 vom „Culturhistorischen und Kunstgewerbemuseum“ veranstaltet wurde.  mehr...

KLEIDEN & SCHMÜCKEN

Der letzte Bereich des Schaudepots widmet sich den Themen Kleidung und Schmuck:

Unsere Textilsammlung bildet mit rund 6100 Paramenten und Spitzen, Teppichen und Wandbespannungen, Decken und Tischwäsche, Schuhen, Fächern und Taschen, Damen-, Herren und Kindermoden die größte Gruppe innerhalb des Gesamtbestandes. Hier ragen die ca. 750 Kostüme aus dem 16. bis 20. Jahrhundert heraus.

Die Schmucksammlung umfasst rund 1500 Objekte aus dem 16. bis zum 20. Jahrhundert: Amulette, Rosenkränze, Armbänder und -reifen, Ringe, Broschen, Halsketten, Anhänger, Medaillons, Ohrringe, Hut-, Haar- und Anstecknadeln, Orden und Medaillen. Eine Besonderheit der Sammlung ist ein Bestand von 100 gusseisernen Objekten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Mit Mariazell besaß die Region eines der wichtigsten Produktionszenten der Monarchie.

Kleiden & schmücken, Foto: UMJ/N. Lackner

Avantgarde kann alles: Schuhe von Zaha Hadid


Mit ihrem Entwurf für ein Paar gelber Kunststoffschuhe steht die irakischbritische
Architektin Zaha Hadid in einer langen Tradition von Künstlerinnen und Künstlern sowie Architektinnen und Architekten, die sich auch der Herausforderung stellten, Schuhe zu kreieren – die Lösungen waren allerdings oft überraschend konventionell.  mehr...

Einblick in die Sammlung



Erfahren Sie mehr über die Objekte in unserer Sammlung. mehr...

Programmangebot für Kindergärten und Schulen zur Dauerausstellung

Gesammelte Geschichte. Schaudepot



Ein Museum sammelt Dinge und bewahrt sie, weil sie wichtig sind – oft auch, weil sie schön sind. Eine der bedeutendsten Funktionen aber ist wohl, dass man mithilfe dieser Dinge zeigen kann, wie es früher „gewesen ist“.   mehr...

Unser Tipp

Das Volkskundemuseum

Vom "Wohnen", "Kleiden" und "Glauben"



Besuchen Sie unsere Ausstellungen im Volkskundemuseum in der Paulustorgasse 11-13a: die Sonderausstellung Im Bett. Episoden einer Zuflucht (30.06.2017-31.12.2018) und die Dauerausstellung. mehr...

Museum für Geschichte

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F +43-316/8017-9849
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26. Dezember

24. bis 25. Dezember