Schöne Bescherung - vom Christkind oder Weihnachtsmann?

Sonderausstellung im Volkskundemuseum

19.11.2010-09.01.2011 09:00-16:00


Eröffnung: 18. November 2010, 19 Uhr

Traditionen ändern sich – auch die Gestalt des Gabenbringers in der Weihnachtszeit. Brachte ursprünglich der hl. Nikolaus am 6. Dezember einige wenige und einfache Geschenke, so ersetzte Martin Luther den katholischen Heiligen durch den „Heiligen Christ“, der sich rasch zum Christkind wandelte und in protestantischen Ländern die Rolle des Geschenkbringers zum Weihnachtsfest übernahm. Im Biedermeier entwickelte sich der uns heute bekannte Weihnachtsmann aus Moritz von Schwinds Figur des „Herrn Winter“.


In Amerika flossen die Erscheinung des mit holländischen Einwanderern emigrierten Sinterklaas und die Vorstellungen des deutschen Knecht Ruprechts zusammen zur Figur des Weihnachtsmanns, und die Gestalt erhielt das uns heute bekannte großväterliche Aussehen mit Stiefeln, Pelzmantel, Mütze und Rauschebart. Im 20. Jahrhundert wechselten das protestantische Christkind und dieser Nachfahr des heiligen Nikolaus dann die Fronten: Im katholischen Österreich waltet heute das Christkind vorwiegend heimlich seines Amtes, während in protestantischen Regionen der Weihnachtsmann unübersehbar in Erscheinung tritt und im Wege der Werbung überall zum Markenzeichen einer Zeit geworden ist, die einst als die stillste des Jahres galt.


Die Ausstellung zeigt die Vielfalt von barocken Jesuskindern, Christkindl-Darstellungen und Andachtsbildern im historischen Kontext, nimmt die Gestaltwandlung vom heiligen Nikolaus zum Weihnachtsmann unter die Lupe und zeichnet den Siegeszug beider Gestalten in gefühlvollen Darstellungen, Kinderbüchern, Kitsch und Kommerz nach. Dabei entfaltet sich ein verschlungener Parcours durch die europäische Kulturgeschichte eines Phänomens, dessen religiöse Wurzeln kaum mehr zu erkennen sind.


 Achtung: Hinweis zum Verkauf der Postkarten-Booklets bei der Eröffnung am 18. November:

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