Signal vom Dachstein

La Strada zu Gast im Steiermark-Relief-Raum

30.07.-06.08.2022


Hinweis: Der Zugang zum Naturkundemuseum und zur Installation Signal am Dachstein ist von 30.7. bis 6.8. bei Vorlage eines Tickets für eine der La Strada-Produktionen kostenlos.


In der Ausstellung im Steiermark-Relief-Raum wird das Projekt Signal am Dachstein präsentiert. Es wird ein Blick auf den Startschuss des Projekts, die Landschaftsoper am Dachsteingletscher zur Sommersonnenwende 2021, geworfen, auf die Ouvertüren zur Landschaftsoper im Sommer und Herbst 2021 und auf die Zukunft des Projekts mit den 5 Künstler*innen, die im Rahmen des Projekts bis 2024 an der Entwicklung ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeiten werden.

 

Signal am Dachstein
Eine Landschaftsoper zur Sommersonnenwende / 20. Juni 2021

Mit 2.995 Metern ist er der höchste Berg der Bundesländer Steiermark und Oberösterreich. Und seine Gletscher werden nicht irgendwann in ferner Zukunft,  sondern noch zu Lebzeiten unserer Kinder verschwinden.
Für ihn wurde eine ganz besondere Oper komponiert, deren Klänge tief in dieses einzigartige Archiv der Kultur- und Naturgeschichte hineinhören. Ein einmaliges Ereignis für den Auftakt von La Strada 2021. Zur Sommer-Sonnenwende. Zu Sonnenaufgang.


Signal am Dachstein – ein La Strada-Projekt in Koproduktion mit dem niederländischen Künstlerduo Strijbos & Van Rijswijk, dem europäischen Netzwerk IN SITU und in Kooperation mit dem Festival der Regionen Oberösterreich – setzt sich in sensibler, künstlerischer Weise mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinander und rückt den Gletscher des Dachstein ins Zentrum der Wahrnehmung. Die Raum-Klang-Installation bildete zwar den Höhepunkt der  Landschaftsoper, ihre Ouvertüren begannen aber bereits in den Tälern. Bis zum Jahr 2024 erfährt das Projekt seine Weiterentwicklung.

An der Landschaftsoper beteiligte Künstler*innen:
Künstlerische Leiter: Rob von Rijswijk & Jeroen Strijbos
Dramaturgie: Jellichje Reijnders
Sopranistinnen: Bauwien van der Meer, Els Mondelaers, Michaela Riener, Linde Schinkel,
Mijke Sekhuis, Isabelle Storms
Alphornisten: Horst Martin Krammer, Reinhard Freidl, Stefan Klinglhuber

 

Die Ouvertüren zur Landschaftsoper
Mehrere Seilschaften machten sich 2021 vom Tal aus auf den Weg zum Gletscher.
Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Alpinist*innen und Expert*innen tauschten sich dabei über Themen wie Artenvielfalt, Natur- und Kulturgeschichte, Gletscherwesen,  Klimawandel und Geologie aus.

 

1 Der Gletscher – ein Archiv der Natur- und Kulturgeschichte
Ausgehend von Bad Ischl brachten Bus-Shuttles die Teilnehmer*innen zur Talstation der Hunerkogelbahn. ÖAV Schladming, ÖBRD Ramsau, Filzmoos.

2 Artenvielfalt
Weißbach - Ahornsee - Grafenbergalm. ÖAV, TVN und ÖBRD Haus

 

3 Wald und Weide 
Gröbming/Bad Mitterndorf – Hirzberg. ÖAV Gröbming, Bad Mitterndorf, Ausseerland und ÖBRD Gröbming und Gebiet Oberes Ennstal

 

4 Geologie
Obertraun – Gjaidalm – Taubenkar – Unterer Eissee – über Trägerweg retour. ÖAV Hallstatt, Ausseerland, TVN Obertraun und ÖBRD Obertraun

 

5 Meteorologie
Hallstatt – Wiesberghaus – Simonyhütte – Gletscher. ÖAV Hallstatt, TVN Oberösterreich mit Ortsgruppe Lenzing, ÖBRD Obertraun

6 Glaziologie
Gosauseen – Adamekhütte – Gletscher. ÖAV Ortsgruppe Gosau, Bad Goisern, ÖBRD Oberösterreich

7 Erschließlungsgeschichte der touristischen Infrastruktur
Türlwandhütte – Sonnenwendfeuerplatz – Südwandhütte – Hunerscharte ÖAV Schladming, Hunerscharten Klettersteig, Weg 615

Künstler*innen
Die an der Landschaftsoper Signal am Dachstein 2021 bereits beteiligten Künstler*innen stehen in engem Bezug zur Region rund um den Dachstein. Die fünf eint eine besonders sensible künstlerische Weise, sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinanderzusetzen und die der Region eigenen Fragestellungen ins Zentrum der Wahrnehmung zu bringen. In den kommenden Jahren bis 2024 werden sie als „siterelated artists“ von La Strada unterstützt und bei der Weiterentwicklung ihrer künstlerischen Arbeit begleitet. Die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, der Kulturgeschichte und den Auswirkungen des Klimawandels in der Dachstein-Region bleiben dabei zentrale Motive.

 

Christoph Huber ...
... ist Fotograf, aber auch Hobbymusiker, diplomierter Sozialbetreuer und gelernter Buchdrucker. Er lebt in St. Martin am Grimming, über den Sommer auf der Königreichalm am Dachsteinplateau. Diese Umgebung, die Region rund um den
Dachstein, ist seine Heimat, mit der er sich in seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt – die ihn beschäftigt. Im Rahmen von Signal am Dachstein geht er bis 2024 dem „Warum?“ und dem „Wie?“ auf den Grund. Warum rührt ihn seine Heimat immer noch,  obwohl er schon sein ganzes Leben in ihr verbringt? Wie stellt sich die romantisierte „heile“ Welt rund um den Dachstein dar, wie und warum könnte sie ins Unheil kippen? Wie hängen Heustadeln, das Dachsteingebirge, der Tourismus, das Verhältnis von Mensch und Natur damit zusammen?


Marie-Theres Härtel ...
... ist in der Steiermark als Musikantenkind neben dem Tanzboden aufgewachsen und hat dort schlafend in unzähligen Nächten die alpenländische Volksmusik in sich aufgesogen. Als eine der Vorreiterinnen der „Neuen Volksmusik“ verbindet sie häufig Traditionelles aus den Alpen mit Jazz und anderen internationalen Musikdialekten. Bis 2024 wird sie im Rahmen des Projekts – inspiriert von Wanderungen rund um den Dachstein und ihrer familiären Beziehung zur Region – eine musikalische Verbindung zwischen den musikalischen Dialekten, Ortschaften und Tälern der Dachsteinregion schaffen. Ihre Kompositionen vertonen einzelne Etappen dieser Wanderungen; Musiker*innen, die selbst einen engen Bezug zur Region haben, werden diese Kompositionen gemeinsam mit Marie-Theres zum Klingen bringen. Und so auch den Dachstein erneut zum Klingen bringen.

 

Katharina Pfennich ...
... – aufgewachsen in Ramsau am Dachstein, aber auch in Frankreich, Großbritannien und seit Kurzem in der Schweiz zu Hause – erschafft neue Klangwelten, indem sie ihr akustisches Umfeld auslotet und manipuliert. Sie liebt es, die Klänge von ungewöhnlichen Umgebungen einzufangen. Zu diesen ungewöhnlichen Klangwelten gehört auch der Dachstein mit seinem Gletscher, den Gletscherspalten, Höhlen und Gletscherbächen. Das Bewusstsein, dass wir wahrscheinlich die letzte Generation sind,  die diese Gletscher(klang)welt in dieser Form erleben kann, hat sie zur Idee eines akustischen Gletscherarchivs inspiriert. Eng an der Schnittstelle zur Wissenschaft und
Ökologie setzt sich Katharina Pfennich mit der Gletscherschmelze und den Veränderungen unseres natürlichen Klangraumes auseinander. Aus den gesammelten Aufnahmen von der Oberfläche des Gletschers, aus seinen Spalten und Höhlen, aber auch dem Inneren des Bergs selbst komponiert sie wiederum neue Soundscapes, die man als akustische Installationen erleben kann.


Christoph Szalay ...
... ist gebürtiger Grazer, aufgewachsen in der Obersteiermark. Vom Traum vom Weltmeister und Olympiasieger in der Nordischen Kombination fand er zur Kunst. Er studierte zunächst in Graz, später in Berlin, nur um wieder nach Graz und schließlich ins Ennstal zurückzukommen. Seine künstlerische Praxis umfasst transdisziplinäres Arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen und Kontexten. Aktuell liegt der Schwerpunkt in der Auseinandersetzung mit dem Ausdauersport sowohl als praktischer wie auch diskursiver Rahmen für ein Nachdenken über ein Handeln in Begriffen wie Empowerment, Nachhaltigkeit, Softness, Body Awareness und Landschaft. Im Rahmen von Signal am Dachstein liegt sein Fokus vor allem auf der Auseinandersetzung mit den Begriffen und Realitäten von Wohn- und Lebensraum im Ennstal, oder anders: Wem gehören und gelten diese Landschaften und das vermeintlich gute Leben am Land? Wie
lässt sich ein Leben gestalten und wie kann man sich dieses überhaupt leisten in einer Region zwischen Hypertourismus, Tradition, Zweitwohnsitzen und dem Versuch von Nachhaltigkeit?

 

Stefanie Weberhofer ...
... ist geboren in Schladming, lebt und arbeitet in Wien als Film- und Medienkünstlerin. Dennoch hat ihre Heimat sie thematisch nie losgelassen. Stefanie Weberhofer beschäftigt sich mit dem breitgefächerten Bereich des experimentellen, unabhängigen Hand-made-Films. Ihre Arbeiten werden im Kino sowie im Ausstellungskontext oder performativ aufgeführt. Im Rahmen von Signal am Dachstein konzentriert sich ihre Arbeit rund um die Super8-Kamera. In dokumentarischem, essayistischem bis experimentellem Stil widmet sie sich Themen der Region wie zum Beispiel dem Snow-Farming, Alpenkräutern, der Arbeit von in der Region tätigen Künstler*innen und Literat*innen. Die besondere Qualität der Super8-Kamera ist, dass sie durch ihre technischen Gegebenheiten auch immer den formalen Rahmen der Arbeiten bestimmt. Es steht also für jedes Thema eine Film-Kassette zur Verfügung – es entsteht eine Serie von Filmen über die Region, die sowohl individuell für sich stehen können, als auch gemeinsam ein umfassendes Bild der Region rund um den Dachstein zeigen.

Naturkundemuseum

Joanneumsviertel
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Di-So, Feiertag 10 - 18 Uhr


Rundgänge
Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung.

Studienzentrum Naturkunde
Weinzöttlstraße 16
8045 Graz, Österreich 
T +43-316/8017-9000
Termine auf Anfrage

Café OHO!
Di-Sa 10-24 Uhr

 

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