Ophrys-Blüten

Studien von Hildegard Könighofer

16.09.2014-11.01.2015 10:00-17:00


Ort: Leseraum der Dauerausstellung


Ophrys-Studien

Die Vielfalt von schwer unterscheidbaren Ragwurz-Arten aus dem Ophrys sphegodes- und Ophrys holoserica-Komplex im nordadriatischen Raum und die einhergehenden Schwierigkeiten bei der Bestimmung dieser Pflanzen waren Anlass für das Malen „eigener Bestimmungsbilder“. Das Potenzial dieser vergleichenden Darstellungen war überraschend und wurde Antriebsfeder für weitere Blütenporträts. Bis heute entstanden über 130 Illustrationen und ein Ende der seriellen Arbeit ist nicht absehbar.

 

Die porträtierten Ophrys-Blüten stammen aus zentral- und südeuropäischen Regionen: Istrien und Kvarner Bucht, Dalmatien, Steiermark, Burgenland, Rheinland, Korsika, Sardinien, Sizilien, Apulien und Friaul-Julisch Venetien.

 

Die Arbeiten werden mit Bleistift, Tusche, Aquarellfarbe und Farbstift ausgeführt, wobei die einzelnen Blüten im gleichen Größenverhältnis dargestellt sind. Kleine Strichzeichnungen zeigen dieselbe Blüte in Originalgröße, jeweils frontal und im Profil.

 

Die Gattung Ophrys aus der Familie der Orchideen

Die Ragwurz-Arten (Ophrys) zählen zur Familie der Orchidaceae und sind in Europa, in Nordafrika und im Nahen Osten beheimatet, vor allem rund um das Mittelmeer.

 

Ragwurz-Arten sind Sexualtäuschpflanzen, das heißt, ihre Blüten ahmen in Form, Farbe und Behaarung die Gestalt von weiblichen Bienen, Hummeln, Wespen oder Fliegen nach. Die Pflanzen blühen zur selben Zeit auf, zu der die Insekten-Männchen schlüpfen, die Weibchen hingegen erscheinen etwas später. Dabei versenden die Blüten sogar die gleichen Duftstoffe, mit denen die Weibchen ihre Männchen anlocken! Solcherart stimuliert, versuchen die Männchen mit der Orchideenblüte zu kopulieren. Dabei wird ein Pollenpaket am Insektenkörper befestigt, das beim Besuch einer anderen Blüte an deren Narbe gelangt. Nach erfolgter Bestäubung verändert sich der Blütenduft, um ein mehrmaliges Bestäuben von bereits besuchten Blüten zu verhindern.

 

 

„Wenn Hildegard Könighofer selbst ihre Arbeit als Handwerk,
in Unterscheidung zum Kunstwerk, verstanden wissen will,
soll dieser Haltung hier nicht strikt opponiert werden.
Bedenkt man immerhin, dass, einhergehend mit der Erweiterung
des Kunstbegriffes, allenfalls Analogien auch zu naturwissenschaftlichen
Disziplinen bestehen, so ist eine Ansicht als Kunstwerk
wohl nicht von der Hand zu weisen.“

(Wenzel Mraček, 2009)

 

Zur Person: Hildegard Könighofer

Geboren 1954 in Rettenegg, Steiermark (A)
Ausbildung an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Wien 
Seit 1980 freiberuflich tätig, lebt und arbeitet in Graz

 

Seit den frühen 1980er-Jahren malt die passionierte Naturliebhaberin und ausgebildete Grafikerin Pflanzen, Insekten und Mineralien. Publikationen und Ausstellungen ihrer realistischen Darstellungen von Mineralien im In- und Ausland haben ihr große Anerkennung gebracht.

 

In den 1990er-Jahren malte und zeichnete Hildegard Könighofer ihre im Blumenhandel gekauften Orchideen und vermerkte auf den Illustrationen über die Jahre hinweg Blühdaten, Pflegemaßnahmen und manchmal auch den Grund des Absterbens der Pflanzen – auf diese Weise entstand eine Art Tagebuch, eine Mappe mit 90 Blättern.

 

Ab 2005 fertigte sie Strichzeichnungen für die „Flora von Istrien“ an und zeichnete die dort vorkommenden Arten der Gattungen Schafgarbe (Achillea), Osterluzei (Aristolochia), Haselwurz (Asarum), Tausendguldenkraut (Centaurium) und Wiesenraute (Thalictrum). Damals begann sie auch die Serie mit Blütenporträts von Ragwurz-Arten (Ophrys) aus zentral- und südeuropäischen Regionen.

 

2010 erschien ein Buch mit rund 170 ihrer mineralogischen Arbeiten und mit Beiträgen international renommierter Sammler/innen und Kustoden: „Mineralienbilder von / The Mineral Art of / Hildegard Könighofer“. Im Herbst 2010 nahm sie an der „13th International Exhibition of Botanical Art and Illustration“ am Hunt Institute in Pittsburgh teil.

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