Ulrichskreuz, 17. Jh.

sog. Ulrichskreuz, Silber, graviert, süddeutsch (?), KHS, Inv.-Nr. 10861, Foto: UMJ/V. Delic

Die Raubzüge der Ungarn bildeten bis zur Landnahme und Christianisierung um 1000 eine der großen Heimsuchungen für das Europa des frühen Mittelalters. Erst der hier dargestellte, entscheidende Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn im Jahre 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg setzte diesen Schrecken ein Ende. Ein maßgeblicher moralischer Anteil daran wurde dem 995 heiliggesprochenen Bischof Ulrich von Augsburg zugeschrieben. Er ist dank seiner Mitra in der Mitte der Schlachtszene zu erkennen. Angesichts der osmanischen Expansion im 16. und 17. Jh. gewann die Ulrichsverehrung erneut an Aktualität. Die über beide Seiten des Kreuzes verteilte lateinische Inschrift „CRUX VICTORIALIS“ „S.UDALRICI“ (= siegreiches Kreuz des hl. Ulrich) erinnert daran, dass dieser Konflikt als Glaubenskrieg gesehen und in die Nachfolge der mittelalterlichen Kreuzzüge gestellt wurde.

 

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