Sog. Báthorywagen, um 1590

Wagen für Zsigmond Bárthory, Holz, Leder, Samt. Siebenbürgen, um 1590, KHS, Inv.-Nr. 01731, Foto: UMJ/ N. Lackner

Für den Wagenbau der Frühen Neuzeit, der nur anhand relativ weniger Originalobjekte zu dokumentieren ist, stellt der Grazer Wagen ein besonders kostbares Denkmal dar. Es spiegelt den Repräsentationsanspruch der Spätrenaissance ebenso wider wie den auch für höhere Stände recht rudimentären Reisekomfort. Gefertigt wurde der Wagen Ende des 16. Jahrhunderts für Maria Christierna, Tochter des 1590 verstorbenen Erzherzogs Karl II. von Innerösterreich. Auf Betreiben Kaiser Rudolfs II. hatte sie am 6. August 1595 Zsigmond Báthory von Siebenbürgen geehelicht. Wie für die habsburgische Machtpolitik typisch, war auch diese Heirat ein politisches Instrument: Sie sollte dazu beitragen, dem Kaiserhaus die Gefolgschaft eines neuralgisch gelegenen, weil an das Osmanische Reich grenzenden Gebiets zu sichern. Zsigmond erwies sich jedoch als eine denkbar unglückliche Wahl, versagte er doch als Ehemann und Garant für eine sichere Erbfolge wie auch als Regent. Den 1599 als Ersatz vorgesehenen Cousin András lehnte die Braut ab, nahm aber für die Heimreise nach Graz dessen „schöne Equipage" in Anspruch. Mit Sicherheit handelt es sich dabei um den Grazer Wagen, den das Wappen der Báthory schmückt.

 

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