Schleifkanne, 1900

Schleifkanne, Zinn, Messing, Entwurf: Karl Lacher, Ausführung: Raimund Anton Zamponi, Graz, 1900, KHS, Inv.-Nr. 12487, Foto: UMJ/N. Lackner

Sog. Schleifkannen spielten in den Trinkritualen des vorindustriellen Zunftlebens, so beim „Gesellen-Schleifen“ (Lossprechen), eine wichtige Rolle. Dieses Brauchtum wurde zum Zweck korporativer Selbstvergewisserung gepflegt. Große Kannen für den Weinausschank waren dafür unerlässlich.

Das Industriezeitalter sah in ihnen bereits kulturgeschichtliche Denkmäler. Als Zeugen regionaler Vergangenheit wurden sie systematisch gesammelt und dienten als Vorbild für ein erneuertes, heimischen Traditionen folgendes Kunsthandwerk. Einen solchen historisierenden Entwurf lieferte auch Karl Lacher (1850-1908), Begründer und erster Direktor des „Culturhistorischen und Kunstgewerbemuseums“ in Graz.

Ausgeführt wurde der Entwurf von dem Grazer Zinngießer Raimund Anton Zamponi. Die nur als Schaugefäß bestimmte Kanne sollte das steirische Kunsthandwerk auf der Pariser Weltausstellung 1900 repräsentieren. Auf dem Deckel hält ein steirischer Panther einen Wappenschild mit einem tanzenden Bauernpaar, angelehnt an Bildideen des steirischen Malers Johann Lederwasch (1755-1827).

Museum für Geschichte

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Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr



Das Museum für Geschichte hat am Montag 25. Juni 2018 von 10.30 bis 12.30 Uhr im Rahmen der Ausstellungseröffnung Im Zeitalter der Extreme. Demokratie im Widerstreit mit Diktaturen 1918/2018 ausnahmsweise geöffnet. 

 

24. bis 25. Dezember