Friedensmedaille, 1763

Medaille auf den Frieden von Hubertusberg, Eisen, Johann Leonhard Öxlein, Nürnberg 1763, Avers (Schlossansicht), KHS, Inv.-Nr. 06423, Foto: UMJ

Am 15. Februar 1763 endete mit dem Frieden von Hubertusburg der Siebenjährige Krieg zwischen Friedrich II. von Preußen und Maria Theresia bzw. ihrem sächsischen Verbündeten. Damit fand ein für beide Seiten ebenso kräftezehrender wie verlustreicher Kampf um die Vorherrschaft in Mitteleuropa seinen vorläufigen Abschluss. Die Folgen wogen schwer, vor allem Preußen und Sachsen hatten schwere Verwüstungen erlitten. 

 

Aus diesem Anlass schuf der Nürnberger Bildhauer Johann Leonhard Öxlein (1715-1787) eine Medaille, die den Ort des Friedensschlusses zeigt: das kursächsische Schloss Hubertusburg. Die ausgedehnte Anlage, eines der größten Jagdschlösser Europas, war 1761 von den Truppen Friedrichs II. geplündert worden, eine bewusste Repressalie des Preußenkönigs. Seit 2007 gehört das heute museal genutzte Schloss zum europäischen Netzwerk „Friedensorte – Places of Peace“.

 

Die Vorderseite der Medaille (“Avers“) zeigt die Hauptfront von Schloss Hubertusburg. Fama, die Verkörperung des Ruhmes, verkündet den eben geschlossenen Frieden: „NUNCIA PACIS“ (= „Verkünderin des Friedens“). Auf der Rückseite („Revers“) ist die Göttin des Ackerbaus mit Zepter und Getreideähre zu erkennen. Zusammen mit einem pflügenden Bauern im Hintergrund bezeugen die Inschriften die wiedergewonnene wirtschaftliche Existenzgrundlage „IAM REDIRE AUDET“ (= „schon wagt sie zurückzukommen“) bzw. den wiedererlangten Frieden: “GERMANIA PACATA“ (= Deutschland ist befriedet“). Zum Ausdruck kommt diese große Erleichterung auch in der seinerzeit berühmten Ballade „Lenore“ von Gottfried August Bürger (1774): “Der König und die Kaiserin,/ Des langen Haders müde,/ Erweichten ihren harten Sinn/ Und machten endlich Friede.“

 

Die tiefen Wunden, die der Krieg geschlagen hatte, zwangen allgemein zu größter Anstrengung. Die rastlosen Bemühungen des „Alten Fritzen“ waren bald ebenso legendär wie sein Kriegsruhm. Aber auch der „Rétablissement“ genannte Wiederaufstieg Sachsens gelang in kurzer Zeit, sowohl auf wirtschaftlichem als auch kulturellem Gebiet.

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