Fayencegruppe, 17. Jh.

Herkules und die Hydra, Fayence, Italien (?), 17. Jh., KHS, Inv.-Nr. 11449, Foto: UMJ/ A. Volk

Die Erlegung der Hydra in den lernäischen Sümpfen zählt zu den bekanntesten jener 12 Arbeiten, die dem Halbgott Herkules von König Eurystheus als zweite Probe nach dem Sieg über den nemeischen Löwen auferlegt worden war. Das besonders schreckenerregende Untier, auch „lernäische Schlange“ genannt, besaß neun Köpfe, die auch nach den Keulenschlägen des Herkules immer wieder nachwuchsen. Der unbekannte Keramiker hat den dramatischen Kampf auf eine Szene reduziert, indem er allein den tödlichen Schlag schildert, den der Heros gegen das gekrönte, weil unsterbliche Haupt führt. Auch weist die Hydra nur fünf statt neun Köpfe auf.

Nicht dargestellt wird die entscheidende Hilfestellung durch den Gefährten Iolaos, der jeden Halsstumpf mit einer Fackel ausbrannte und so das Nachwachsen verhinderte. Ebenso wenig wird das vergebliche Eingreifen des von Hera gesandten Riesenkrebses Karkinos geschildert, der den Helden in die Ferse biss. Über seine mythologische Bedeutung hinaus galt Herkules in der frühen Neuzeit als selbstloser Tugendheld, der im Kampf gegen das Böse jede Mühsal auf sich nahm. Somit konnte er auch für die christliche Tradition vereinnahmt werden.

Zudem erinnerte die Darstellung der Hydra als geflügelter Drache an eine der populärsten Figuren des christlichen Heiligenkalenders, den hl. Georg. Hier wird die ebenso detailreiche wie pittoreske Gruppe mit einer praktischen Funktion verknüpft: Der Sockel ist als Tintenzeug ausgebildet. Das Eintauchen der Feder in die Tinte hat vermutlich an eine Begebenheit kurz nach der Erlegung des Untiers erinnert: Herkules tauchte seine Pfeile anschließend in das giftige Blut der Hydra, um sie zu unfehlbaren Waffen werden zu lassen. 

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