„Manfred Nisslmüller: adrem SCHMUCK vehikel“

09.10.-07.11.2004



Für Manfred Nisslmüller ist Schmuck Gegenstand von Untersuchungen und Anlass zu Überlegungen, nicht bloß ein zu formendes Objekt. Die analytische Arbeitsweise Nisslmüllers kann dazu führen, dass sein Schmuck den Objektcharakter verliert und nicht mehr tragbar wird.

 

Was ist Schmuck? Manfred Nisslmüller geht von einem philosophischen Ansatz aus, stellt Schmuck zunächst in Frage, um dann ein gedankliches Schlupfloch auszunützen und doch wieder Schmuck von großer Eindringlichkeit und hohem Ausdrucksvermögen herzustellen. Laut Manfred Nisslmüller kann auch eine Irritation Schmuck sein – „Störung ist Schmuck“. So sieht er z.B. auch in der Darstellung des Heiligen Sebastian, dessen Leib von Pfeilen durchbohrt ist, eine Schmuckarbeit und eine radikale Verbindung oder Durchdringung von Körper, Objekt und Schönheit. Die dekonstruktive Herangehensweise des Künstlers führt zu überraschenden Lösungen und lässt oft unkonventionelle Schmuckarbeiten entstehen.

 

Thema der Ausstellung „adrem SCHMUCK vehikel“ ist das Schmuckstück, das „Vehikel“ für konventionelles Schmücken. Was Schmuckobjekte angeht, so gibt es für Manfred Nisslmüller das Wissen, dass jedes Schmuckstück „schmückt“ – also bedingungslos funktioniert. Angesichts dieser Stabilität oder auch Tragik scheint in seinen Arbeiten oft eine Ironie durch. Anonyme Schmuckstücke – ob edel oder unedel, als Ganzes oder als Schrott –, sind oft der materielle Teil neuer Schmuckvehikel, die neben wenigen frühen Arbeiten zu sehen sind. Texte bilden einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung: Sie spannen einen Bogen von banalen Beobachtungen bis zu grundsätzlichen Überlegungen zu Schmuck und erzählen von möglichen Handlungen mit Schmuckvehikeln.

Manfred Nisslmüller wurde 1940 in Wien geboren. 1958 Goldschmiedgeselle. Bald danach Auseinandersetzung mit der Bildenden Kunst. 1967 erste eigene Schmuckarbeiten. 1970 Beginn der Ausstellungstätigkeiten in beiden Bereichen. Seit 1985 ist Schmuck das vorrangige Thema Manfred Nisslmüllers.

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