Was ist Menschen heilig?

Was ist ihr Recht, was ihre Pflicht? Und wo wird das sichtbar? Auf einer Spurensuche nach Bedingungen und Möglichkeiten von Übereinkunft, nach Zeichen und Orten des menschlichen Zusammenlebens öffnet die Künstlerin und Architektin Azra Akšamija im Kunsthaus Graz Schutzräume verschiedener Art. Von identitätsstiftender Kleidung im Heute und Morgen über ein individualisierbares Schutzzelt für Geflohene bis hin zum gemeinsamen Er- und Verarbeiten recycelter Textilien reichen die Arbeiten, die das Publikum in Sanctuary ("Heiligtum", "Schutzort") an vielen Stellen beteiligen.

Die Ausstellung erforscht den Begriff des "sicheren Hafens" und richtet den Blick auf soziale, ethische und ökologische Nachhaltigkeit. Sie stellt Fragen an die Konsumwirtschaft, an der wir teilnehmen und in der wir leben. Sie gibt uns Instrumente in die Hand, mit denen man durch unvoreingenommenes Umwidmen und produktives Aneignen selbst aktiv werden kann. Die für den Kuppelraum zusammengestellte Einzelausstellung widmet sich dabei auch dem Museum selbst, das als geschützter Rahmen und als im Echoraum der Klima- und Migrationskrisen ankernder Verhandlungsort stets in Bewegung ist.

Schwerpunkte der Ausstellung

Schützende Zeichen & Rituale

Was tun wir, wenn wir ehrwürdige Orte (engl. Sanctuaries) betreten? Im privaten Raum, aber auch im spirituellen Gemeinschaftsraum sind wir besonders achtsam. Wir bringen keinen Schmutz hinein und verhalten uns nach bestimmten Regeln und Ritualen. Sie sind der Code für Zugehörigkeit und Respekt. Sie geben Sicherheit und Halt. Wie ist das im Museum?

Im Akšamijas Ausstellungsraum finden wir Muster und Zeichen, die Rituale für unterschiedliche Kontexte sein könnten. Die mehrteiligen Blumenteppiche können für das Ritual des muslimischen Gebets verwendet werden oder einfach nur für die Herstellung von Hausschuhen. Wie die Rosettenfenster der Glasterrasse „gehören“ sie nicht nur einer Religion. Die Blumenmuster laden allgemein in den geschützten Raum der Ausstellung ein. Jeder darf ihn betreten und dort verweilen.

Halten Sie kurz inne, ziehen Sie Ihre Schuhe aus und begeben Sie sich auf die Installation aus Blumenmustern!

Übrigens: Was macht ein Ritual aus? Ist es die Wiederholung einer bestimmten Handlung oder muss es etwas Besonderes sein?

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Schutzhülle: Architektur

Der menschliche Körper braucht Schutz vor äußeren Gefahren, vor Wetter, Temperaturen oder Sonneneinstrahlung. Auch Architekturen bieten das. Das schützende Haus kann ein Zelt sein, ein Haus oder ein Palast. Azra Akšamija entwickelt in ihren Projekten minimale Architekturen zur Bewältigung von Krisensituationen. Sie nutzt dafür vorhandene Materialien um und berücksichtigt individuelle Bedürfnisse. So findet sie gemeinsam mit den Menschen in Flüchtlingscamps Gestaltungselemente, die auch inmitten des Mangels Identität und Geborgenheit ausstrahlen.

Hitze und Kälte wird mit Schichten aus Alttextilien begegnet, dem Mangel an Individualität mit selbstgestalteten Mustern.

Bitte ziehen Sie Ihre Schuhe aus und treten Sie ein!

Stellen Sie sich ein Zelt vor in dem sie leben müssen.  Welche Elemente würden Ihrem Wohlbefinden helfen?

Schutzhülle: Kleidung

Wer bin ich, was macht mich aus? Wer und was gehört zu mir? Die Identität eines Menschen ist die Summe seiner Eigenschaften, Erfahrungen und Prägungen. Sie wird in sozialen Beziehungen immer wieder neu ausgehandelt und zeigt sich insbesondere in der Kleidung.

Kleidung ist Ausdruck von Individualität und Gruppenzugehörigkeit. Gleichzeitig erzählt sie von den komplexen ökonomischen, ökologischen, kulturellen und sozialen Zusammenhängen, die unsere Welt bestimmen. Akšamijas Kleidung verwendet Elemente aus verschiedenen Kulturen und denkt sie in einem ständigen Prozess der Veränderung neu. Der Webstuhl aus zerschnittenen Altkleidern, der sich durch die Ausstellung zieht, kann als Symbol einer globalen Verbundenheit verstanden werden. Die Produktion von Textilien, aber auch das Recycling von Kleidung findet hauptsächlich im globalen Süden für den globalen Norden statt.  Er steht auch für die individuellen Stimmen, die sich zu einer gemeinsamen Geschichte verweben.

Jedes Stück Stoff steht für eine persönliche Erzählung. Vielleicht verweben auch Sie eines?  

Schützende Zusammenarbeit

Azra Akšamija arbeitet grundsätzlich zusammen: etwa mit Studierenden, Geflüchteten oder Institutionen. Der Tisch im Zentrum des Ausstellungsraumes verrät uns vieles über ihre Arbeitsweise des wechselseitigen Lernens und Verbindens. Er ist ein Ort, der Ruhe und Rückzug bieten kann, aber auch Austausch ermöglicht. Kontemplation ist hier ebenso möglich wie Neues voneinander zu lernen.

Der Tisch ist im Kleinen, was das Museum im Großen sein kann: ein Ort des Austausches und der selbstbestimmten Teilhabe. Er schafft einen Raum, in dem sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Weltanschauungen auf Augenhöge begegnen können. Immer wieder finden hier Workshops und Gespräche statt, die zur aktiven Teilnahme und zum Austausch einladen.

Probieren Sie verschiedene Techniken aus, die auch in den Kunstwerken eingesetzt wurden!

Jeden Sonntag zwischen 15:30 und 17 Uhr laden wir dazu in offenen Workshops ein.

Schutz der Lebensgrundlagen: Ressourcen

Jedes Jahr produzieren Menschen Unmengen an Müll, der die ganze Welt – und vor allem den globalen Süden – verschmutzt. Die ökologischen und sozialen Folgen unseres Konsumverhaltens sind in einer von Fast Fashion geprägten Welt verheerend. Aber ist das alles nur Müll?

Vieles ist noch brauchbar und sollte angesichts schwindender Ressourcen wieder- oder weiterverwendet werden. Azra Akšamija legt großen Wert auf eine angemessene Wiederverwertung von Gegenständen und Materialien. Sie arbeitet oft mit Second-Hand-Textilien und visioniert daraus Neues. Für die Neuproduktionen der Ausstellung arbeitete sie hier mit lokalen Unternehmen wie der Caritas zusammen, die sich für soziale Belange einsetzen und Arbeit geben.

Was bedeutet die Produktion einer Jeans für die Umwelt, wenn allein für ihre Herstellung rund 8000 Liter Wasser verbraucht werden? Und wer zahlt den Preis für unsere Kleidung?

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Werke in der Ausstellung

Glashelm, 2021

Glas aus Murano, 15 x 22 x 28 cm

Als Symbol für den Schutz der Arbeiter*innen im Baugewerbe stellt der Helm einen Zufluchtsort dar, an dem ihre Rechte gewahrt werden und ihr Wohlergehen im Vordergrund steht. Die Verletzlichkeit dieser Rechte spiegelt sich in der Zerbrechlichkeit des Glasmaterials wider. Die blaue Farbe des Helms erinnert auch an die Blauhelme der Vereinten Nationen und symbolisiert die Bedeutung der internationalen Friedensbemühungen und den Schutz globaler Stabilität. Der Helm steht für den Aufruf zur Schaffung eines inklusiven, unterstützenden Umfelds, das allen ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit angesichts der globalen Herausforderungen vermittelt.

Der Glashelm ist eine Komponente von Silk Road Works (2021).

Projektbeteiligte

Flocking, 2024

Filz, variable Abmessungen

Flocking (dt. in Scharen) ist eine vielseitige Installation, die den Ausstellungsraum zum kulturellen Zufluchtsort erklärt. Sie lädt ein, sich einmal anders durch den Museumsraum zu bewegen. Inspiriert von den geometrischen Motiven der islamischen Kunst, besteht das Werk aus modularen Filzkomponenten. Diese können zu einem Teppich oder tragbaren Hausschuhen angeordnet werden und sowohl religiöse als auch weltliche Funktionen erfüllen. Die Besucher*innen sind eingeladen, ihre Schuhe auszuziehen und die Hausschuhe zu tragen. Flocking macht das Betreten eines besonderen, ehrwürdigen Raumes und dafür geschaffene Rituale erfahrbar. Die Arbeit erforscht die Idee eines Zufluchtsorts als einen Raum der Zugehörigkeit, Teilhabe und (inneren) Einkehr. Gleichzeitig hebt sie die Bedeutung nachhaltiger Materialien und lokaler Handwerkskunst hervor.

Die Hausschuhe können während der Ausstellung vom Publikum mit Bommeln verziert werden, die von CARITAS hergestellt wurden.

Projektbeteiligte

Coring, 2024

Gebrauchte T-Shirts, Holzkonstruktion, 1,2 x 1,2 x 6m

Coring (dt. Kernbohrung) ist eine Textilkunstinstallation, die die globale Konsumwirtschaft und ihre Auswirkungen auf unseren Planeten kritisiert. Durch die gestapelten T-Shirts, die Bohrkernproben ähneln, untersucht das Projekt die Rolle der Textilindustrie, die eine der lukrativsten und umweltschädlichsten Industrien der heutigen Zeit ist. Über 80 Milliarden Quadratmeter überschüssige Kleidungsstücke landen jährlich auf Mülldeponien und werden durch Verbrennung vernichtet. Die Installation beleuchtet das Phänomen der Fast Fashion und die parallele Wirtschaft der Bestandsvernichtung, die zur Preiskontrolle eingesetzt wird, wenn die Nachfrage nicht erfüllt wird. Der Begriff "Coring" wird hier sowohl als Medium als auch als Rahmen verwendet, um den kulturellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Fußabdruck von Kleidung zu untersuchen. Das Projekt betont die Wichtigkeit der Erhaltung der Erde als Zufluchtsort für alle.

Projektbeteiligte

Hallucinating Traditions, 2024

5-Kanal-Digitalanimation, 3 Min. 30 Sek.

Hallucinating Traditions (Halluzinierende Traditionen) erforscht Schnittstellen von KI, Mode und kultureller Identität. Die Arbeit zeigt animierte Porträts der Künstlerin selbst, die spekulative Kopfbedeckungen trägt. Akšamija programmierte dafür eine fortschrittliche KI-Software mithilfe eines vielfältigen Datensatzes von beispielsweise historischen Kostümreferenzen. Dadurch entstehen morphende Porträts, die Elemente aus verschiedenen Traditionen und Epochen miteinander verbinden. Die fließenden Übergänge fordern die Betrachter*innen heraus, ihre Vorstellungen von Identität und Tradition zu überdenken. Das Projekt ist eine Meditation über die Rolle von Technologie bei der Gestaltung unseres Selbstverständnisses und kulturellen Ausdrucks. Die Porträts fungieren als "kulturelle Prototypen" und laden dazu ein, über wandelnde Ideale, Werte und Ästhetiken nachzudenken, die unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft definieren.

Projektbeteiligte

Bishty, 2024

Tragbare Architektur, recycelter Filz, variable Größe

Inspiriert vom nomadischen Bisht-Umhang im arabischsprachigen Raum ist Bishty ein modulares Textilsystem, das für eine aktuelle Klimaresilienz steht. Es greift auf das kollektive Wissen nomadischer Gesellschaften und Flüchtlingsgemeinschaften zurück. Die tragbaren Bishty-Umhänge nehmen die schützende Funktion des traditionellen Bisht auf und verbinden nomadisches Architekturwissen mit anpassungsfähigem Design. Der Filzstoff, der aus Abfallmaterialien hergestellt wird, hat optimierte, klimabeständige Wärmeeigenschaften. Die textilen Elemente können zudem zu einer größeren Überdachung zusammengesetzt werden, wodurch Beschattung und soziale Räume entstehen.

Bishty zeigt auf, wie natürliche, künstliche und kollektive Formen der Intelligenz zusammenwirken können, um der Klimakrise und damit verbundenen Problemen wie Konflikten, Vertreibung und Umweltheilung zu begegnen.

Projektbeteiligte

Spectacles of the Sacred, 2024

Installation, Anaglyphkartonbrillen, variable Größe

Diese Installation verwandelt alltägliche 3D-Brillen zu Fensterornamenten, die an sakrale Glasfenster erinnern. Durch das Zusammenspiel der roten und blauen Gläser greift die Arbeit Traditionen gotischer und islamischer Buntglasfenster auf. Spectacles of the Sacred lädt Besucher*innen ein, ihre Erfahrung des Gewöhnlichen zu überdenken und Heiliges auch an unerwarteten Orten wahrzunehmen. Sie stellt Fragen zu Spiritualität, zum Konsum und der Rolle der Kunst bei der Gestaltung unseres Weltverständnisses.

Zudem nimmt die arbeit Bezug auf das Buch Die Gesellschaft des Spektakels des französischen Philosophen Guy Debord und lädt dazu ein, weniger die Oberflächen zu feiern, sondern sich mit Fragen von Spiritualität, Konsumverhalten und der Rolle der Kunst für das Leben auseinanderzusetzen.

Spectacles of the Sacred entstand im Auftrag des Kunsthauses Graz für die Ausstellung Sanctuary.

Projektbeteiligte

T-Serai, 2019

Zelt aus Second-Hand-Textilien und Kleiderspenden, Maße B 286 x L 880 x H 470 cm, kollaborative Forschung und partizipative Textilwerkstätten, Fotografien, Gedicht

T-Serai ist ein Modell zur partizipativen Erstellung von modularen Wandteppichen. Der Werktitel leitet sich vom Begriff T-Shelter und dem arabischen Wort Serail ab. Als T-Shelter werden die standardisierten Zeltunterkünfte der UNHCR für Geflüchtete bezeichnet. Serail bedeutet übersetzt Palast oder Residenz. Für die Wandteppiche werden recycelte Textilien gemeinschaftlich zu individualisierbaren Schutzelementen verarbeitet. Das Projekt steht für eine sensibilisierte humanitäre Hilfe, die die gelebte Kultur von Geflüchteten erhält sowie Selbstausdruck und Selbstbestimmung unterstützt.

Das ausgestellte Zelt wurde vom MIT Future Heritage Lab für Wanderausstellungen hergestellt. Es ist inspiriert von den Textilgeschichten der MENA-Region (Nahost und Nordafrika).

Das Projekt hat eine wichtige partizipative Dimension: Teilnehmende können in Workshops ihre persönliche Geschichte in Form von Textilmotiven festhalten und austauschen. An den Workshops haben sich diverse Gruppen beteiligt, von syrischen Geflüchteten in Jordanien bis hin zu Studierenden in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Europa. Die grenzüberschreitenden Kooperationen fördern einen multidirektionalen Wissensaustausch zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe.

Projektbeteiligte

Silk Road Works, 2021

Installation, Textilien, Muranoglas, Ledergeschirre, 300 x 500 x 450 cm

Silk Road Works verbindet tragbare textile und architektonische Elemente, um Themen von Migration, Arbeit und Identitätspolitik entlang der historischen und zeitgenössischen Seidenstraße zu erforschen. In drei Perspektiven geht die Installation der Frage nach: „Wie werden wir zusammenleben?“

Die Muster auf den Außenseiten der Sicherheitswesten greifen auf Vorbilder in der venezianischen Architektur zurück. Damit stehen sie für das historische Venedig, einem Zentrum des transkulturellen Austauschs und Handels.

In einer weiteren Perspektive befasst sich die Installation mit aktuellen Themen wie der Neuen Seidenstraße-Initiative. Arbeiter*innen sind in diesem Großprojekt Zwangsarbeit und Ausbeutung ausgesetzt: der Handel steht über ihren Arbeitsrechten. In der Haltung der Figuren können unterschiedliche Eindrücke herausgelesen werden: sie können für Verhaftung, Zusammenhalt oder Gebet stehen.

Die dritte Sicht vereint historische und zeitgenössische Dimensionen der Migration. Die Innenseiten der Westen erinnern an Gebetsteppiche. Es ist möglich, sie in eine tragbare Moschee zu verwandeln, die überall hin mitgenommen werden kann, und statische Identitäten in Frage stellt sowie kulturelle Mobilität fördert.

In der gesamten Installation verwendet die Künstlerin Seidenstoffe. Auch Seide wird unter unwürdigen Umständen exportiert und steht symbolisch für diese Kette der Ausbeutung.

Projektbeteiligte

Sanctuary Looms, 2020

Installation, zerschnittene Baumwoll-T-Shirts und Stahlstangen, variable Größe

In Sanctuary Looms wird das Verweben zur Metapher. Die Arbeit folgt dem Kreislauf eines Baumwoll-T-Shirts: seinem Material, seiner technologischen Geschichte, dem Umwelteinfluss und den sozialen Auswirkungen. Eine Ebene untersucht die ökologische Belastung der T-Shirt-Produktion. Eine weitere weist auf die problematische Produktionsgeschichte hin: Sie reicht von Versklavung und Ausbeutung bis hin zur modernen Industrialisierung des Baumwollanbaus. Darüber hinaus zeigt die Arbeit auf, welcher Kontrast zwischen der globalen Zirkulation von Waren und der eingeschränkten Mobilität von Menschen besteht.

Sanctuary Looms besteht aus zerrissenen und verknoteten T-Shirts. Die Elemente, die so entstehen, bieten Schutz und Geborgenheit, sprechen aber gleichzeitig die systemischen Herausforderungen der globalen Textilproduktion an.

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Palimpsest of '89, 2017

Installation, Einzelkanal-Animation, 20 Min.

Palimpsest of '89 ist eine digitale Animation, die erforscht, wie die kulturellen und religiösen Institutionen Sarajevos das gemeinsame Erbe von Bosnien-Herzegowina geprägt haben. Die Arbeit zeigt, wie die Geschichte der Region durch diese Institutionen und ihre Lesart geschrieben und umgeschrieben wurde.

Die Teppichmuster zeigen die historische Entwicklung dieses Erbes: von der Vor-Osmanischen Zeit bis zur Ära nach dem Dayton Friedensabkommen, das 1995 den Krieg in Bosnien und Herzegowina beendete. Im Verlauf der Animation werden dem Teppich immer mehr Symbole hinzugefügt.

Projektbeteiligte

Dirndlmoschee, 2005

Tragbare Architektur, Textilien, variable Größe

Die Dirndlmoschee ist ein traditionelles österreichisches Dirndlkleid, das sich in einen mobilen islamischen Gebetsraum verwandeln lässt.

Die Schürze des Kleides besteht aus wasserabweisendem Material und lässt sich zu drei miteinander verbundenen Gebetsteppichen entfalten. Das traditionelle Schultertuch öffnet sich zum Schleier, wobei die seidenen Verzierungen am Rand auf das darunter verborgene Haar verweisen.

Die Arbeit bezieht sich auf den christlichen spätgotischen Pacher-Altar, einen sogenannten Flügelaltar, dessen Seiten sich aufklappen lassen. Die Dirndlmoschee stellt Identität und Tradition als dynamische Prozesse dar, die Veränderungen zulassen.

Projektbeteiligte