Yaruya

Der Bildhauer Samson Ogiamien zwischen afrikanischer Tradition und europäischer Realität

05.05.-02.06.2016 10:00-17:00


Eröffnung: 04. Mai 2016, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster
Kosten: Eintritt frei!

Ort: Space05

Reihe: Offenes Haus


Die Kultur seiner afrikanischen Heimat prägt das Werk des in Graz lebenden Künstlers Samson Ogiamien ebenso wie die europäische Moderne – er sieht seine Kunst als vermittelndes Element im Rahmen der Globalisierung. 2014 wurde ihm von der Stadt Graz der Kunstförderungspreis verliehen.

 

Die Arbeit des 1970 in Benin City (Nigeria) geborenen und in Graz lebenden Künstlers Samson Ogiamien ist von der Kultur seiner afrikanischen Heimat ebenso geprägt wie von der europäischen Tradition der Moderne. Seit der Zeit seiner Ausbildung, die er sowohl in Nigeria als auch in Österreich genoss, ist Ogiamien grundsätzlich dem Skulpturalen verpflichtet, wobei installatives sowie prozessorientiertes Arbeiten seinen Werkbegriff erweitert. Die thematischen Fragestellungen beziehen sich meist auf die postkoloniale Situation im Allgemeinen sowie auf die eigene Position im Speziellen – er sieht seine Kunst als vermittelndes Element im Rahmen der Globalisierung. 


Parallelen zwischen afrikanischen Traditionen und Formen einer westlichen Gegenwartskunst werden nicht zuletzt durch seine Handlungsweisen und die eingesetzten Materialien unterstrichen. Verfahrensweisen wie beispielsweise der Metallguss finden sich hier wie dort, sie entwachsen jedoch unterschiedlichen spirituellen und kulturellen Wurzeln, die der Künstler zu etwas Neuem verbindet.

 

Im Königreich Benin gibt es etwa die Tradition, den Verstorbenen eine Metallbüste zu widmen, um sie in Erinnerung zu behalten. Samson Ogiamien verbindet diese Praxis in seinem Projekt mit dem Wunsch, dass auch afrikanische Migrantinnen und Migranten, die in Österreich sterben, eine solche Büste bekommen sollen. Dazu hat er modellierte Köpfe von Afrikanern, die in den letzten Jahren in Graz gestorben sind, nach Benin City gebracht und sie dort gießen lassen. Der Metallguss ist in Benin City ein königliches Handwerk mit spiritueller Dimension. Ogiamiens Familie gehört dieser höheren Gesellschaftsschicht an. 

Samson Ogiamiens Kunst kann als Symbiose von scheinbar höchst unterschiedlichen Kulturen gesehen werden. Darin wird auch klar, dass sich die Kunst wohl nirgendwo und zu keiner Zeit ohne gegenseitige Beeinflussung und wechselseitigen Austausch entwickeln konnte.  

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
kunsthausgraz@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Führungen
Sa 15:30 Uhr, So & Feiertag 11 Uhr (DE), So 14 Uhr (EN), Abweichungen möglich. Weitere Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung

Architekturführungen
nur in ausstellungsfreien Zeiten, Di-So, Feiertag 11, 14 Uhr (So EN) und 15:30 Uhr (DE) oder auf Anfrage

Kunsthauscafé
Mo-Do 9-23 Uhr
Fr-Sa 9-1 Uhr
So 9-20 Uhr
T +43-316/714 957

 

31. Dezember
22. April 2019
10. Juni 2019

24. bis 25. Dezember
1. Jänner 2019 10 - 13 Uhr
5. März 2019
24. bis 25. Dezember 2019

Bereichernde Artikel zum Nachlesen im Museumsblog

Wir sind da! Teil 1

Wir sind da! Teil 2


Katalog
Yaruya. Der Bildhauer Samson Ogiamien zwischen afrikanischer Tradition und europäischer Realität