Joe Colombo

Design und die Erfindung der Zukunft

07.06.-31.08.2008


Kuratiert von: Mateo Kries, Ignazia Favata

Kuratorischer Vertreter La Triennale di Milano: Arturo Dell'Acqua Bellavitis
Eine Ausstellung des Vitra Design Museum und La Triennale di Milano in Zusammenarbeit mit dem Studio Joe Colombo, Mailand


In die Decke eingelassene Fernseher, schwenkbare Wände mit eingebauter Minibar, "nukleare Städte" unter der Erde – der italienische Designer Joe Colombo schuf Entwürfe, die auch aus einem James-Bond-Film seiner Zeit stammen könnten. Sie sind typisch für das Design der schrillen sechziger Jahre, beeindrucken aber zugleich durch Funktionalität und markante Formen.

 

Als einer der erfolgreichsten Gestalter seiner Zeit entwarf Colombo Designklassiker, darunter der Sessel "Elda", der Stuhl "Universale" oder die Leuchte "Alogena". 1971 starb Joe Colombo im Alter von 41 Jahren. Die Ausstellung Joe Colombo – Design und die Erfindung der Zukunft ist die erste internationale Retrospektive, mit der das Werk Colombos gewürdigt wird.

 

In enger Kooperation mit dem Studio Joe Colombo entstanden, das den Nachlass des Designers verwaltet, präsentiert die Ausstellung eine Fülle bislang noch nicht gezeigter Materialien zu Joe Colombos Schaffen. Darunter sind Prototypen, experimentelle Stücke, aber auch viele originale Handskizzen, Pläne, Broschüren, Architekturmodelle, mehrere Filme und Originalfotos. In vier Gruppen gegliedert, folgt die Ausstellung der rasanten Entwicklung von Colombos kurzer Karriere und vermittelt einen anschaulichen Eindruck von seiner großen Produktivität, die Zeitgenossen schon zu Colombos Lebzeiten faszinierte.

Gerade die vielen Fotos von Colombos eigenen Appartements, auf denen er selbst zu sehen ist, machen deutlich: Colombo war nicht nur einer der wichtigsten Designer seiner Zeit, sondern auch ein begnadeter Kommunikator und Selbstdarsteller. Stets elegant gekleidet und nie ohne seine Pfeife im Mund, lieferte Colombo zu seinen Entwürfen zugleich die passenden Bilder: die eines "Design-Dandys", der fasziniert von den Möglichkeiten neuer Technologien und der Verbesserung des menschlichen Alltags war. Selbst ein so einfaches Objekt wie die Pfeife wusste er maßgeblich zu verbessern, indem er den Boden abflachte, so dass man die Pfeife auf dem Tisch abstellen konnte, ohne dass sie umfiel. Colombo war eben beides – einer der großen Zukunftsvisionäre des 20. Jahrhunderts und zugleich ein Pragmatiker, für den die Zukunft bei den kleinen Dingen des Alltags begann.

 

Kunsthaus Graz

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