Katzenbaum: Oliver Hangl

Konversationsstücke

09.11.2021-09.01.2022


Eröffnung: 09.11.2021
Ort: Katzenbaum für die Kunst, Foyer

Über die Ausstellung

Der Performance- und Medienkünstler Oliver Hangl lässt zwei Gesprächspartner*innen parallel zum Meinungsaustausch gemeinsam einen Tonblock bearbeiten. Die Konversationsstücke sind als Serie konzipiert, bei der aus Tonmasse im Gespräch ein skulpturales Gemeinschaftswerk geformt wird. Das Vorgehen des Haltens und Sprechens, des Knetens und Zuhörens erinnert an Strategien respektvoller Kommunikations- und Sprechtechniken und verlangt höchste Konzentration. 

Gesellschaftlich und kulturpolitisch brisante Themen werden so zur Verhandlung gebracht und sprachlich sowie händisch bearbeitet. 

Den Auftakt zur Serie macht Hangl mit drei Gesprächen für das Kunsthaus Graz rund um kapitalistisches Wirtschaften: 

#1 Genug: Ausrasten mit Elisabeth Klatzer, Attac Österreich, und Barbi Markovic, Autorin (Studiogespräch, Wien, 13.11.)

#2 Sicher ist sicher mit Georg Markus Kainz, Datenschützer, und Franz Schuh, Philosoph, Schriftsteller (Studiogespräch Wien, 14.11.)

#3 Überfluss für alle mit Johanna Kandl, Künstlerin, und Dirk Raith, Soziologe, Wirtschaftsethiker (Live-Performance, Kunsthaus Graz, 26.11.)

Die drei Gespräche werden zur Abbildung eines Prozesses. Sie werden am Katzenbaum für die Kunst als Skulptur vor und nach der Bearbeitung und als Hörstücke präsent. Sie umkreisen das Themenfeld kapitalistischer Logiken und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft sowie deren (Selbst-)Wahrnehmung aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven.  

Traditionell ist ein Konversationsstück in der Genremalerei des 18. und 19. Jahrhunderts die Darstellung eines Fests, eines Zusammenkommens von Menschen im Tun oder einer Unterhaltung.  Auch im Theater des 19. und 20. Jahrhunderts bildet das Konversationsstück das Zusammenkommen im Dialog ab. Bürgerlich, geistreich und witzig, schwebt es aber immer in der Gefahr, bloße Konvention zu bleiben. 

Für das Publikum stellt sich in der Gegenüberstellung der tönernen Konversationsstücke und ihrer dazu hörbaren Streitgespräche einerseits die Frage, inwieweit Haltungen, Meinungen und Auseinandersetzung am gemeinsam geformten Objekt sichtbar und ablesbar werden. Wie also wirkt sich das Sprechen und Denken auf unser Tun aus? 

Gleichzeitig beleuchtet Hangl in seiner mehrschichtigen Arbeit einmal mehr den Prozess des kooperativen Schaffens an sich. Ebenso schonungslos wie subversiv, sind die Konversationsstücke geradezu naive Versuche des Festhaltens und Beweisens einer kreativen Kraft von Auseinandersetzungen. 

Denn gemeinsames Schaffen in der respektvoll vorgetragenen Meinungsverschiedenheit ist produktiv, oder? 

Über den Künstler Expand Box

Oliver Hangl, geb. in Grieskirchen, Österreich.

Performance-, Medienkünstler, Kurator, Stadtarbeiter, Urbanist.
Studium: Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Italienisch an der Uni Wien.
Schläft und arbeitet in Wien.
 

Unsichere Interventionen im öffentlichen Raum. Realität als unkontrollierbares Handlungsfeld. Stadt als Prozess: Oliver Hangl, der seine Karriere 1993 als Bühnenbild-Assistent und Schauspieler (u.a. „Robin“ in „Phettbergs Nette Leit Show“) startete, bewegt sich in seinen Arbeiten meist unter freiem Himmel. Sie markieren eine konsequente Auseinandersetzung zwischen Mensch und Raum. Wo beginnen physische, wo psychische Realitäten? Welche Formen der Wahrnehmung koppeln sich zu einem Bild, zu einem Verständnis von Realität? Wenn Hangl in physischen, soziologischen, politischen, sozialen und auch fiktionalen Räumen (inter)agiert, gilt sein Fokus der spielerischen, teils prozesshaften Verhandlung von Raum und Zwischenraum. Dafür inszeniert er meist (halb-)öffentliche Settings: Parks, Einkaufsstraßen, Shopping Center, aber auch ungewöhnliche Orte wie Baustellen, Brücken, Tunnel, Tankstellen und Hinterhöfe werden zu prototypischen Frei- und Experimentalräumen, die es selbst auch aktiv zu nutzen gilt.

Zahlreiche orts- und kontextspezifische, oft auch partizipatorische Projektrealisierungen, die nicht an ein Medium gebunden sind. Meist in Bewegung, sind dabei Kunst-Produzent und Rezipient*innen zugleich auch physisch gefordert.

Seit 1999 Lehrtätigkeit an verschiedenen Kunstuniversitäten.
Seit 2008 leitet er den Projektraum k48 – Offensive für zeitgenössische Wahrnehmung in Wien.
Seit 2010 Gründer und künstlerischer Leiter des WIENER BESCHWERDECHOR.
 

www.oliverhangl.com

 

Aus dem Programm

Fr 26.11.

18:00-20:00

Konversationsstücke: Überfluss für alle. Mit Johanna Kandl und Dirk Raith

Veranstaltung, Diskussion, Performance> Kunsthaus Graz

Veranstaltung, Diskussion, Performance

> Kunsthaus Graz

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Katzenbaum für die Kunst



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