13. März 2016 / Christina Cresnik

Die Bewahrung von Medienschätzen in den Multimedialen Sammlungen Teil 2

Konservieren & Restaurieren | Museum für Geschichte

Museen, Archive und andere Gedächtnisinstitutionen beschäftigt heutzutage eine besondere Aufgabe: das Erheben, Restaurieren und Bewahren von audiovisuellen Zeugnissen der Kulturgeschichte. Die Fachleute der Multimedialen Sammlungen des Universalmuseums Joanneum wirken in einer der wichtigsten Anlaufstellen in der Steiermark, was diese Herausforderung betrifft.

Probenentnahme an einem 35mm Film für den Diphenylamintest zum Nachweis von Nitrocellulose (Foto: Fenna Yola Tykwer)

Probenentnahme an einem 35mm Film für den Diphenylamintest zum Nachweis von Nitrocellulose (Foto: Fenna Yola Tykwer)

Präventive Konservierung

Die präventive Konservierung umfasst vorwiegend Maßnahmen zur Verbesserung der Umgebungsbedingungen, um Schäden am Kulturgut zu vermeiden und somit ihre Lebensdauer zu verlängern. Themen der präventiven Konservierung sind beispielsweise:

  • Licht (Lichtstärke, Beleuchtungsstärke, UV-/IR-Anteile des Lichts etc.)
  • Klimatische Bedingungen (relative Luftfeuchte, Temperatur etc.)
  • Schädigungen durch Insekten und Mikroorganismen
  • Schadstoffemissionen
  • Katastrophenmanagement (Feuer, Wasser etc.)
  • Transport, Objekthandling
  • Gebäudeplanung für Depot- und Archivräume
  • Sicherheitskonzepte gegen Diebstahl und Beschädigung
  • Pflege und Wartung von Kulturgütern und Kunstobjekten
  • Auswahl geeigneter Verpackungsmaterialien
  • Monitoringkonzepte

 

Ein Medium benötigt in der Regel (außer es handelt sich um eine analoge Fotografie oder ein Negativ) ein Abspiel- bzw. Wiedergabegerät wie zum Beispiel einen Projektor, einen Rekorder, ein Laufwerk oder einen Monitor. Originalmedien sowie Abspiel- und Wiedergabegeräte unterliegen jedoch einem natürlichen Alterungsprozess, der durch die Maßnahmen der präventiven Konservierung nur verlangsamt, aber nicht aufgehalten werden kann.

 

Ergebnis der Beprobung: Die Intensive Blaufärbung der Lösung steht für das Vorhandensein von Nitrocellulose (Foto: Fenna Yola Tykwer)

Ergebnis der Beprobung: Die intensive Blaufärbung der Lösung steht für das Vorhandensein von Nitrocellulose (Foto: Fenna Yola Tykwer)

Kurative Restaurierung

Das Wiedergeben von Originalmedien ist maßgeblich von kompatibler Technologie abhängig. Eine wichtige Maßnahme der kurativen Restaurierung, um audiovisuelle Objekte zu erhalten, ist beispielsweise die Digitalisierung von Daten in ein aktuelles Format.

Kurative Restaurierung kann man auch an den Abspiel- und Wiedergabegeräte selbst durchführen. Tätigkeiten, wie die Wartung und Reparatur von Abspielgeräten und die Anschaffung von Ersatzgeräten und Ersatzteilen helfen zwar, den Zugang zu den Originalmedien zu bewahren. Da jedoch sowohl Medienobjekte als auch die Abspielgeräte einem voranschreitenden Alterungsprozess unterliegen, bedarf es Lösungen, die das Kulturgut längerfristig zugänglich machen.

Digitalisierung ‑ Langzeitarchivierung

Digitalisierung ist heute eine wichtige Maßnahme, die für die Zugänglichmachung der Daten eingesetzt wird. Da auch unsere heutigen Systeme der technologischen und materialspezifischen Alterung unterliegen, sind Langzeitkonzepte für die generierten digitalen Daten, die die Datensicherung und -pflege koordinieren, ausschlaggebend für die Erhaltung.

 

Das Ziel der Langzeitarchivierung von audiovisuellen und fotografischen Medien steht heute oft zwischen Substanzerhaltung und Digitalisierung. Es bedarf eines ausgeglichenen Moderierens zwischen Zugänglichmachung und Bewahrung, damit audiovisuelle und fotografische Bestände dem idealen Kreislauf von Sammlung, Erschließung, Restaurierung, Konservierung und Wiederzugänglichmachung zugeordnet werden können.

Kategorie: Konservieren & Restaurieren | Museum für Geschichte
Schlagworte: Landesaufnahme | Medien | Multimediale Sammlungen | analog


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