Vom Umgang mit Schmutz und Reinlichkeit

Foto: UMJ/ N. Lackner

Waschrumpel, Wurzelbürste, Bügeleisen, Wäschekluppen, Waschblau


Eigentlich weiß ich nimmer, wie wir es geschafft haben, in dem Dreck, der um uns herum war, dass wir so sauber blieben sind. Wenn’s geregnet hat, ist draußen alles voller Lehm g’wesen, es war ja kein Asphalt auf der Straße. Da ist man oft bis zu den Knöcheln versunken. Beim Arbeitsgewand war’s ja egal, weil das war allweil ein bisserl dreckig. Aber mit dem schönen G’wand ist man schon heikel gewesen. Da hat man nur eines g’habt und es war viel Arbeit, das zu waschen. Wenn da ein grober Fleck auf dem Hemd war, hat man lange auf der Waschrumpel reiben müssen. Damit’s nachher schön weiß ausschaut, haben wir noch ein Waschblau dazugeben. Und wenn es dann immer noch nicht sauber war, hat man’s in der Sonne bleichen müssen. Und dann war ja noch das Bügeln.

So wie es beim Gewand ein schönes und ein gewöhnliches gegeben hat, so warn die verschiedenen Zeiten auch im Haus. Unter der Woche war der Boden nicht so sauber, weil doch jeder mit den Schuhen reingeht. Und auch sonst ist es an den meisten Höfen eher nicht gar so reinlich zugangen. Samstag ist halt aus’kehrt und aufg’waschen worden.

Aber dann ist Weihnachten kommen! Da war’s dann richtig zum Putzen! Auf allen Vieren haben wir den Holzboden mit der Wurzelbürst’n gerieben – des hast nachher ordentlich im Kreuz g’spürt. Der große Kupferkessel und das eiserne Ofenbankl haben müssen mit Sand poliert werden, bis man sich drin hat spiegeln können. In der Kuchl und der Stube hat alles sauber sein müssen. Richtig gestrahlt hat’s dann nachher. Wenn dann die Feiertage waren, hat man für kurze Zeit vergessen können, wie viel Schmutz es normalerweise gibt und wie viel Arbeit des ist, bis alles wieder rein ist.
 

Hörstation Konzept und Texte: Eine fiktive Erzählung über gewöhnliche Dinge des Alltags von Eva Kreissl und Roswitha Orac-Stipperger

Volkskundemuseum

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