Mit der zunehmenden Reisetätigkeit des Bürgertums veränderte sich auch die Ausstattung für unterwegs. Diese Taschenseife, Parfümblättchen und Reisepflaster zeigen, wie alltägliche Gebrauchsgegenstände kleiner, handlicher und damit reisetauglich wurden.
Die Seife der Firma Estermann aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht beispielhaft für diese Entwicklung. Die dünnen Seifenblättchen ließen sich platzsparend in Handtasche oder Reisegepäck mitführen und bei Bedarf mit Wasser verwenden. Die dreisprachige Beschriftung auf Deutsch, Englisch und Französisch verweist auf die internationale Ausrichtung des Produkts. Nach einem ähnlichen Prinzip machten die Parfümblättchen „Bouquet d’Amour“ von H. Kielhauser in Graz einen Duft transportabel, ohne eine zerbrechliche Parfümflasche mitführen zu müssen. Das sogenannte „Perforierte Englische Pflaster“ ergänzte die persönliche Reiseausstattung und ermöglichte die Versorgung kleinerer Verletzungen unterwegs.
Die drei Produkte stammen aus dem Besitz von Natalia Poschacher, geb. Sessitsch (1904–1974) und ihrem gutbürgerlichen familiären Umfeld aus Graz. Ob und auf welchen Reisen sie tatsächlich verwendet wurden, ist nicht überliefert.
Als kleines Konvolut wurden die Objekte im Februar 2026 dem Volkskundemuseum übergeben. Gemeinsam geben sie Einblick in eine sich wandelnde Reise-, Alltags- und Konsumkultur, in der kleine, leichte und handliche Produkte zu praktischen Begleitern für unterwegs wurden.