Sarcoscypha austriaca

Österreichischer Kelchbecherling

Bereits nach der ersten Schneeschmelze kann man mit etwas Glück auf die leuchtend rot gefärbten Fruchtkörper des Österreichischen Kelchbecherlings stoßen. Sie wachsen auf liegenden bzw. in der Erde vergrabenen Laubholzästen, wobei ihnen zahlreiche verschiedene Baumarten als Substrat dienen können (insbesondere jedoch Grau-Erle, Weide, Berg-Ahorn und Robinie). Die ersten winzigen Fruchtkörper entwickeln sich bereits im Spätherbst und können unter einer Schneedecke den ganzen Winter überdauern. Sobald der Schnee schmilzt oder Regen für genügend Feuchtigkeit sorgt, entwickeln sie sich relativ schnell zur Sporenreife. Die letzten Exemplare sind bis in den Mai hinein anzutreffen.

Der Österreichische Kelchbecherling ist in der ganzen Steiermark verbreitet. Man findet ihn bevorzugt in luft- bzw. bodenfeuchten Standorten wie Au- und Schluchtwälder sowie schattigen Waldbereichen. 

 

Alle Fotos: M. u. G. Friebes.

Verwechslungsmöglichkeiten

 

Es gibt in Mitteleuropa – und auch in der Steiermark – zwei weitere Kelchbecherlings-Arten, die sich nur mikroskopisch sicher unterscheiden lassen. Der Zinnoberrote Kelchbecherling (S. coccinea) hat tendenziell einen etwas stärker befaserten Fruchtkörperrand und eine weniger deutlich weißfilzige Außenseite. Er kommt in wärmebegünstigteren Gebieten südlich des Steirischen Randgebirges vor und wächst hauptsächlich an Hasel und Weide. Der Linden-Kelchbecherling (S. jurana) ist die seltenste Art der Gattung. Aus der Steiermark ist sie bislang nur von zwei Nachweisen bekannt. Man findet sie ausschließlich auf Linden-Ästen, ihr bevorzugtes Habitat sind naturnahe Schluchtwälder.

Der Österreichische Kelchbecherling ist die mit Abstand häufigste Art der Gattung in der Steiermark.

 

Wer sich näher mit den Kelchbecherlingen in der Steiermark auseinandersetzen möchte, dem sei der folgende Artikel von Helmut Pidlich-Aigner empfohlen: www.zobodat.at/pdf/JoanBot_01_0005-0026.pdf.

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