Asarum europaeum

Europäische Haselwurz

Familie der Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse)

 

Von der Haselwurz kennen die meisten nur die nierenförmigen Laubblätter, die gruppenweise im Unterwuchs von Laubwäldern anzutreffen sind; die oft unter der Laubstreu liegenden Blüten werden hingegen meist nicht wahrgenommen.

 

Von einem kriechenden Rhizom mit schuppigen Niederblättern zweigen kurze Sprosse ab, die jeweils 2 (selten 3 oder gar 4) lang gestielte Laubblätter und am Ende eine einzelne, kurz gestielte Blüte tragen.

 

Die unscheinbaren Blüten bestehen aus einem dreiteiligen Perigon, das außen bräunlich und innen dunkelpurpurn gefärbt ist, wobei die 3 Perigonzipfel recht abrupt in eine eingebogene Spitze verschmälert sind. Die 12 dunkelpurpurnen Staubblätter sind in zwei Reihen angeordnet, wobei das Konnektiv zwischen den Staubbeuteln pfriemenförmig verlängert ist. Der unterständige Fruchtknoten ist oben abgeflacht, auf ihm sitzt ein kurzer, dicker Griffel mit einer 6-strahligen Narbe.

 

Die Haselwurz blüht zwischen März und Mai, als Reproduktionsmechanismus wird bisher vor allem Selbstbestäubung angenommen, eine Bestäubung mit Pilzmücken scheint aber auch möglich. Nach der Befruchtung reifen in den 6-fächrigen Kapseln einige wenige, längliche Samen mit schwammigen Anhängseln heran, die anschließend von Ameisen vertragen werden.

 

Die Haselwurz wächst in frischen bis warmen Laubmischwäldern und Schluchtwäldern; die etwas kalkliebende Art findet man von der collinen bis in die hochmontane Stufe.

 

In der Steiermark kommen zwei Unterarten vor: Die subsp. caucasicum hat sommergrüne Laubblätter mit unterseits kahler (mitunter aber etwas auf den Nerven behaart) und oberseits matter Blattspreite und tritt in der südlichen Steiermark sowie im Oberen und Mittleren Murtal und vereinzelt auch im Oberen Ennstal auf. Im Gegensatz dazu hat die in der ganzen Steiermark vorkommende subsp. europaeum wintergrüne Laubblätter mit unterseits flächig behaarten und oberseits mehr oder weniger glänzenden Blattspreiten.

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