Botanische Kleinode in der Höll

Exkursion mit Philipp Sengl

16.05.2020 10:00-16:00


Kosten: Teilnahme kostenlos
Anmeldung: erforderlich bis 12.05.2020

unter +43 316 8017-9000 oder naturkunde@museum-joanneum.at

 

ACHTUNG: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen müssen wir diese Veranstaltung absagen!

 

Treffpunkte

8:15 Uhr, Studienzentrum Naturkunde, Weinzöttlstraße 16, 8045 Graz

10:00 Uhr, bei der Zollhütte vor der Grenzübertrittsstelle in der Höll südlich St. Anna am Aigen


Die „Höllwiesen“ sind kleine Fragmente von Halbtrockenrasen inmitten des „Aigener Feldes“ am südlichen Rand der Marktgemeinde St. Anna am Aigen in der Südoststeiermark. Das Gebiet – heute Teil des Europaschutzgebietes Nr. 14 „Teile des Südoststeirischen Hügellandes“ – grenzt im Osten direkt an Slowenien, wo der Kutschenitza-Bach die Grenze bildet. Wenige hundert Meter nördlich liegt das „Dreiländereck“, wo die Grenzen der Steiermark, des Burgenlandes und Sloweniens aneinanderstoßen. Das Gebiet liegt aus geologischer Sicht im Bereich der Südburgenländischen Schwelle, einem Aufwurf von kalksteinhaltigem Grundgebirge aus dem Erdaltertum (Paläozoikum), das hier wohl maßgeblich zur Diversität der Pflanzendecke beiträgt.

Das Highlight, die „Höllwiese“, ist Teil eines an einem ostexponierten Hang liegenden, ca. 6,4 ha großen Tierschutzgebietes. Hier kommen in den vielfältigen Halbtrockenrasen auf nur 25 m² bis zu 80 verschiedene Pflanzenarten vor. Die vegetationskundliche Besonderheit des Gebietes macht die erst 1995 beschriebene Gesellschaft der Ungarische Kratzdistel-Trespen-Halbtrockenrasen aus, die sich durch einige Pflanzenarten mit osteuropäischem bis mediterranem Verbreitungsareal von den sonstigen in der Südoststeiermark vorkommenden Halbtrockenrasen deutlich unterscheidet. Dies sind zum Beispiel die Pannonische Kratzdistel (Cirsium pannonicum), das Kleine Mädesüß (Filipendula vulgaris), das Mittlere Leinblatt (Thesium linophyllon), die Warzen-Wolfsmilch (Euphorbia verrucosa) und das Flecken-Ferkelkraut (Hypochoeris maculata).

Vor allem an Randflächen, wo diese Halbtrockenrasen auf Gebüschzeilen treffen, finden sich weiters einige stark gefährdete oder gar vom Aussterben bedrohte Arten wie das Orangefarbene Steppen-Aschenkraut (Tephroseris integrifolia subsp. aurantiaca), der Trauben-Pippau (Crepis praemorsa) und das Schmalblättrige Lungenkraut (Pulmonaria angustifolia).

Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass artenreiches Grünland durch jahrhundertelangen Nährstoffentzug entstanden ist, wird neben der Flächensicherung und der Flächenerweiterung ein standortangepasstes, aufwuchsorientiertes Management benötigt, um die langfristige Erhaltung der Struktur und des Artenreichtums von Halbtrockenrasen im Gebiet zu gewährleisten. Erste erfolgreiche Schritte wurden vom Naturschutzbund Steiermark bereits umgesetzt.

Dr. Philipp Sengl studierte Pflanzenwissenschaften an der Universität Graz. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind vegetationskundliche Aspekte von Grasland, wobei er sich auch mit Fragen des Gründlandmanagements und der Renaturierung von Offenland-Lebensräumen auseinandersetzt. Seit 2019 betreibt er ein Ingenieurbüro für Biologie in St. Anna am Aigen.

Naturkundemuseum

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8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
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Öffnungszeiten


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