Programm

Sehr geehrte Kolleg*innen!

 

Wie resilient müssen Museen heute sein? Seit wir unter Bedingungen einer weltweiten Pandemie leben und arbeiten, stehen Museen vor anhaltenden Herausforderungen. Resilienz impliziert dabei ebenso Widerstandsfähigkeit wie die Bereitschaft, das eigene Verhalten an eine veränderte Situation anzupassen. Das tun Museen seit dem Beginn des Ausnahmezustandes vor einem knappen Jahr auf unterschiedliche Art und Weise. Wir widmen uns diesen Prozessen, wenn wir danach fragen, welche Effekte die Neubewertung digitaler Formate und alternativer Formen des Kontakts mit den Besucher*innen in unseren Häusern gezeitigt haben. Unsere Beobachtung eines Anstiegs abteilungsübergreifender Kommunikationswege und einer verstärkten Integration von Know-how und Methoden der Kulturvermittlung in die digitale Museumspraxis wollen wir mit Ihnen gemeinsam diskutieren. Vermittlung beschäftigt uns dieses Jahr auch in einem weiteren Sinn, wenn wir über Möglichkeiten nachdenken, deren zumeist ephemere Formate und Praktiken zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Wir folgen aktuellen Fährten, wenn wir danach fragen, wie sich Museen zur Klimakrise verhalten und welche Strategien sie entwickeln können, um andere zum Handeln zu bewegen.

 

Einen Schwerpunkt widmen wir dieses Jahr dem immer neu zu findenden Umgang mit Formen gesellschaftlicher Erinnerung in unserer Museumspraxis. In einer Exkursion nach München gehen wir den Einschreibungen von Geschichte in den öffentlichen Raum nach und fragen, wie diese als Lern- und Erinnerungsorte fungieren können. Wir fragen danach, wie viel Sachlichkeit, Anschaulichkeit oder Empfindsamkeit Geschichtsvermittlung eigentlich braucht, wenn wir uns mit gegenwärtigen Perspektiven der Holocaust Education auseinandersetzen. Und wir spüren der Vielstimmigkeit historischer Erfahrung im Umgang mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nach, wenn wir nach dem konkreten Potenzial einer Integration von Stimmen fragen, die sonst eher ungehört bleiben.

 

Vielleicht möchten Sie aber auch mit uns gemeinsam diskutieren, welchen Stellenwert das Hören in Ausstellungen einnehmen kann oder welche Potenziale Postkarten in der Museumsarbeit haben? Oder Sie begleiten uns ins Humboldt-Forum, um gemeinsam über Fragen institutioneller Identität nachzudenken!

 

Als Museumsakademie versuchen auch wir, resilient zu bleiben. Unsere Programmpunkte planen wir dieses Jahr zum Teil in digitaler Form, zum Teil als physische Veranstaltungen: Während wir über den Frühling hinweg per Videokonferenz mit Ihnen im Gespräch bleiben wollen, halten wir an der Hoffnung fest, dass uns der Frühsommer und der Herbst auch wieder direkte Begegnungen und ‚echte‘ Kaffeepausen zwischen spannenden Vorträgen und Inputs ermöglichen werden.

 

In diesem Sinn freuen wir uns auf vielfältige Formen des Austauschs, des Voneinander-Lernens und des bereichernden Miteinanders.

 


Für die Museumsakademie
Karoline Boehm, Bettina Habsburg-Lothringen und Eva Tropper

 Constantin Luser, H7: Gute Aussichten / Schiffbruch, 2015, Foto: Manuel Carreon Lopez © kunst.dokumentation.com

Programm 2021



Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Veranstaltungen 2021!

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Museumsakademie Joanneum

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