Programm

Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kolleg_innen, sehr geehrte Kollegen!

 

Betrachtet man das Museum als ein System, so liegt die Frage nach seinen Funktionen, Dynamiken und Strukturen nicht fern. Mit dem diesjährigen Programm widmen wir uns diesen gestaltenden Aspekten einmal mehr und fragen nach den spezifischen Charakteristika und Herausforderungen der Gegenwart musealer Arbeit und Produktion. Getreu dem Motto take the terror out of error erproben wir neue Formen und Formate, wenn wir etwa die traditionelle Trennung der Sphären zwischen Kurator/innen und Vermittler/innen hinterfragen und über neue Strategien der Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams nachdenken. Um neue Formen geht es gleichermaßen, wenn wir einen gegenwärtigen gesellschaftlichen Befund im Museum verhandeln, nämlich die Verfügbarkeit bisher nie dagewesener Datenmengen. In Frage steht, welche neuen Möglichkeiten der Visualisierung, Narration und Szenografie in Ausstellungsräumen damit entstehen – begleitet von neuen Formen der Kooperation.

 

Das System Museum befindet sich also im Wandel – im Inneren wie im Äußeren. Museen sind heute gefordert, eine Sichtbarkeit der von ihnen geleisteten Arbeit herzustellen, konkrete Settings der Wissensaneignung zu gestalten, Dialoge zu initiieren und Menschen in die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu involvieren. In zwei Exkursionen, nach London und Milano, betrachten wir Strategien und Wege der Relevanzgewinnung in Gesellschaften, die als superdivers und dynamisch beschrieben werden können. Der Befund einer Pluralität von Lebensstilen und Welterfahrungen führt uns zugleich zu verschiedenen Interventionen ins kollektive Gedächtnis. Thematisiert und reflektiert wird, wie queeres Begehren und alternative Geschlechterbilder über Sammlungen, Ausstellungen und Vermittlung in ihrer Vielfalt und Historizität im Museum sichtbar werden können. Wir kartieren das heterogene und vielstimmige Feld der Auseinandersetzung mit Religion und fragen, welche Rolle – zwischen Inklusion, Wissensvermittlung und Konfliktmoderation – Museen heute übernehmen. Und schließlich spüren wir der Vielstimmigkeit historischer Erfahrung im Umgang mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nach, wenn wir nach dem konkreten Potenzial einer Integration von Stimmen fragen, die sonst eher ungehört bleiben.

 

Als themenaufspürende und deshalb vagabundierende Plattform zeichnet sich die Museumsakademie ganz zentral durch den Versuch aus, Strategien und Methoden des Museum-Machens zu reflektieren und sie auf ihre Aktualität hin zu überprüfen. Wir freuen uns, wenn Sie Lust bekommen haben mitzumachen, das Angebot für sich zu nutzen und den Austausch mit Ihren Gedanken, Erfahrungen und offenen Fragen zu bereichern!

 

 

Für die Museumsakademie

Karoline Boehm, Bettina Habsburg-Lothringen und Eva Tropper

Constantin Luser, Molekularorgel (Detail), 2010, Foto: Markus Rössle

Programm 2020



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Museumsakademie Joanneum

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