Ulrike Groß:

Projektgestaltung „Museumsarbeit“

 

Kunst hilft, das Blei des Traumas von der Seele zu schmelzen 

 

Nach Deutschland kommen derzeit aus Kriegsländern Menschen, die durch das, was ihnen widerfahren ist, mehr oder weniger traumatisiert sind. Hier angekommen müssen sie das Leben völlig neu gestalten und sich mit der fremden Kultur vertraut machen. Während die Familie oft im Heimatland zurückgelassen werden musste, hat man die schlimmen Erlebnisse mitgebracht. In den sogenannten Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge soll den neu Angekommenen die deutsche Sprache und Kultur vermittelt werden. Das lateinische Verb integrare bedeutet wiederherstellen und das Substantiv integratio Erneuerung. „Zusammengezogen könnte man Integration also als Wiederherstellung eines unversehrten Ganzen deuten“ (Baur, 2010). An dieser Stelle kann nach unserer Meinung die Kunst, d. h. deren Besuch und Vermittlung in den Kursen, eine Möglichkeit schaffen, ein bisschen in der Seele zu genesen.

 

In dem Projekt „Museumsarbeit“ werden Möglichkeiten gesucht und erarbeitet, das Museum als traumaentlastenden und zugleich aktiven Lernort in die Integrationskurse miteinzubeziehen. Die ersten Ergebnisse werden in einem Artikel der Zeitschrift „Deutsch als Fremdsprache“ präsentiert.

 

 

Kurzbiographie: 

Ulrike Groß studierte an den Universitäten Köln, London und Maastricht die Fächer Phonetik, Tanz und freie Kunst. Sie arbeitet als Dozentin, Autorin und Künstlerin hier und anderswo. 

 

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