Ines Linder:

dauerhaft besonders_besonders dauerhaft

„(Museen sollten) das Prinzip der Evolution auch als Institution verwirklichen, d.h. die ihm anvertrauten Bestände nicht nur konservier(en), sondern sie ständig aufs Neue erschließ(en), deut(en) und zeitgemäß darbiete(n)“ (Peter Beye, 1970).

 

In der Regel tun Museen dies mit Ausstellungen. Mit ihnen treten sie „nach außen“: Daher sind Ausstellungen eine entscheidende Schnittstelle zwischen Museum und Publikum/ Öffentlichkeit. Mit
Objekten als primären Vermittlern von Inhalten, sind sie facettenreiche Präsentationsmedien mit spezifischen Anforderungen, Möglichkeiten und Grenzen. Ihre zwei bedeutendsten Formate: Dauerausstellung und Sonderausstellung und insbesondere deren Verhältnis sind Gegenstand der Thesis von Ines Linder.

 

Ausgehend von einer einführenden Verortung des Ausstellens in der Geschichte der Institution Museum, werden Charakteristika und Erscheinungsformen des Mediums Ausstellung beschrieben. Ein besonderer Augenmerk liegt hierbei auf den Entwicklungslinien von Dauer- und Sonderausstellungen, deren Verläufe (im Sinne von: Kreuzungen, Parallelitäten, Überschneidungen) betrachtet werden: Welche Konzepte von Dauerhaftigkeit verbinden sich mit den sogenannten Dauer-Ausstellungen? Wie lassen sich Dauer- und Sonderausstellung charakterisieren und in welchem Verhältnis zueinander stehen sie: inhaltlich/ programmpolitisch, gestalterisch, räumlich und strategisch? Und inwiefern spiegeln diese betrachteten Verhältnisse eine sich wandelnde Sammlungs- und Präsentationskultur wider? Auf der Basis dieser Untersuchung – einer „Ordnung von Beziehungen“ - soll eine Typologie für mögliche Relationen von Dauer- und Sonderausstellungen entwickelt und anhand ausgewählter, aktueller Beispiele analysiert werden. Eine derartige Typologie versteht sich hierbei als dynamisches Raster der Beispielauswahl.
 

 

 

Kurzbiographie

1997–2003 Studium der Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar, 2010/11 Ausbildung zur Museumsmoderatorin in Berlin, 2011–2013 Masterprogramm „Museumskommunikation/ Museumsmanagement“ an der HTW Berlin.

 

Projekte: Entwurfsplanung für das Museum Neukölln im Gutshof Britz, Fertigstellung 2009, Sanierung einer ehem. Garnisionsanlage in Potsdam zum „Zentrum für Kunst- und Soziokultur“/Fluxus-Museum, Fertigstellung 2008, Um- und Neubau der Germanistischen Institute der Humboldt-Universität zu Berlin, 2006.

 

Publikationen: Architekturführer Neue Architektur in Sachsen-Anhalt Hrsg. Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Magdeburg 2004.
„Le Corbusier und die Kartause Ema.“ In: Thesis – Wissenschaftliche Zeitschrift der Bauhaus-Universität

Weimar (1. Heft 2003). „Reformerische Kleinsiedlungspolitik der Stadt Pößneck – Der Beitrag von Heinrich Tessenow.“ In: Das Land der Mitte_Architektur-, Denkmals- und Siedlungsprojekte der Moderne, Hrsg. C. Wolf, 2003.

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