Taschenuhr, Anfang 18. Jh.

Taschenuhr, Werk: Johannes Planckh, Gehäuse: Frères Huaut, Genf, um 1700, KHS, Inv.-Nr. 7816, Deckelansicht, Foto: UMJ/ N. Lackner

Der Aufschwung der Feinmechanik seit dem 16. Jahrhundert ermöglichte eine hochwertige Uhrenherstellung, die auch den persönlichen Gebrauch berücksichtigte. Die Taschenuhr wurde so zu einem beliebten Accessoire und Statussymbol. Seit dem frühen 17. Jahrhundert entwickelte sich Genf zu einem Zentrum für die Herstellung europaweit gefragter Luxusuhren. Zu deren Schmuck trug die ebenfalls in Genf hoch entwickelte Emailmalerei wesentlich bei. Ein Beispiel hierfür ist das Gehäuse einer Taschenuhr, die im frühen 18. Jahrhundert von dem Grazer Uhrmacher Johann Planckh (+1732) hergestellt wurde. Außer miniaturhaft kleinen, idyllischen Landschaftsszenen kamen auch Themen der Historienmalerei aus dem 17. Jahrhundert, dem „Grand Siècle“, in Frage: Den Deckel schmückt eine heroische Begebenheit aus dem Alten Testament: Dargestellt ist die jüdische Prophetin und Richterin Deborah, wie sie gemeinsam mit dem Feldherrn Barak die Truppen Israels zum Sieg über die Kanaaniter führt (Buch der Richter, Kap. 4-5). Dem biblischen Text zufolge nahmen selbst die Sterne zum Zeichen göttlicher Hilfe für das auserwählte Volk an diesem Kampf teil (Kap. 5, 20). Die nach Art eines Historiengemäldes komponierte Szene basiert auf einem Stich von François Chauveau für die 1645 publizierte Abhandlung "La Femme Héroique, ou Les Héroines Comparées avec les Héros en Toute Sorte de Vertus“, die der Franziskanermönchs Jacques du Bosc verfasst hatte. In der barocken Bildwelt hatte der Kult um tugendhafte, „starke Frauen“ („femmes fortes“) aus antiker Historie und Bibel seinen festen Platz. 

 

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