Hans von Lonispergh, 1540

Hans von Lonispergh, Holz, dat. 1540, KHS, Inv.-Nr. 3003, Foto: UMJ/V. Delic

Ein bärtiger Landsknecht mit langem, spitzem Bart und federgeschmückter Haube präsentiert sich, auf einer Terrainplinthe stehend, in voller Ausrüstung frontal in einer flachen Nische mit modischem Renaissancedekor. Sein Nachname verweist auf die Herkunft aus dem steirischen Deutschlandsberg.

Ungeachtet ihrer geringen künstlerischen Qualität besitzt die Darstellung beachtlichen kulturgeschichtlichen Zeugniswert. Der kostspielige Aufzug mit geschlitzten Ärmeln, Pluderhosen und spitzen Schuhen waren für das Selbstbewusstsein der Landsknechte typisch. Die Blankwaffen, schweren Degen sowie der geschulterte Bidenhänder weisen Lonispergh als Angehörigen einer Eliteeinheit aus, der auf dem Schlachtfeld eine überaus gefährliche taktische Aufgabe zukam. Die schweren, eine Spezialausbildung erfordernden Bidenhänder dienten dazu, die feindliche Schlachtreihe aufzubrechen und so der nachstoßenden Reiterei den Weg zu bahnen.

Museum für Geschichte

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