Fragment, 17. Jh.

Adam und Eva, von Gottvater zusammengeführt, Fragment, Alabaster, teilvergoldet, süddeutsch (?), um 1600, KHS, Inv.-Nr. 1171, Foto: UMJ/V. Delic

Dem biblischen Schöpfungsbericht zufolge erhielt Adam mit Eva eine ihm angemessene Gefährtin. Die Zusammenführung wird hier nach Art einer Eheschließung mit dem Segen Gottvaters dargestellt. Das Motiv ist formal eng an den Typus des „Sposalizio della Vergine“, der Vermählung Mariens mit Joseph, angelehnt. Dieser Stoff ist den apokryphen, nicht als kanonisch anerkannten Evangelien entnommen und wurde im 16. Jh. wiederholt behandelt, u. a. von Raffael.

Die Analogie zum Sakrament der Eheschließung wie auch die Deutung Mariens als „neuer Eva“ lieferte aus Sicht der gegenreformatorischen, am Ehesakrament festhaltenden Theologie eine überaus plausible Begründung. Kleinformatige Altarretabel mit reichem Reliefschmuck wurden für die häusliche Andacht in fürstlichen wie patrizischen Haushalten der Frühen Neuzeit benötigt. Das Grazer Fragment hat sicher zu einem solchen Retabel gehört, das in einer süddeutschen Werkstatt des frühen 17. Jhs. entstanden sein dürfte.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
01. Jänner 2020 bis 09. April 2021 Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
10. April 2021 bis 31. Oktober 2021 Mo-So, Feiertag 10 - 18 Uhr
01. November 2021 bis 31. Dezember 2021 Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

 

26. Oktober 2020
8. Dezember 2020
5. April 2021
1. November 2021

24. bis 25. Dezember 2020
1. Jänner 2021
16. Februar 2021
24. bis 25. Dezember 2021