Contrefaitkugel, um 1650

Contrefaitkugel, Elfenbein, Lorenz Zick, Nürnberg, um 1650, KHS, Inv.-Nr. 0756, Foto: UMJ/ N. Lackner

Dieses überaus zeittypische Virtuosenstück zeigt den Titanen Atlas, der zur Strafe für seine Teilnahme an der Erhebung gegen die olympischen Götter dazu verurteilt wurde, das Himmelsgewölbe zu tragen. Dieses wird zumeist in Form einer Kugel dargestellt. Zieht man an den Quasten, so öffnet sich im Inneren ein Medaillon, und eine Blume wird sichtbar. Die Hohlkugel und das Medaillon sind aus einem Stück gefertigt. Mit ihren besonderen Anforderungen erfreute sich die Drechslerkunst im barocken Europa hohen Ansehens und stellte noch im 18. Jh. eine beliebte Freizeitbeschäftigung an diversen Höfen dar.

In den Kunst- und Wunderkammern zählten gedrechselte Produkte zu den besonders begehrten Zeugnissen menschlicher Kunstfertigkeit, den „artificialia“. Lorenz Zick (1594-1666) wirkte 1642/43 in Wien, wo er als „Kammerdrechsler“ Kaiser Ferdinand III. persönlich unterwies. Sein berechtigter Stolz auf enormes fachliches Können wird nicht zuletzt aus der Inschrift ersichtlich: „DURCH TRAXLER KUNST GIBT GOTT DIE EHR/ SCHREIBEN UND TRUCKEN GILT NIT VIL MEHR.“

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