Gut verschlossen: Truhenschloss aus Spanien

Schlüssel und Schlösser entwickelten sich aus dem Bedürfnis der Menschen heraus, sich selbst und ihr Eigentum vor fremdem Zugriff zu schützen. Bei der Herstellung von Schlössern spielte sowohl die immer komplexer werdende Mechanik als auch die Ästhetik eine Rolle. Schlösser sollten Schutz und Schmuck zugleich sein. Ihre Fertigung wurde zu einem eigenen Zweig mit hohem kunsthandwerklichen Anspruch. Nicht immer verließ man sich jedoch völlig auf den mechanischen Schutz: Spiralen und Drachenköpfe sollten zusätzlich dabei helfen, Unheil abzuwenden.

Das runde spanische Truhenschloss aus dem 16. Jahrhundert ist ein sogenanntes Überfallenschloss. Die „Überfalle“ ist jener bewegliche Teil des Schlosses, an dessen Ende sich eine nach innen gerichtete Öse befindet, in die der durch Drehung des Schlüssels bewegte Riegel eingeführt wird und so das Schloss verschließt. Die kreisrunde Schlossplatte unseres Stückes ist mit Tieren und Ranken genauso aufwendig gestaltet wie die Überfalle, welche mit zwei reliefierten Vögeln, einem vollplastischen Pelikan und einer langgestreckten Kröte geschmückt ist. Die oben beschriebene Öse befindet sich an der Unterseite des Krötenkopfes.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
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Öffnungszeiten
Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

 

10. Juni

24. bis 25. Dezember
31. Dezember