Jagdmuseum

Ausstellungsrundgang

Themen im Überblick

Geweihe
Innovationsschub in der Steinzeit
Die Jagd im Barock
Techniken der Jagd 
Der „einsame Jäger“
Die Jagd in der Kunst 
Jagd und Musik 
Jagd und Literatur 
Momente des Alltags 
Jagd im Film 
Rat’ mal, wer ich bin! 
Wer brüllt, kräht, brummt, knurrt, pfeift denn da? 
Der Schuss 
Tierische Einladung
„Ansprechen“
Wer jagt? 
Dianasaal
Wildökologie

Geweihe als Dekor und Forschungsgegenstand: Gang 1. Obergeschoss

Die hier im Arkadengang in Teilen ausgestellte Sammlung von Geweihen aus Mitteleuropa baut Oberst Freiherr von Feldegg von 1838–1844 auf. Er sammelt jedoch nicht, um zu repräsentieren, vielmehr verfolgt er ein jagdwissenschaftliches Interesse. Von Feldegg hält detailliert fest, woher die einzelnen Stücke kommen und lässt präzise Aquarelldarstellungen anfertigen.

Ende des 19. Jahrhunderts geht die Sammlung in den Besitz der Grafen Lamberg über, die mit den Geweihen Schloss Trautenfels im steirischen Ennstal repräsentativ ausstatten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwirbt das Joanneum diese herausragende Sammlung. Geweihe und Dokumentation stellen eine unersetzliche Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse über den Wildbestand im frühen 19. Jahrhundert in weiten Gebieten Europas dar.

Innovationsschub in der Steinzeit: Speer, Speerschleuder, Wurfgerät

Fast 500.000 Jahre lang bilden wild wachsende Früchte und in Fallen gefangenes Wild die Nahrung der kleinen, umherziehenden Menschengruppen in Mitteleuropa. Vor etwa 400.000 Jahren erfinden die Jäger den Wurfspeer, der ihre Erfolgschancen erhöht und zugleich die Lebensgefahr im Kampf mit Wildtieren vermindert. Aus Fellen und Knochen des Wilds stellen sie Kleidung, Werkzeug und Schmuck her. 

Einen enormen Innovationsschub bedeutet vor 30.000 bis 20.000 Jahren die Erfindung der Speerschleuder: Sie ist das erste technische Hilfsmittel, das die Muskelkraft verstärkt und so Reichweite und Durchschlagskraft des Speers wesentlich erhöht. Die Existenz der kleinen Nomadengruppen ist nun besser gesichert. 

Die technische Verbesserung von Waffen zum Töten von Tieren (und Menschen) wirkt durch Tausende Jahre – und letztlich bis heute – als ein starker Impulsgeber menschlicher Innovation.

Die Jagd im Barock: Töten als höfisches Schauspiel

Im Barock machen die Herrscher die Jagd zu einem ausschweifenden Schauspiel der Hofgesellschaft. Sie entwickelt sich zu einem zentralen Element absolutistischer Repräsentation und Unterhaltung. Zur Inszenierung gehört es, möglichst viel Wild zu erlegen – dafür muss der Wildbestand in den Jagdgebieten hoch sein.

Die Bauern haben darunter zu leiden: Für die Wildschäden gibt es keinen Ersatz. Darüber hinaus müssen die Landbewohner – die selbst nicht jagen dürfen – bei der Jagd unbezahlte Hilfsdienste leisten.

Dass nur die Herrschenden jagen dürfen, gilt erst ab dem 8. Jahrhundert, seit der Regentschaft Kaiser Karls des Großen. Bürger und Bauern bleiben fast tausend Jahre lang von der Jagd ausgeschlossen. Wer das Verbot missachtet, muss mit harten Strafen rechnen. Im frühen Mittelalter dagegen stand das Recht auf Jagd jedem Menschen zu.

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