Bildinformationen
Laufzeit
04.11. - 30.11.2026
Ort
Kunsthaus Graz, Vorplatz, Foyer
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Was wäre, wenn ein Auto nur dann startet, wenn es geteilt wird?
Indem erst das mit mindestens drei Menschen besetzte Auto startet, verwandelt das Projekt OMNICAR – Short Circuiting Petro Modernity einen einfachen PKW in eine Infrastruktur zur gemeinschaftlichen Mobilität.
Für eine Rückkehr zur nachhaltigen Nutzung des Autos hat Jakob Glasner das Zündsystem seines Škoda technisch umgebaut und die Sitzsensoren über einen Arduino mit einer Sicherung verbunden. Losfahren geht erst, wenn die Auslastung stimmt. Eine ursprünglich für den Komfort gedachte Funktion wird so zur Voraussetzung für Kooperation. In der Praxis funktioniert das so: Auf dem Dach vom OMNICAR zeigt ein LED-Panel das jeweilige Fahrtziel und macht eine private Route zu öffentlicher Information. Im Wagen weist ein beleuchtetes Schild mit der Aufschrift „UNTERLAST“ darauf hin, dass zu wenige Personen mitfahren. Solange das Auto nicht ausreichend besetzt ist, bleibt die Zündung gesperrt. Kommunikation und gemeinsames Fahren werden damit zur Voraussetzung für Mobilität.
Aufgewachsen auf dem Land als Sohn sogenannter „fossiler Nomaden“ – seine Eltern verbrachten täglich viele Stunden im Auto – war individuelle Mobilität für Glasner keine Lifestyle-Entscheidung, sondern Notwendigkeit. Heute lebt er in der Stadt und nutzt selbst ein Carsharing-Modell. OMNICAR entsteht aus dieser Spannung zwischen Abhängigkeit und neuen Möglichkeiten.
OMNICAR ist weder ein Mobilitätsservice noch ein Verbot. Es ist eine interaktive Intervention in die Funktionslogik des Automobils – ein Versuch, von der durch die Petro-Moderne geprägten Gewohnheit der individuellen Mobilität abzurücken und dort, wo es möglich ist, das Teilen neu zu lernen.
Eröffnung und Rahmenprogramm
Die offizielle Eröffnung sowie die Preisverleihung durch die Förderer SERVUS ABFALL und Holding Graz finden am 4. November 2026 ab 17 Uhr im Rahmen der großen Umweltpreise der Stadt Graz im Kunsthaus Graz statt. Die Ausstellungsintervention ist 4 Wochen lang am Vorplatz und im Foyer des Kunsthauses zu sehen.
Am 6. November 2026 wird der Künstler im Rahmen des "Marktes der Zukunft" eine Präsentation seiner Guerilla-Taktiken des Denkens geben.
Servus-1 + 1 Aktionstage: 07. und 08.11.2026
Der Preis wird mit dem Preisgeld von 10.000 € großzügig finanziert und unterstützt von SERVUS ABFALL, einem gemeinsamen Unternehmen der Holding Graz und Saubermacher.
Über den Künstler
Jakob Glasner ist ein in Österreich geborener Künstler und Designer. Im Zentrum seiner Arbeit stehen Materialkultur und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. Seine Projekte reichen von nachhaltigem Design mit Fokus auf Einfachheit und Ressourceneffizienz bis hin zu künstlerischen Interventionen, die unseren ressourcenintensiven Lebensstil hinterfragen.
Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und mit Auszeichnungen wie dem Red Dot Award und dem Austrian Design Prize (Concepts) prämiert. Glasner studierte „Kunst und kommunikative Praxis“ sowie „Design, Architecture and Environment“ an der Universität für angewandte Kunst Wien und gründete nach seinem Abschluss sein eigenes Studio.
Mit freundlicher Unterstützung von SERVUS ABFALL, einem gemeinsamen Unternehmen der Holding Graz und Saubermacher. In Kooperation mit Stadt Graz und Markt der Zukunft.