Lena Violetta Leitner

PPSsssst! Friendly Alien Infection in Progress

02.07. - 05.07.2026

Bildinformationen

Datum

02.07. - 05.07.2026

Uhrzeit

10:00 - 18:00

Ort

Kunsthaus Graz, Space04

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Über die
Veranstaltung

Lena Violetta Leitner erfindet, interveniert und kooperiert. Ihre künstlerische Praxis, die sie mit diesen Worten auf ihrer Website kurz und prägnant umreißt, bewegt sich zwischen Infiltration und Fürsorge, zwischen parasitären Strategien und kollektiven Formen des Zusammenlebens. Dabei entwickelt sie temporäre Institute und partizipative Settings, die institutionelle Logiken unterlaufen und verhandelbar machen. In diesem Sinne kapert sie im Rahmen des Jahresschwerpunkts BLOOM mit PPSsssst! Friendly Alien Infection in Progress den Space04 des Kunsthauses Graz: Als „Pop Up Agency for Agency“ nistet sich ihre parasitäre Protektionsgesellschaft in die bestehende Infrastruktur ein, zapft Ressourcen an und macht es sich im System bequem – ganz nach dem Vorbild parasitärer Pflanzen, die an anderen Organismen andocken, um daraus neue Lebensformen zu entwickeln. Solche liest Leitner nicht als Bedrohung, sondern als komplexe Modelle für produktive Beziehungen und Koexistenz. In ihrem künstlerischen Universum wird das Parasitäre zu einer schöpferischen Strategie, mit der sie den Blick auf das, was wir als schützenswert und schön oder störend und hässlich wahrnehmen, gründlich verschiebt. Denn: Welche Formen des Zusammenlebens erscheinen uns eigentlich angemessen? Und welche Beziehungen wollen wir eingehen – mit menschlichen wie nicht-menschlichen Akteur*innen?

 

Ausgehend von diesen und ähnlichen Fragen entfaltet sich im Space04 über drei Tage hinweg ein experimentelles Projekt mit einem fortlaufenden Programm und partizipativen Stationen – von Sprechstunden und Fitnesssessions über kollektive Ruhephasen bis hin zu FLINTA-Workshops (Become your own parasite), bei denen die Besucher*innen zu Teilnehmenden werden. Dabei wird der eigene Körper zum potenziellen Nährboden für neue Ideen und Verbindungen. Gleichzeitig weitet sich die Arbeit über den Innenraum hinaus aus und bespielt mit der BIX-Fassade auch den Stadtraum.

 

Was hier wächst und wuchert, ist kein klassisches Ausstellungsformat, sondern ein charmant-subversiver Organismus, der sich einnistet, ausbreitet und die Frage stellt, wie gerechtere Formen des Zusammenlebens aussehen könnten. Und ob wir vielleicht alle ein bisschen parasitärer denken sollten.