Cemra

Ziamliačka

20.02. - 15.03.2026

Bildinformationen

Laufzeit

20.02. - 15.03.2026

Eröffnung

19.02.2026 18:00

Ort

Kunsthaus Graz, Needle

Kuratiert von

Alexandra Trost

Co-Kuratiert von

Katia Huemer

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Über die
Ausstellung

Ziamliačka – belarussisch für „eine Frau, die vom gleichen Boden stammt“ – ist Cemras aktuellstes Projekt, Performance, Installation und Herzensangelegenheit zugleich. Am Beginn stand der (verbotene) Transport von 225 kg belarussischer Erde nach Polen und die Extraktion des Dufts, um auf diese Weise die ihr unerreichbare Heimat und damit verbundene Erinnerungen als olfaktorisches Archiv zu bewahren.

 

Gerüche sind starke Erinnerungsträger, da sie direkt mit dem limbischen System verbunden sind. Dadurch können sie scheinbar vergessene Erinnerungen blitzschnell heraufbeschwören. Der Prozess der Duftextraktion erstreckte sich dabei über mehrere Monate und Phasen. Schichten von Erde auf Vaseline wurden von Cemra alle zehn Tage dreimal gewechselt, anschließend weitere zehn Tage lang mit Alkohol bedeckt und danach 24 Stunden lang verdunstet. Fett und Ethanol konservierten dabei den Geruch dessen, was der Künstlerin weggenommen wurde. So bleibt das Extrakt in der Installation in einem handgeblasenen Flakon auch nur sicht- und nicht direkt riechbar.

 

Die Erde, die Cemra installativ in einem minimalistischen Glaskubus in der Needle des Kunsthauses Graz aufgehäuft präsentiert, ist mehr als nur Materie: Sie ist ein politischer Körper, der Grenzen überschreitet, Heimat bewahrt und sich der Auslöschung widersetzt – indem sie privaten Verlust in ein gemeinsames Archiv für alle Exilant*innen verwandelt. Gleichzeitig steht sie für jene Energie, die Cemra während ihrer Jahre im Exil verloren hat und die es wieder aufzufüllen gilt: „Wahre Kraft kommt nicht nur von denen, die neben dir stehen, sondern auch vom Boden unter deinen Füßen.“

 

Zur Eröffnung ihrer Ausstellung im Kunsthaus Graz schließt Cemra den Bogen, der mit einem aktivistischen Akt begonnen hat, mit einer poetisch-melancholischen Performance, in der sie ein Schlaflied aus der für sie verlorenen Heimat neu interpretiert.

 

 

 

„Cemra“ bedeutet Dunkelheit. Unter diesem Namen arbeitet die aus Belarus stammende Künstlerin Darya Siamchuk (* 1990 in Grodno), die seit den Razzien der prorussischen Regierung 2022, die sich gegen freie Meinungsäußerung und unabhängige Organisationen der Zivilgesellschaft richteten, in Warschau im Exil lebt. Der Schmerz und die Risse, die die Situation in ihrer Heimat mit sich bringt, spiegeln sich deutlich in Cemras Werken wider. Sie handeln von Verletzlichkeit, Repression, Trauma und Solidarität und vermitteln eine Schwere, die die Grausamkeit und Gewaltbereitschaft des Regimes gegenüber Kritiker*innen spürbar macht. Dennoch lässt Cemra ihre Heimat nicht los. In ihren multidisziplinären Arbeiten tauchen wiederholt nationale Embleme und Symbole auf, die sich sowohl als patriotische Codes als auch als Ausdruck der Resilienz eines unterdrückten Volkes lesen lassen.

Kooperation mit

Kulturvermittlung Steiermark

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