Werkgespräch mit Bernhard Hafner: "Entwurfsarbeiten"

Im Rahmen der Ausstellung "Graz Architektur"

10.11.2017 15:30-16:30


Treffpunkt: Kunsthaus Graz, Foyer
Kosten: 2,50 Euro (exkl. Eintritt)
Anmeldung: keine
Ort: Space02

moderiert von Christof Elpons  


Bernhard Hafner hat mit der Rettenbachersiedlung eine Wohnanlage realisiert, die von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern auch nach nunmehr 30 Jahren wegen ihrer hohen Lebensqualität sehr geschätzt wird.

 

In seinen Entwurfsarbeiten generiert Bernhard Hafner städtebauliche Konzepte, die als geometrisch abstrakte Muster zunächst unlesbar erscheinen. Auf einen zweiten, decodierenden Blick sind Städte ohne Zentrum, Architekturen, Parks und Objekte der Infrastruktur oder sozioökonomische Zustände dieser speziellen Siedlungsformen ablesbar.

 

Wie plant man eine ganze Stadt?

Worauf wird bei der Stadtentwicklung Wert gelegt und warum bleiben manche Ideen utopisch und damit im Entwurfsstadium hängen?

 

Die Stadt zeigt sich im „Hartbild“ durch Architekturen, Parks und Objekte der Infrastruktur und im „Weichbild“ als ihr sozioökonomischer Zustand, in dem sich Muster von Standorten, von Bevölkerungsverteilung und -patronat öffentlicher oder privater Einrichtungen, von Beschäftigten, Umsatz und Landverbrauch abzeichnen. Solche Daten können kartografiert werden und dienen der Simulation des Verhaltens von Stadtbewohnerinnen und -bewohnern sowie ihren Interaktionen mit diesen Einrichtungen. Sie sind oft nicht bewusst und auch nicht Thema der Stadtplanung.

 

Hier wird der sozioökonomische Zustand des Prototyps eines Verteilungsmodells gezeigt (Dispersion Prototype), einer Stadtform ohne Zentrum. Sie ist ein durch Angebote und Bewohner/innenverhalten geprägtes, offenes, entropisches Gefüge, eine dezentralisierte Agglomeration mit Verdichtungen in einem sie verbindenden infrastrukturellen Netz.

 

Gezeigt werden Muster von Standorten, Agglomerationen, Interaktionen und die Belastungen des Verkehrsnetzes der unteren Ebene in einer Maschenweite von 300 x 300 m. Auf der untersten Ebene sind alle räumlichen Einheiten (Zellen) untereinander direkt oder indirekt erreichbar.  

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